Geschichte der Heraldik. II. 5.
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in der Altmark), welche schon Ende des 12. Jahrh inUrkunden vorkommen, führten in ihrem Schilde einenschräggelegten Bogen. So Gero v. Ammensieben inseinem Siegel an einer Urkunde von 1334 (Rathsarchivzu Stendal).
Ein Zweig des Geschlechts wurde in der GrafschaftEegeustem ansässig; Conrad, Johann und Herbord vonAmmensleben, Vettern werden 1287 als Regenstein'scheVasallen genannt. Diese» Linie führt den Kopf undHalseines Bockes als Schild zeichen (Siegeldes Henning v. A. Ritters v. 1361).
Ein anderer Zweig des Geschlechtes tritt in derAltmark seit Beginn des 14. Jahrh. unter dem Namenv. Vincelberg auf. zuerst Johann v. V. 13061).
Spitzovales Siegel IV. C des Werner von Vincel-berg, Domherrn der Stendaler Kirche an einer Urkundedes Jahres 1341. Umschrift: „S. Werneri D(eV)inselb'che."In der Mitte des Siegels steht ein Pelikan mit Jungenim Nest, darüber ein Helm mit Federkleiuod, darunterder Wappenschild 2 ).
No. 332.
Später führt die Familie das Wappen der regen-steiner von Ammensleben, den Bocksrumpf, auf demHelm.
Die holsteinische Familie von Busche, seit 1300 vonCrummendik genannt, führt in ihrem Schilde ursprüng-lich eine Linde. Den Helmschmuck bilden, wie dasSiegel des Hartwich von Crummendik von 1336 bezeugt,zwei Widderhörner. Eine Linie des Geschlechts nahmden Helmschmuck zum Schildzeichen; so BorchardCrummendik Knape 1365 und dessen Bruder Nicolaus,genannt Meseke 1376 8 ).
Kaiser Carl IV gab 1347 dem Jacob von Timm,einem Salzburgischen Dienstmann, einen weissen Rüden-kopf mit rother Krone im schwarzen Felde im Schiidund auf dem Helm zu führen. — Die v. Thurn behieltenjedoch ihren alten Schild (in Roth ein Schachsparrenyon Schwarz-Silber) und setzten den Rüdenkopf auf denHelm.
In ähnlicher Weise besteht das Wappen des alt-bayerischen Geschlechtes der Traun er aus zwei Wappen-Widern, die auf Schild und Helm vertheilt sind: imSchild führen sie einen silbernen Sturz- und Gegen-sparren in Schwarz; auf dem Helm einen wachsendensilbernen Bock Mit diesem Wappen siegeln noch RudolfTrauner 1454, Gabriel 1514. Dagegen erscheint schonbei Grünenberg ein quadrirtes Wappen der Trauner v.Hochenbuchbach; hier ist das bisher nur durch den Helm
1) G. v. Mülverstedt, die zwischen den Jahren 1600lud 1800 erloschenen Adelsgeschlechter der Altmark(Sep. Abdr.) S. 46 f.
2) Nach einer Zeichnung aus dem Nachlasse von*"• A. Vossberg im Kgl. Geh. Staatsarchiv zu Berlin.
8) Sieael aus den Archiven der Stadt Lübeck Heft 5S- 52.
repräsentirte Wappen auch dem Schilde einverleibt inder Gestalt ein (ganzen) silbernen Bockes in Roth.
Die Rostocker Linie des Fürstenhauses von Meklen-burg führte, wie wir oben 4 ) gesehen haben, den Greifenals Wappenbild. Aber auf dem Wappenhelme führtesie ein Kleinod, welches dem Schilde der MeklenburgerLinie entnommen ist, nämlich die mit Pfauenfedern be-steckten Hörner mit Ohren und Krone. Vergleiche dasHelmsiegel des Herrn Nicolaus von Rostock genanntdas Kind vom Jahre 1309 6 ).
Nachdem Nicolaus das Kind, Herr von Rostock imJahre 1314 als letzter Mann seiner Linie gestorben war,nahm Herr Heinrich von Meklenburg das hinterlasseneGebiet in Besitz. In seinem Secret von 1328 in welchemer sich Herr v. Meklenburg 'und Rostock nennt, führtHeinrich die vollständigen Wappen (Schild und Helm)von Rostock und Meklenburg nebeneinander").
No. 333.
Die späteren Fürsten (Herzoge) Hessen eine Ver-einigung der Wappen in der Form eintreten, dass siedie rostocker Helmzier auf den Schild von Meklenburgsetzten.
Siegel IV C, (Secret) des Herzogs Albrecht II. vonMeklenburg vom Jahre 1343. Umschrift: „S'Alberti.Magnopl. Starg, et Rozsloc Dm." Auf dem Schilde mitdem Stierkopf der en face gestellte Helm mit Helm-mantel, darauf zwei mit Pfauenfedern geschmückteHörner, zwischen denen der Schild mit dem Büffels-kopfe liegend hervorwächst 7 ).
No. 834.
Siegel IV C. des Herzogs Albrecht von Meklenburgan einer Urkunde von 1348. Umschrift: „Set. Albti.Bei. Gra. Üni. Magnopolens." Schild mit Stierkopfgelehnt, darauf der nach vorn gestellte gekr. Helm mit
4) S. 253.
5) «Abgebildet auf S. 211 No. 292.
6) Meklenburg. Urkundenbuch Bd. VII, 562 FürstHohenlohe, sphrag. Aphorismen S. 47 Nr. 139.
7) Meklenb. Urhmdenb. X 638, Nr. 212.