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Geschichte der Heraldik. II. 5.
Rudolf
vor 1137 de Sigemaringen
1147 de Spitzenberg
Ulrich
Ludwich
Gottfried
1147
1178 Reichs-
1183 Graf von
kanzler 1184
Sigmaringen
Bischof von
Wiirzburg
Gottfried
Eberhard
Ulrich
1210 Graf
Graf v,
von Sigma-
Helfenstein
ringen
1208
f um 1240
1259 zugleich
ux vor 1220
Herr v
Adelheid
Sigmaringen.
verwittw.
Gräfin von
Heiligenberg
ben Elephanten, links eine aufrecht stehendeHirschstange mit fünf Enden*). Wahrschein-lich repräsentirt die letztere eine bis jetzt noch nichtaufgeklärte Beziehung zu den Grafen von Veringen,von denen eine Linie zur Zeit des Grafen Gottfried I.von Sigmaringen ausgestorben war.
Auf denGrafen Gottfried folgt von 1247 an ein GrafG. von Sigmaringen, der in den schwäbischen Urkundenimmer nur mit den Anfangsbuchstaben seines Namensbezeichnet wird In einem Regest von 1247 wird erallerdings Gottfried genannt, doch scheint mir hier dieAuflösung einer Abkürzung vorzuliegen.
Nun kommt in bayerischen Urkunden ein Graf vonSigmaringen vor, welchen ich für den Nachfolger desGrafen Gottfried (f um 1240) halte. Am 21. Juni 1253verpfändet Bischof Berthold von Passau zum Loskaufe sei-nes von dem Herzog Otto von Bayern gefangen genomme-nen Bruders, des Grafen G.von 8igmariugen,dem genannten Herzog und dessen Söhnen dieVeste Für-steueck. Derselbe Graf tritt in'dem Friedensvertrag zwi-schen den Herzogen Ludwig und Heinrich von Bayern mitdem Bischof von Regensburg, 29 Decbr. 1253 als Zeuge mitseinem vollen Namen Gebehardus Comes de Sigme-ring auf 2 ),
Graf Gebhard war ein Bruder des Bischofs Bertholdaus dem bis jetzt von den Geschichtsforschern sehrstiefmütterlich behandelten Geschlechte der Herren vonPeutengau.
Gebhard von Byedingowe, der spätere Graf, kommturkundlich zuerst im J. 1244 vor. Die betreffende Ur-kunde ist von Ulm datirt.3)
Das spärliche Urkunden-Material über die Grafenvon Sigmaringen vom J. 1247 ab erscheint uns nun inneuer Beleuchtung. Die noch 1289 und 1291 vorkom-mende Gräfin Adelheid von Sigmaringen dürfte die Ge-mahlin des Grafen Gebhard und die Tochter des um1240 verstorbenen Grafen Gottfried von Sigmaringengewesen sein. Darauf deutet auch der Name der Ge-mahlin des Letzteren (ebenfalls Adelheid)
1) Er war mit Adelheid, verwittweten Gräfin vonHeiligenberg, verheirathet. Das obige Siegel ist imOriginale nicht mehr vorhanden. Vergl. Fürst Hohen-lohe sphrag. Aphorismen 8. 38.
2) Monumenta Zollerana II, 25.
3) 1244 Gebehardus de Byedingowe ecclesiae Baben-bergensi offert C marcas, ut infra spatium anni bonafeodalia ejusdem pretii snscipiat Dat et. act apudUlmam IX die mensis Januarii. Ind. IL Lang. reg.boica II 345.
Ein Grafensiegel Gebhards ist nicht bekannt. DieGräfin Adelheid führt 1289 ein Portraitsiegel, in demrechts ein Schild mit drei Hirschhörnern, links ein Schildmit dem Helfenstein'schen Elephanten erscheint.
Graf Gebhard scheint demnach den Wappenschildseines Vorgängers in seine Einheiten aufgelöst zu haben.Der Elephant wurde als Helfenstein'sches Stammwappenbehandelt und das Hirschhorn, auf die Dreizahl desGrundwappens zurückgeführt, zum Wappen der Graf-schaft Sigmaringen gestempelt.
Auf den nach 1253 verschollenen Grafen Gebhardfolgten Graf Ulrich von Helfenstein, Graf Ulrich vonMontfort, endlich 1290 die Söhne des Königs Rudolf(Albrecht und Rudolf) als Inhaber der Grafschaft Sig-maringen. In den J. 1316, 1320, 1323 und 1325 erhiel-ten die Grafen von Württemberg Pfandbriefe auf dieGrafschaft, die denn auch sicher seit 1325 in den Ge-nuss des Pfandrechts traten. Unter dieser Herrschaftdürfte die früher durch Vögte regierte Stadt Sigma-ringen eine cominunale Selbstverwaltung erhalten haben.Bald darauf ist die Stadt im Besitze eines Siegels, wel-ches im J. 1337 in folgender Gestalt vorkommt: einHirsch, im linken Obereck des Schildes ein Stern; imSiegelfelde drei (1, 2/ Halbmonde*)No. 380.
Da die Siegel der Städte das Wappen des Landes-herrn zu enthalten pflegten und nach schwäbischemLandrecht vom Laudesherrn bestätigt werden mussten,so dürfte die Regelung der Siegelfrage zur Feststellungeines förmlichen Wappens der Grafschaft Gelegenheitgegeben haben Da die Grafen von Württemberg selbstdrei Hirschhörner im Wappen, führten, so mochte esangezeigt erscheinen, für die Grafschaft Sigmaringenan Stelle der Hirschhörner einen ganzen Hirsch, gelbin Roth, zu erwählen.
Da zu einer Farben-Aenderung wohl kein Grundvorlag, so werden wir kein Bedenken liegen dürfen, dieFarben des erneuerten Wappens auf das alte anzu-wenden.
Das Resultat wäre somit, dass Graf Gottfried vonSigmaringen ein, dessen Tochter und deren Gemahldrei gelbe Hirschhörner in Roth, das Widerwappender Grafen von Veringen geführt haben. —
Herzog Heinrich von Kärnthen Graf von Tyrol(reg. seit 1295) heirathete 1306 Anna, die Tochter desKönigs Rudolf von Böhmen und war von 1307 - 1310König von Böhmen. Durch seinen Tod (1335) fielKärnthen an Oesterreich, während seine Tochter Mar-
4i Fürst Uohenlohe sphrag. Aphorismen S. 96 No. 265.Das Gliche verdanke ich Sr. Durchlaucht.