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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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(iosoliiclite der Heraldik. II. 5.

Das runde Siegel der Stadt Bretten in Baden vornJ. 1317 enthalt den Schild ihrer damaligen Landesher-ren, der Grafen von Eberstein (Rose).

No. 406.

fSigillvm * Civitatis Nawvnense-', nämlich der StadtNauen in Brandenburg, an einer Urkunde des J 1375.Da die Stadt Nauen nicht an einem Huss oder Seeliegt, so ist der Karpfen in diesem Siegel kein geo-graphisches Sinnbild. Vossberu hat nachgewiesen dasswir das Wappenbild der Familie von Nauen hier voruns haben.

Die Stadt Strelitz, welche 1349 von den GrafenOtto und Ulrich von Fürstenberg Stadtrecht erhielt,führt in ihrem bald darauf gestochenen runden Siegeleinen gespaltenen Schild, welcher vorn l'/j Becher ent-hält (der halbe unten am Spalt), hinten gerautet ist.__

Die genannten Grafen stammten aus dem Geschlechtevon Dewitz, welches drei Becher im Schilde führt-der gerautete Schild ist das gräfliche Wappen. fVera-l'S. 269 Siegel No. 346,. v 8 '

Rundes Siegel der Stadt Messkirch an einer Ur-kunde von 13511). Das Sfegelfeld enthält die dreiWaldburgischen Leoparden.

No. 407.

Die Stadt Zirkwitz in Schlesien, schon 1228 Eigen-thum des Bischofs von Breslau, führte in ihrem Wappeneinen senkrecht gestellten Bischofsstab zwischen zweiLilien welche letztere dem Wappen des Bisthums Bres-lau entnommen sind.

Die Stadt Bützow im Bisthum Schwerin führt inihrem Siegel von 1370 zwei schräggekreuzte Bischofs-stäbe, die von einer Inful überhöht sind.

Die ebenfalls dem Bisthum Schwerin angehörigeStadt Warin hat ein erst 1584 vorkommendes, im Stem-pel jedoch viel älteres, schildförmiges Siegel mitzwei schräggekreuzten Bischofsstäben.

4. Gruppe.

Die Sinnbilder, welche als ideelles Eigenthum derStädte in den Siegeln vorkommen, sind ihrem Ursprüngenach nur zum Theil wappenmässig und können nur zueinem noch geringeren Theile als förmliche Wappenangesprochen werden.

Bevorzugt sind vor Allem städtische oder kirchlicheBauwerke. Die an Flüssen oder Meeren gelegenenStädte verwendeten Bilder von Schiffen, Brücken, oderAnspielungen auf den Fischreichthum ihrer Gewässer.Sehr zahlreich sind die redenden Sinnbilder, die zumeistsich im Geleise der Wappenkunst bewegen.

Siegel der Stadt Leipzig, zuerst 1287 bis 1315,dann wieder von 1354 an Urkunden vorkommend 2 ):

1) Gliche ans dem Fürstenbergischen Urkundenbuch78.

Die Stadt Lübeck führt in ihrem runden, 1230 zu-erst vorkommenden Siegel ein auf Wellen gehendesSchiff, dessen Steuer ein alter mit einer Gugel beklei-deter Mann führt; die rechte Hand ist zeigend wolken-wärts erhoben. Im Vordertheil des Schiffes sitzt einMann mit blossem Kopfe, der mit der Rechten nachden Wolken zeigt.

Die Seestadt Danzig wählte zum Bilde ihres Siegelseine grosse Kogge auf Gewässer; die vom Mastkorbeherabhängende Flagge enthält zwei Kreuze (vergl.Taf. 6 No. 5 und 6).

Das Sigillum . Civium . Augustensium (Abdruck von1308) enthält ein Thorgebäude, von Stern überhöht; imoffenstehenden Thor den AugsbuigerTannenzapfen".

2) Codex dipl. Sax. Erg. II. Hauptth. Bd. VIII.