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Geschichte der Heraldik. IL 5.
Da es im 11. Jahrhundert nicht einmal in Deutschland,viel weniger in Polen Wappen gegeben hat, so istPrzemyslaw II. als Schöpfer des polnischen Königswap-pens zu betrachten. Die Farben desselben (weiss inRoth) sind ersichtlich dem böhmischen Königswappenentlehnt'). —
Das Stammwappen der Edelherren von Halsin Altbayern , die sich seit 1280 Grafen nannten, warvermuthlich ein Sturzsparren. Dieses Wappen führenihre säinmtlichen Stammgenossen: die von Utten-dorf2) (rother Sturzsparren in Silber), die von Har-hach. ferner Albrecht von Paumgarten (Siegel von1310) den Graf Albrecht von Hals im Jahre 13:8 seinenOheim nennt.
Albert von Hals, seit 1280 Graf, führt in seinemSiegel, dessen Umschrift ihn bereits com es nennt, von1284 zwei Schilde unter einem Helm (Schirmbrett).Der Schild zur Rechten ist sehrHggetheilt, der zur Lin-ken enthalt einen Querbalken
Der erste Schild wird wegen der in Oesterreichgelegenen Lehen der Grafen von Rotheneck "), welchedie von Hals im Jahre 127G erlangten, — der andereSchild mag bei Gelegenheit der Erhebung zur Grafen-würde angenommen worden sein. Der Querbalken(silbern in Blau) ist das Widerwappen des land-gräflich Leuchtenberg' sehen.
Ohne Zweifel ist diese Wahl mit gutem Willen derLandgrafen von Leuchtenberg geschehen, die sich da-mals in keinem verwandtschaftlichen Verhältnisse zuden Grafen von Hals befanden. Auf diese AVappenge-nossenschaft mag sich das im J. 1379 verwirklichteErbrecht der Landgrafen auf die Grafschaft Hals haupt-sächlich gegründet haben. —
Das Herreugeschlecht der von Schaunberg in Alt-bayern und Oesterreich führte als Stammwappen einen(blauen) Sparren im (, roth-silbern) fünfmal getheiltenSchild. Dieses Wappen führten z. B. Wernhart vonSchowenberg 1281 und Heinrich 1301. Im J. 1318kommen als Zeugen vor: „die erbaren herren, her Wern-hart und her Chonrat die Prüder von Schaumbergh" 4 ).Der letztere wird es sein, dessen das Todtenbuch desKlosters Lilienfeld in folgenden Worten erwähnt: A. d.1335 in cathedra S. Petri (Febr. 22) obiit d. Alhaidiscomitissa de Hayerloch, uxor domini Chunradi no-bilis comitis de Schaunberg"").
Zwischen 1318 und 1335 hat also das Geschlecht dieGrafenwürde erworben, die es fortan bis zu seinem Aus-sterben führte.
Bei dieser Gelegenheit wurde das Wappen des nun-mehr gräflichen Geschlechtes gänzlich geändert undzwar wurde merkwürdiger Weise das Wappen derGrafen von Hohenberg-Haigerloch, denen Graf Conradvon Schaunberg durch seine Gemahlin verwandt war,dem neuen Wappen zu Grunde gelegt.
1) König Wenzel von Böhmen, der sich selbst Rech-nung auf das polnische Königthum gemacht hatte , er-hob damals Widerspruch gegen die Krönung. Dochstarb sein Gegner schon am 6. Februar 129G; vier Jahrespäter folgte ihm .Wenzel in der polnischen Königs-würde. — Wegen der angeführten Siegel vergl. Voss-berg, Siegel des Mittelalters von Polen etc. S. 6 ff.
2) Walchunus de Rottenberch .nennt 1224 Alramund Albert von Hals Gebrüder und Wernhard von Ut-tendorf f ratue les suos. Hund Stammenbuch I, 84.
3) Gebhard Graf von Roteneck siegelt 1262 mitdem schräggetheilten Schild.
4> v. Schönberg, Geschichte des Geschlechtes vonSchönberg Bd. II (Leipzig 1878) S. 97.
5) Schmid, Geschichte der Grafen v. Zollern-Hohen-berg Bd. I S. 10.
Nur die Section wurde verschoben. Während dieGrafen von Hohenberg einen silbern -roth quer ge-theilten Schild und auf dem Helm zwei silbem-rothquergetheilte Hiefhörner führten, nahmen die Grafenvon Schaunberg als Wappen an: einen silbern-roth ge-spaltenen Schild und auf dem Helm zwei Hiefhörner,das vordere silbern, das hintere roth, die Bänder in ge-wechselten Farben.
Dieses neue gräflich Schaunberg'sche Wappen fin-det sich bereits in dieser Gestalt in der Züricher Wap-No. 345.
penrolle No. 94 unter der Ueberschrift Scowenberg 6 ).Genau so kommt es im Siegel des Grafen Johannes zuSchaunberg vom J. 1423 vor. —
Karl IV. Römischer König erhebt durch Diplomd. d. Prag 8 Juli 1348 die hochgeborenen Albrecht undJohann von Meklenburg zu Reichsfürsten und Herzogenvon Meklenburg und verleiht ihnen ihre Lande alsReichslehen ')■
Bald darauf wurden, um dem Lehenhofe der neuenHerzoge einen höheren Glanz zu verleihen, die VetternOtto und Ulrich von Dewitz vom Kaiser in den Grafen-stand mit dem Titel von Fürstenberg, erhoben. Ottonennt sich 1353 urkundlich: dei et imperial! gratiacomes de Vorstenberghe 8 ).
Die Herzoge Albrecht und Johann von Meklenburgverleihen zu Neu-Brandenburg am 25. Jan. 1349 demGrafen Otto von Fürstenberg die Städte und LandeFürstenberg, Strelitz und Arnsberg zu rechtem Herren-rechte und Grafenrecht, zu einer ewigen Grafschaft ").
Die neuen Grafen verliessen ihr ererbtes Wappenund nahmen einen gerauteten Schild als Grafenwap-pen an.
Siegel III. B. 3. des Grafen Otto von Fürstenbergan einer Urkunde d. J. 1349. Umschrift: f S.Ottoms:Dei Gracia Comitis D. Vorstenberghe™). Der Reiterträgt am linken Arme den gerauteten Schild. Auf demHelm zwei mitPfauenfedern besteckte Hörner. — (No. 346).
Von den Bismarck, einer alten Bürgerfamihe derStadt Stendal, wurde Claus im J. 1345 mit Burgstall,einer der Hauptburgen des Landes, beiehnt. Vossberg
6) Ein interessantes Kriterium zur Bestimmung des-Alters der Züricher Wappenrolle]
7) Meklenburg. Urkundenbuch X. 194 ff.
8) Ebenda S. 242.
9) Ebenda X. S. 241.10) Ebenda X. 231.