Geschichte der Heraldik. II. 5.
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Freih. v. Reitzenstein ist dieser fliegender Fisch 1 ) (cze-chisch Berka) ein redendes Wappen.
Albert von Lobdeburg (Siegel IV. C. von 1330) be-gnügt sich damit, in das Siegelfeld redende Zusätze zubringen und zwar rechts vom Wappen einen Löwenlinks eine kleine Burg. —
An einer Urkunde des J. 1283 kommen mehrereSiegel^) von Mitgliedern des Geschlechtes Behr (imheutigen Neuvorpommern) vor, welche einen interessan-ten Beleg für das Auftauchen der Namenwappen nebendem Erbwappen darbieten. Das Stammwappen alleinenthält das Siegel des Ulrich Behr: Drei Schwanen-hälse.
No. 361.
In den folgenden Siegeln macht sich das Bestrebenbemerkbar, neben dem Erbwappen ein Namenwappenanzubringen.
No. 352.
No. 353.
Bei dem letzten Siegel verdient auch die UmschriftBeachtung. Dieselbe lautet, soweit erhalten: tf-.-^P-poldi Vr . . . Berens. ene. Freiherr 0. Ledebur») mter-
ITüieses Wappen scheint sich Conrad v. Würzburg,Troj. Krieg 25352 zum Muster genommen zu haben,wo er das Wappen des Königs Protheselaus von Notanawie folgt beschreibt:
von siden wnnneclich gevar
sin wäpencleit gebriten was;
ez schein noch gruener denne ein gras
in einem niuwen glänze vrisch.
von golde was vil manic visch
dar üf geströuwet ane trüge
der hete vetech, als er flüge
und waren die von silber wiz „ ,
2) Anzeiger f. K. d. d. Vorz. 1868 S. 281 ff. turnBokenlohe sphragist. Aphorismen. S. 8 JNo. u, to, <s*.Die Cliches verdanke ich Sr. Durchlaucht.
3) Adelsarchiv I, 108.
pretirt die Legende wie folgt: S. Lippoldi Vr(si dci)Berens(w)ene, das heisst: Siegel des Lippold Behrgen. Behrenschwäne. Dazu passt vortrefflich die Be-zeichnung der Herren von Behr in der Grafschaft Gutzkow,welche früher die „Schwanhalsige Behren" genanntwurden.
Das Namenwappen behauptete in der Folge denPlatz im Schild, während die Schwanenhälse auf denHelm verwiesen wurden. —
Eine interessante Zusammenstellung von Wappenund redendem Siegelbild zeigt das spitzovale Siegel IV.A. 2 des Lorenz von Greifenberg an einer Urkundevon 1343 (im Stendaler Archiv). Umschrift: „f S. (Laure)nci. de. Grifenbergh." Ueber dem Schild mit dem Kopfeines Damhirsches ist im Siegelfelde ein Greif dar-gestellt*).
No. 364.
Ganz ähnlich ist das Bild eines Siegels des Albertvon Greifenberg vom J. 1380; dagegen enthält das spitz-ovale Siegel des Johannes v. Greifenberg aus demgleichen Jahre an Stelle des Greifen den Kopf einesMannes. —
Siegel des Nicolaus, „anders gheheten MesekeCrummeudike" Bitters an einer Urkunde von 1376.
No. 355.
Das Wappen dieser Linie der von Crummendik,zwei Widderhörner hat hier einen persönlichen Zusatzerhalten, einen V T ogel (Meise), der auf den Schimpf-namen des Inhabers Bezug hat. Ein Bruder des Meseke,der Knappe Borchard Crummendik führt in seinem Siegelvon 1365 nur die Widderhörner 5 ).
4) Nach einer Zeichnung ans dem Nachlasse vonF. A. Vossberg im Kgl. Geh. Staatsarchiv zu Berlin.
5) Siegel aus den Archiven der Stadt Lübeck Heft 5S. 52 Taf. 5.