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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 5.

au tragen und wenn es doch vorkam, dass Jene per-sönlich und thätig an Kämpfen theilnahmen, so geschahes nicht ohne Widerspruch der Volksmeinung.So sagt um 1280 der Marner:Nu sint die stöle worden fwert,die vehtent niht nach seien wan nach goldewer hat iuch bischof daz gelertdaz ir under helme ritent, da diu infel süeneu

solde?iur krumber stap der ist gewahsen zeinem langen

sper.Der Chanzier, dessen Gedichte in der MannessischenSammlung aufbewahrt sind, sagt:

Die pfaffen vürsten sint ir wirden teil beroubet,vür infel heim, vür krumbe stehe flehte fpieze

unt fcharfiu fpervür ftolen fwert, vür albe ein plat, sint erloubet,halsperk, gupfen, collier, barbel sint ir umbler;Mifsachel hin, her wapenrok, hin buoch, her

fchilte breit!umb münches blat ein krülle, ein kröne umb nu-

nen houbet:da Umbe fweifet warin hochvart, valfchiu heili-keit.Selbst Hugo von Trimberg, i) sonst in seinen Vor-würfen gegen die Geistlichkeit vorsichtig, sagt im Ben-ner von.den Pfaffenfürsten:2439 nu muezzen sie vil mere gereiten

Danne wa si predigen, weihen, firmen,Harnasch, schützen, sehön pfert,Helm, schilt, kolben vnd swertSint mangen prelaten nu so wertDaz selten ir keiner begertan zesehen, wie er stean sinem insigel, vnd wie er geSo er kirchen wihet vnd pfaffen.

No. 378.

1) In seiner Rede von böser Herren Hofgesindeschreibt er:

579 Pfaffenfürsten meine ich nihtPi den niemant kein vnzuht sihtDi sehent geschriben vnd wizzen wolwaz man tun vnd lazzen sol.

Für die der Sphragistik unkundigen Leser diesesWerkes, welche die Anspielung des Schulmeisters Hugonicht verstellen möchten , lasse ich hier folgen das Sie-gel des Bischofs Bruno II. von Meisseu t nach 1228.2)(Siehe No. 378).

Es ist nach Obigem ganz wörtlich zu nehmen, wennBischof Bruno von Brixen im .1. 12H6') die Ausdrückegebraucht: „unser cleinode von unserm helme" wel-ches er „gevuret sehs vnd drizek iar ader me, in desriches dienst und in unsers gotshauses urlougen." —

Dieses Hindemiss bestand indess nur für die Per-son des geistlichen Fürsten, der hingegen das Rechtund die Pflicht hatte, für die Sicherheit seines Fürsten-staates zu sorgen und an die Spitze der seinen Fahnenfolgenden Vasallen und Ritter einen in dieser Bezieh-ung die Person des Fürsten vertretenden Anführer zustellen.

Dieser Vertreter war der Domvogt, dem beiAntritt seines Amtes eine Fahne übergeben wurde.

In des Ulrich von Liechtenstein Vrouwen Dienestwird der Aufzug eines solchen Domvogtes aus demJ. 1227 und zwar des Domvogtes von Regensburggeschildert. Das Wesentliche der Aussage ist bereitsoben (S. 78) mitgetheilt, hier möge nun die Schilderungwörtlich folgen:

dö reit die sträze gegen mir her

der ritterliche gemuot tuomvogt.

ich sage iu wie er gegen mir zogt

der höchgemuot het minne gir.

vor im fuort man ein banir,

zetal gehalbet wiz und röt

dem biderben was nach eren not

Dar nach fünfzec (.armbrust) schützen sä

zogten deswar schöne da

die fuortn ir armbrust alle enbor.

den zöch man fünfzec loufer vor:

die wären schoen und snel genuoc;

der ieslicher uff im truoc

ein türksen satel veste gar.

sus zogt gein mir der schützen schar.Dar nach sä fünfzec knappen riten

gekleidet wol nach knehte siten

ie zwen und zwen die sträze her;

der ieslichem man ein sper

fuort bx einein loufer guot

man fuort dar nach abr ein banir:diu was reht als diu erste gevar.dar nach so sach man ziehen darfünfzec ros: als manegen schiltman da bi fuort, da nie geziltwas dannoch durch tjoste loch:si waren niwe und lieht dannoch.

Die schilt geliche wären gar.ir ober teil daz was gevarschöne, beltzvech wiz unt blä,wol underscheiden hie unt da:daz nider teil daz was gar golt.under dem wäpen was geholte vil ofte vrowen danc.

Dar nach fuort man driu hundert sper.

dar nach so sach man riten säreht fünfzec ritter höchgemuotin kappen grüen: di wären guotund ouch vil meisterlich gesniten

2) Cod.,dipl. Sax. Eeg. II, I.

3) Vergl. Urkunde No. 2.