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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 5.

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Matthäus Parisiensis welcher für die nächste Ent-wicklung des Kaiserwappens die einzige Quelle ist,sagt uns leider nicht, welches Wappen Friedrich II.annahm, als er gegen Otto IV. auftrat Er gieht dasWappen erst bei Erwähnung des Todes des KaisersFriedrich in folgender Form:

No. 370.

Nach Matthäus Parisiensis führte Heinrich Raspedie beiden folgenden Schilde — Wappenthier und He-roldsbild ! — :

Der doppelköpflge Adler ist schwarz in Gold.

Es ist möglich, dass Kaiser Friedrich von Anfangan den Doppeladler wählte, weil er einerseits den Adlerin den Farben seines Hauswappens behalten wollte, dereinfache Adler aber, so wie ihn König Philipp geführthatte, von Otto IV usurpirt worden war.

Derselbe Autor giebt uns auch das Wappen desKönigs Heinrich (Friedrich II. Sohn) unter dem Todes-jahre 1242. Es ist gespalten von Gold und Roth, vorn

No. 371.

ein halber schwarzer Adler, hinten ein halbes silbernesAnkerkreuz, beide am Spalt.

Das Kreuz ist der bereits erwähnten (S. 163) Reichs-fahne entnommen, von welcher am Schlüsse dieses Ca-pitels noch die Rede sein wird.

Zum Beweise dass der Adler nicht Reich swap-P e n ist, führten denselben auch die übrigen, selbst dieunechten Söhne des Kaisers (vergl. S. 2381.

Der am 22. Mai 1246 von einigen Fürsten zumRömischen König erwählte Landgraf Heinrich (Raspe)von Thüringen (f 17. Febr. 1247) Hess in die Münzen,die er als König schlagen Hess, sein Reiterbild setzen;auf dem Kopfe trägt er die Königskrone, in der Rech-ten trägt er die Fahne, während sein Schild lediglichm it dem thüringischen Löwen geschmückt ist.

Otho Romain veniens, ad imperium sit admissus; Circadies istos, cassata electione Philippi, ducis Suaviae, etaliorum omnium, Otho, rex Alemanniae, ab InnocentioPapa et Rornanis omnibus electus est et ad RomanumImperium admissus. Confirmata igitur ejus electione,«Ulippus dnx excommunicatus est, et omnes fautorese Jus, nisi ab Othonis persecutione desisteret." Am Randedasselbe Wappen wie sub. ao 1198, jedoch die linkes eite in anderen Farben: „In the margin is blazonedthe imperial shield, viz. gules, 3 lions passant gardant" r i impaling or, an eagle displayed sable, both dimi-diated."

No. 372 u. 373.

Der Adler ist golden in Blau. Den andern Schildbeschreibt der Herausgeber: „gyronny of six, or andazure, in each division a torteau, and a sixth in thefess point."

Von dem Grafen Wilhelm von Holland giebt Mat-thäus Parisiensis die beiden folgenden Schilde mit der

No. 374 u. 375.

Randbemerkung: Scutum Willelini comitis. Primuinscutum ejusdem de Holandia aspirantis ad imperium.Der Herausgeber beschreibt die Wappen:

1. or, a lion rampant gules

2. azure, on a chief gules, a demi-lion rampant or.Man sieht deutlich , dass die Kaiser und Könige

als solche ein Wappen führen, aber dasselbe ist durch-aus willkürlich festgesetzt und wechselt mit der Persondes Inhabers.

Einen äusseren Anstoss, das Reichswappen festzu-setzen, gaben die zur Zeit Kaiser Friedrich IL mehrund mehr aufkommenden Siegel der Reichsstädte, inwelche nach Uebung der Zeit das Wappen des Landes-herrn zu setzen war. Nach schwäbischen Landrecht