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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 5.

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den Besitz des Landgrafen Heinrich von Hessen über-gegangen war, führte die Stadt das Reiterbild einesLandgrafen von Hessen.

Derartige Städtesiegel gehören zur Gruppe II. B.des Systems Hohenlohe, während z. B. das Reitersiegeldes genannten Pfalzgrafen Wilhelm mit III. B 3. zuclassificiren ist.

Das grosse Siegel der Stadt Marburg (13. Jahrh.)mit der Umschrift: fSigillum . Burgensium . De . Marburcenthält das Reiterbild eines Landgrafen von Thüringen,wahrscheinlich in genauer Nachbildung eines landes-fürstlichen Siegels.

Das Siegel der Stadt Oppenheim vom J. 1368 ent-hält das Bild eines thronenden Königs, in der Rechtenein Schwert haltend, mit der Linken den Reichsapfelemporhaltend.

2. Gruppe.

No. 403.

Siegel der Stadt Alienstein, den heil. Jacob alsHlgrim enthaltend

Das f Sigillum . Burgensium . De . Nuenburc (Naum-burg) enthält das Bild des auf einem Postamente stehen-den Erlösers, welcher den rechts resp. links von ihmstehenden Aposteln Petrus und Paulus je eine Kroneaufsetzt. Der heil. Petrus hält in der Linken denSchlüssel; der heil. Paulus in der Rechten ein Buch, inder Linken ein Schwert.

Das f Sigülum . Prefecti . Et Burgensium . De^senache enthält das Bild des hell. Ritters Georgstehend, mit Fahne und Schild. Rechts im Siegelfeldeein Tatzenkreuzchen. Nach v. Retberg's Bestimmunggehört das Siegel in die Zeit um 1160. Ursinus 1 ) er-zählt jedoch, dass die St. Georgen-Kirche in Eisenacherst 1190 erbaut worden ist.

1)Dieser Landgraffe Ludwig bauete eyne Kirchezu Isenach yeu Sanct Georgen ehre. Diss gefchachnach Gottis geburt 1190. und difs war die Urfache.Keyfer Friederich wolte mit Heer üBer Mehr zciehenmit vielen Fürsten vnd das heylige Grab gewynnen.Do nam Landgraff Ludwig der milde das Creutzeauch an sich vnd zoch neben anderen Fürsten mittIhme. Da wart Ihm von Gott von dem bymmel vmofeyner milden vnd grofsen ahnufen vnd anderer seynerguten werck willen S. Georgen Pannyr geandeloget,darunter Ehr den vorstreyt vor dem keyser thett wirterdie vngleubigen vnd siegete. Vnd das Panyr wart ge-bracht gen Wartbergk. Darnach vber lange zeytt wartes bracht ynn Meissen auff ein Schloss heisst der Ilia-r ant, da entbrente dasselbe haus, und viel leute sahendas pannyr ynn dein feuer zu dem fenster austtiehenynn die l'ufft, das Niemand fieder hatt mögen ertaren,*o es bleyben sey. Vnd darum so Hess der Landgrattebauen S Georgen kirchen zu Eysenacu". Adam Ursmus,thüring. Chronik. Mencken, Script III 1272.

Das Land Dithmarschen führt 1263 ein rundesSiegel mit der Umschrift: f S. Vniuersitatis . Terre .Thetmarcie. Das Bild wird in einem Urkunden-Trans-sumpte von 1410 beschrieben:dat Bilde sunte JohannsBaptisten, unsen Herren in der Jordanen dopende" 2 ).

Die Stadt Neustadt, früher Gleve genannt, in derGrafschaft Schwerin, führt 1300 ein rundes Siegel, darindas Haupt des heil. Petrus, von je einem senkrecht ge-stellten Schlüssel beseitet.

3. Gruppe.

No. 404.

Siegel der Stadt Neu-Ruppin nach einem neuerenAbdrucke des alten Stempels. Bild: der Adler derGrafen von Ruppin, dem der Helm mit Helmschmuckauf den Kopf gestülpt ist.

Das grosse runde Siegel der Stadt Bruchsal inBaden vom J. 1277 enthält den Schild ihrer damaligenLandesherrn, der Bischöfe von Speyer (ein Kreuz).

Siegel der Stadt Leipzig, zuerst 1474 an Urkundenvorkommend 3 ).

2) Siegel des Mittelalters aus den Archiven derStadt Lübeck. Städtesiegel von Holstein und LauenburgS. 17 f.

3) Cod. d'ipl Sex Bcg. II, VI II.