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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II.

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Die Stadt Brieg in Schlesien führt in ihrem eisten,runden Siegel (.Abdruck von J318) einen Schild miteiner Wolfsfalle. Dieselbe besteht aus drei in den Drei-pass gestellten Wolfsangeln, welche in ein scheiben-artiges Gestell, das in der Mitte mit, einem Loche ver-sehen ist, eingefügt sind. Umschrift: \ . Sigtlwm .Burgensium . 1). Briga. Da dieses Bild später als eindreifacher Anker.gezeicb.net und bezeichnet wird, dürftees von Wichtigkeit sein, den urkundlichen Beweis bei-zubringen, dass das Wappen eine Wolfsfalle vorstellensoll. Eine Urkunde der Stadt Brieg vom J. 1872 wurdezwei Jahre später von einem Notar transsumirt undbei Gelegenheit der Beschreibung des am Originalehängenden Stadtsiegels, das Wappenbild wie folgt be-schrieben: deeipula quod vulgariter ivolf zense diciturd. i. eine Falle, die man auf deutsch Wolfssensenenne i'i.

Siegel der Stadt Ochsenfurt (Stempel noch vorhan-den) an Urkunden des 15. und 16. Jahrhunderts vor-kommend.

No. 409.

No. -110.

Bild eines städtischen Bauwerkes; im offenen Stadt-thor der hervorbrechende Ochse als redendes Sinnbild.

Siegel der Stadt Köpenick (Mark Brandenburg) ausdem 14. Jahrb.. Die Fische deuten auf die geographischeLage des Ortes (an der Spree). (S. No. 410).. Die Stadt Kitzingen in Franken führt (zuerst 1377)"1 ihrem runden Siegel eine oben gezinnte Drucke. Da»n dem Namen der Stadt keine Beziehung zu diesemB >lde enthalten ist, so muss angenommen werden, dassdie Bürger von Kitzingen ihre Mainbrttkce als ein be-sonders bedeutsames Wahrzeichen ihrer Stadt betrachtethaben.

0 Das Siegel der Stadt Brück an der Mur inSteiermark aus dem 14. Jahrb. mit der Umschrift: S.Civitatis In . Prvkka In . Terra . Stine . enthalt aufeinem Gewässer eine Steinbrücke von fünf Logen mit*wei Thürmen, deren Thore offen stehen. An den Inne-rn Legendenrand ist vermittelst eines Hakens ein«ohilöf angehängt, der im Wesentlichen dasselbeSüd enthält: das Wasser und die Brücke, doch ohneJhürme 2). Gewiss eine merkwürdige Z«sam m e^teUung!

Die Stadt Waldkirch in Baden fuhrt 1292») ein

1) Codex dip'omaticus Silesiac Band IX Titelblatt,48, und S. 280 ff. , ,.. _ . 1fi

2) Lind, Blätter f. ältere SphraguM lai. xo.

3) Mitteilung desHrn Majors Kindler von Knolloeh.

schildförmiges Siegel, darin eine Kirche, beseitetrechts von einem Linden-, links einein Eichenzweig,ein redendes Wappen.

Das älteste schildförmige Siegel der Stadt Pirnain Sachsen enthält einen Birnbaum, in echt heraldischerStylisirung, ein redendes Wappen bester Form.

Die Stadt Krempe in Storniarn führt um 1300 einschildförmiges Siegel, darin ein gewellter Balken(Bach), überhöht von einem Bärenkopf zwischen zweigesenkten Fischen; unten ein aufgewendeter Fisch.

Die Stadt .»äckingen in Baden führt 1317 ein run-des Siegel, darin ein, mit einer Gugel bekleideter Mann,der mit der Rechten einen Stock vor sich hält, von demeine Tasche (Sack) herabhängt; mit der Linken hältder Mann eine Schale empor.

Die Stadt Waldshut in Baden hängt an eine Ur-kunde von 1320 ihr schildförmiges Siegel, welchesein auf den Namen anspielendes Wappen enthält: einennach links schreitenden Mann mit blossem Haupt, miteinem !-tock in der Linken, den Hut auf dem Kückentragend. (Waldhüter?).

Die pfälzische Stadt Weinheim führt im J. 1337ein stattliches rundes Siegel, darin eine sog. Wein-leiter.

5. Gruppe.

Das Siegel der Stadt Boppard (nach Betberg um1200) mit der Umschrift: f Bopardia . Liberum . Et .Spctüile . Opidum . Bomani . Imperii enthalt eineringförmige Stadtmauer, innerhalb deren ein zweithür-miger Dom; unterhalb der Fenster des Langschiffessteht der Name: S. Sevcrus, sich ohne Zweifel beziehendauf die in der Thüröffnung der Mauer stehende Figureines heiligen Bischofs.

Das grosse Siegel der Stadt Speier (nach v. Bet-berg um 1210/ enthält einen Dom, in dessen Mitteunten eine (oben in einen Dreipass abschliessende) Oeff-nung, in welcher das Brustbild der Jungfrau Maria

Das grosse Siegel der Stadt Erfurt vom J. 1217enthält ein hohes Thorgebäude; in der Thoröfl'nung sitztder heil. Martin im bischöflichen Gewände, mit nim-birtem blossem Haupte.

Die Stadt Freiberg in Sachsen führt in ihremältesten, runden Siegel von 1227 mit der Umschrift:Sigillum . Burgensium . In . Vriberch ein Thorgebäudemit drei Thürmen, der mittlere erhöht. In der Thor-