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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik, jj. 5.

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am 1250, als Conrad v. Mure seinen Clipearius schrieb,die Quadrirung-als Fahnenbild führten, vielleicht alsZeichen der Geschlechts-Einheit mit dem Grafen vonZollern. In diesem Falle wäre dieses Heroldsbild durchden Burggrafen Friedrich im J. 12G5 nur zum bevor-zugten Wappen erhoben worden. —

Gerlach von Isenburg nahm von seinen Besitzun-gen in der Lahngegend den Namen eines Herrn vonLimburg an In einer Urkunde des J. 1258 erschei-nen nebeneinander als Zeugen: Henricus de Isenburget Gerlacus dominus de Limpurch fratres 1 ). — DieseHerren v. Limburg verliessen das Isenburg'sche Wap-pen und nahmen einen geschachten Balken in dem mitSchindeln bestreuten Schilde zum Wappen an.

Bang-Erhöhungen.

Auf dem Reichstage zu Verona 1245 wurde be-kanntlich der Plan gefasst, aus den HerzogthümeruOesterreich und Steiermark ein Königreich zu bil-den. Dieser Plan war bis zum vollständigen Entwürfeeines Privilegienbriefes spruchreif, indess kam dieseraus nicht ganz klaren Ursachen nicht zur Besiegelung.■Als dann Herzog Friedrich der Streitbare am 15. Juni1246 als Letzter seines glorreichen Stammes gestorbenwar, traten für das Land Oesterreich Zustände ein,welche die Constellation zu Gunsten eines KönigreichesOesterreich gänzlich vernichteten.

In dem erwähnten Entwürfe eines Privilegiums-)heisst es nun:

.......ducatus Austriae et Stiriae cum perti-

iientiis suis et terminis, quos hactenus habuerunt, adnoinen et honorem regium transferentes: te hactenuspraedictorum ducatuum Ducem, de potestatis nostraeplenitudine et magnificentia promovemus in regem, eis-dem libertatibus, immunitatibus et iuribus praedictumregnum tuum praesentis epigrammatis autoritate dotan-*es, quae decent regiam dignitatem."

Der neue König und dessen Nachfolger sollten je-doch die Krone oder Consecration nur aus der Handdes Kaisers entgegennehmen. Das Herzogthum Kärn-then soll einem Oognaten des Königs verliehen werdenlud von dem neuen König zu Lehen gehen.

Jedenfalls war die Sache soweit gediehen, dassHerzog Friedrich die heraldischen Consequenzen derihm zugedachten Erhöhung eintreten lassen konnte, unde f that diess in der Weise, dass er auf seinen Helme ine mit Pfauenfedern geschmückte Krone 8 ) setzte.

Das Siegel der Stadt Krems vom J. 1277 (der Stem-pel ist wahrscheinlich viel älter) enthält bereits diesenHelmschmuck.

No. 344.

1) Günther, cod. dipl. Bheno-Mos. IL 308. — Bern-hardt, juristisch-historische Ausführungen I, 315.

2) Der Kanzler Friedrichs IL, Petrus de Vineis,Welcher bekanntlich in Ungnade fiel, weil er verdäch-tigt war, bei einem Giftmord-Versuch gegen den letztenHohenstaufen - Kaiser betheiligt gewesen zu sein,bat das Privilegium seiner Briefsammlung einverleibt.Es steht in der Baseler Ausgabe Tom. II S. 197 ff.

3) Fürst Hokenlohe war der Meinung, die erstenHerzoge von der Dynastie Habsburg hätten als Söhnedes deutschen Königs (nachweislich seit 1286) gekrönteHelme geführt. (Anzeiger f. Kunde d. deutschen Vor-zeü 18(55 S. 307;.

Diese Deutung des Helmschmucks ist jedoch eine"'rige. Bekanntlich wurde der König von Böhmen imNovember 1276 gezwungen, das Herzogthum Oesterreichdem deutschen König Rudolf zu übergeben. Das Schick-sal Oesterreichs blieb einige Jahre in der Schwebe, erst1281 wurde Prinz Albrecht zum Reichsverwescr er-nannt.

Auch auf den König Ottoker von Böhmen, der siehwährend des grossen Interregnums dos Landes Oester-

Nicht bedeutungslos ist es, wenn der (um 1260dichtende) Fleier dem Garel von Steier, wie wir S. 210gesehen haben, eine Krone als Helmschmuck giebt Dennauch als Herzog der Steiermark dürfte Friedrich derStreitbare die Krone geführt haben.

Dass die Krone der wesentliche Theil desHelmschmuckes Oesterreich ist, ersehen wir auch ausden Beschreibungen, die um 1336 von demselben gege-ben werden. Johannes Victoriensis nennt als Helm-schmuck : galee sue decus, quod pinnam sive zimerainvel glareotam dieunt, in belli« tornetis et hastiludiisutendum contradidit, Coronam scilicet resplenden-tie galee circumJuctam, et e medio pavonicorum specu-lorum relucentium fasciculum exurgentem.

Ferner beisst es zur gleichen Zeit in der Chronikdes Truchsessen Heinrich von Diessenhofen: „insigniagalee sue cum Corona aurea ac pennis pavonum." 4 ).Es ist demnach empfehlenswerth, die Krone imHelmschmuck Oesterreich recht hoch zu zeichnen, ähn-lich wie im Wappen Scharfenberg (vergl. S. 211Nr. 291). -

In Polen wurde, nachdem dort seit mehr als 200Jahren kein König mehr geherrscht hatte, HerzogPrzemyslaw II von Grosspolen am 26. Juli 1295zum König von ganz Polen gekrönt. In seinem Sie-gel IV A. 2. von 1289 führt Przemyslaw, gleich seinemVater einen Löwen Im J. 1290 benutzt er ein Por-traitsiegel III. B. 2. a., hier erscheint im Schilde einAdler. Vor 1295 führt er ein anderes Portraitsiegel III.B. 2 a. in dessen Umschrift er sich noch immer Herzogvon Polen nennt, während er im Schilde einen gekrön-ten Adler führt.

Mit Annahme dieses gekrönten Adlers trat Prze-myslaw als Bewerber um die Königs würde auf.Auf seinem nach der Krönung geschaffenen Ma-jestätssiegel erscheint auf der Rückseite derselbe ge-krönte Adler mit der Umschrift

Reddidit ipse suis victricia signa P 0-

1 onis.In diesem Satz sagt der König, dass er seinenUnterthanen siegreiche Wappen wiedergegeben habe.

reich bemächtigt hatte, kann die Krone nicht bezogenwerden, da derselbe nach Ausweis seiner Siegel denaltböhmischen Helmschmuck zu führen pflegte.

4) In einem späteren Capitel 'dieses Abschnittes wirdNäheres über die Aussagen dieser Autoren gebrachtwerden.