Geschichte der Heraldik. II. 5.
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No. 395.
Byff sei. Tochter, Witwe des vesten Ernfried vonBuchowe, Siegel vom J. 1490 (Spital-Archiv zu Strass-burg)M.
No. 896.
14. Capitel.Das t>Vi»]»|u-isi-<- hl geistlicher rersoiien.
In derselben Lage, wie ursprünglich die Frauen,befanden sich die geistlichen Personen. Wurde esschon als ungehörig befunden, wenn ein Bischof, derzugleich weltlicher Purst war, zu Schutz- und Trutz-Waifen griff, so war dies ganz undenkbar bei einem ge-wöhnlichen Geistlichen oder Domherrn, der seinem Be-rufe nach mit weltlichen Dingen nichts zu schaffenhatte.
Nachdem sich jedoch in der zweiten Hälfte des 13.Jahrhunderts deraussormilitärische Gebrauch der Wappenerheblich erweitert hatte , nachdem der Gebrauch derWappen in den Siegeln der Damen fast allgemein ge-worden war und sich als praktisch bewährt hatte,konnte Niemand etwas dem geistlichen Stande Zuwider-laufendes darin linden, wenn ein dem Bitterstande ent-sprossener Domherr oder Pleban den väterlichen Schildoder Helm2) j n sein Siegel setzte. Wurde doch dadurchden vielen des Lesens unkundigen Personen die Mög-lichkeit gewährt, am Bilde des Siegels den Inhaber zuerkennen.
Die wappengeschmückten Siegel der Geistlichenwerden denn auch in der zweiten Hälfte des 13. Jahr-hunderts immer häufiger.
Dietrich zur Lippe, Propst zu Minden, führt inseinem runden Siegel von 12G9 mit der Umschrift: f
S. Th ___ ici De. Lippia. Pp. ... etri. Paos. (ohne Schild)
eine Böse in deren Mitte statt des Staubgehäuses dervon einem Bing (Nimbus) umgebene Kopf des heil. Petrus;ober diesem Kopf die Inschrift: Petrus. Das Bücksiegelmit der Umschrift: f Secretum Thiderici enthält einenschlüsselhaltenden Arm 3 ).
Nicolaus von Meklenburg, Dompropst von Schwerinund Lübeck; spitzovales Siegel vom J. 1280. Bild: einHeiliger, dessen Unterkörper von dem Schilde Meklen-burg verdeckt ist- 4 '.
Beiner Voss, Pfarrer zu Dnkow (Meklenburg) führt1284 ein spitzovales Siegel, darin der Erzengel Michael,den Drachen besiegend, mit der linken einen Schild(darin ein Fuchs, redendes Wappen) haltend. Umschrift:S. Peyneri. Plebani. De. Ducouwe 5 )
Hermann von Kirchberg (aus dem Grafengeschlechte)Canonicus von Halberstadt führt im J. 1291 ein rundesSiegel IV. C. Schild: Querbalken. Helm: vier dasWappenbild wiederholende Fähnchen. Umschrift (heral-disch rechts in der Mitte beginnend!): f S. H. Can.Ecce. I. Halb. Des. De. Kir.
Siegel IV. A. 1. des Grafen Conrad von Fürsten-berg, Kirchherrn zu Villingen an einer Urkunde desJahres 1299 9 ).
1) Gütige Mittheilung des Herrn Major Kindlervon Knobloch. „
2) Johannes von Braunschweig, P° m P™P s t vonHalberstadt, urkundet am 7. November 1364 als Propstvon Eimbeck und bedient sich dabei eines (wie v. Mul-verstedt bemerkt:) „ungeistlichen" Siegels, das nur denHelm seines Stammwappens mit dein Bosse zeigt. -Johann Lise, Provisor der Marienkirche zuBostock rührt1324 ein Siegel, dessen Bild ein mit sechs Federn be-steckter Helm ist. v. Mülverstedt, über den DompropstJohannes von Halberstadt (Sep. Abd. S. <>, Note I).
Dieses Siegel ist dadurch besonders merkwürdig,weil es ein Bild enthält (Pelzwerk*, welches von demKampfschilde ursprünglich untrennbar war. Doch istdiese Art des Wappenbrauchs im Freiburg-Fürstenberg-
3) Preuss und Fallcmann, Lippische Regesten ITai. 16.
4) Melclenburgische Siegel No. 54.
5) Daselbst No. 156
6) Das Cliohe ist entnommen dem FürstenbergischenUrkundenbitch Hand 1 S. 341.