Geschichte der Heraldik. IL 5.
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burgensis Ecclesie Ministerialis, hängt er sein Insigel,dessen Umschrift den Inhaber als Arnold von Plawe
No. 828.
bezeichnet und den Schild der Herren von Aislebenenthält. —
16) Obgleich uns in diesem Werke die ausländischeHeraldik nicht beschäftigt, so will ich doch, dem in derVorrede gemachten Vorbehalte gemäss und um fürspätere Deductionen eine Unterlage zu gewinnen, dieBildung des schwedischen Königswappens im 13. und 14.Jahrh. hier nach den Quellen schildern.
In Schweden ist König Erich Kuutsson (1210—1216), der Enkel Erichs des Heiligen, der erste, welcherin seinem Siegel ein Wappen zur Darstellung bringt.In dem Rücksiegel seines Thronsiegels stehen im Siegel-felde zwei sich zugewendete nach vorn blickende gekrönteLeoparden Umschrift: f Clipeus. Erici. D. G. Begis.Sveorvm.
Sein posthumer Sohn Erich Erichsson kam nach demTode des Johann Swerkersson (der 1222 als Letzterseines Hauses starb und von dem ein Wappen nichtbekannt ist; ein übrig gebliebenes Siegel ist ganz defect)zur Regierung. Erich führt 1224 in seinem Rücksiegeldrei gekrö'riteLeoparden übereinander. Umschrift:t Clipeus. Erici. Dei. Gracia. Begis. Sveorum.
Das Vorbild Dänemarks ist in der Anordnung desWappens unverkennbar.
Erich Erichsson starb 2. Febr. 1250 als Letztervom Geschlechte Erichs des Heiligen. Es wurde hieraufWaldemar der noch im kindlichen Alter stehendeSohn des Birg er Jarl') (in dessen Abwesenheit) zumKönig ausgerufen und 1251 zu Linköping gekrönt.
Das zweiseitige Thronsiegel des Königs Waldemarvon 1252 enthält auf der Rückseite einen Schild mit
1) Ueber das Geschlecht desselben schreibt ErikGustav Geijer in seiner Geschichte Schwedens(I. H9):
„Ein Geschlecht insonderheit gewann hohen Em-fluss, das Folkungergeschlecht, dessen Ahnen ins Hei-denthum reichten und welches allen drei nordischenköniglichen Häusern nahe verwandt, auch seit BirgerErosa, der im J. 1202 starb, in dem Besitze der Jarl-^ürde in Schweden war; denn diese alte fürstlicheWürde war nnn der vornehmste Dienst am Hof unddamit zugleich bei der Regierung des Landes geworden.D er Inhaber desselben heisst Jarl der Schweden, Jarlder Schweden und Gothen, Herzog von Schweden mit«ottes Gnaden' (Dux Sveorum, Dux Sveorum et Gothorum)., Birger Jarl der Jüngere (1248 zu dieser Würde er-hoben) war mit der Schwester des Königs Erich ver-mählt.
drei gekrönten Leoparden übereinander im mit Her-zen bestreuten Felde Er scheint also zunächst dieAbsicht bestanden zu haben, das Wappen der Nach-kommen Erichs des Heiligen als Königswappen beizu-halten.
Birger Jarl, der die Wahl seines Sohnes als eineZurücksetzung empfand, ergriff die Zügel der Regierungmit starker Hand; die Rechte seines Sohnes achtete ernur insoweit^ als er nicht selbst den Königstitel annahm,sondern sich Jarl (Herzog) zu nennen fortfuhr. Wie erseine Stellung auffasste, zeigt die ihm 1255 auf Ver-langen ertheilte päpstliche Erlaubniss, gewisse Theiledes Reichs, welches gesetzlich an ihn als Her-zog der Schweden gekommen sei, nicht blossWaldemar, sondern auch seinen übrigen Söhnen zu hinter-lassen.
Birger führt 1254 wie die Könige ein zweiseitigesjedoch etwas kleineres Siegel; die Vorderseite enthältsein Reiterbild, die Rückseite einen Schild, darin einungekrönter Löwe über drei Schräglinksbalken im mitHerzen bestreuten Felde. Umschrift: j- Clip (evs ByrgeriDei. Gracia. Dvc)is Sweorvm.
Im Jahre 1257 führte er ein anderes Siegel, welchesin der Grösse den königlichen näher kommt, im Bildaber von dem früheren Siegel nicht verschieden ist.
Er starb 12G6 (1. October), und hinterliess seinenjüngeren Söhnen Theile des Reichs. Waldemar trittdie Regierung als König an; der zweite Sohn Magnusbekam Södermannland und den Herzogstitel; die Erb-schaft Erichs wird nicht angegeben; der jüngste SohnBengt wird geistlich (1284 Herzog in Finnland, 1286Bischof von Linköping f 1291).
Herzog Magnus führt 1270 wie sein Vater ein zwei-seitiges Siegel (auf der einen Seite das Reiterbild, aufder andern der Schild). Als sein Bruder, König Walde-mar, einer Sünde wegen nach Rom wallfahrtete, be-mächtigte sich Magnus des Reichs, bereitete dem zurück-gekehrten Waldemar eine Niederlage, Hess sich 1279zu Upsala krönen, während Waldemar nur das Gothen-reich behielt und endlich 1302 im Gefängniss verstarb.
Der entthronte König Waldemar führt in seinemkleinen Secret von 1286 im Siegelfelde zwei Kronenübereinander. Seinem grossen einseitigen Siegel (1289vorkommend) gab er folgende Umschrift: f Sigillv(m~W)aldemari. Fris Begis. Swe (cie). Der Schild enthältdrei ungekrönte Leoparden.
Magnus, der später den Zunamen Ladulas erhielt,führt 1275 ein zweiseitiges Thronsiegel und den Königs-titel. Die Rückseite des Siegels enthält den bisherigenherzoglichen Schild, jedoch ist der Löwe gekrönt unddie drei Kronen, die er dem Wappen seinesBruders genommen hat, erscheinen hier im Siegel-felde, wahrscheinlich als sphragistisches Beizeichen, umdem Bilde des bisherigen herzoglichen Siegels ein indie Augen fallendes Merkmal des König-thumes aufzudrücken Umschrift: t Clipevs. Magni.Dei. Gracia. Begis. Sweorvm.
Das Beizeichen ist übrigens in den späteren Siegelndes Königs Magnus (sicher schon 1276) wieder fortge-lassen.
Das herzogliche Wappen von Schweden ist nun-mehr dasjenige der Königlichen Familie aus dem Folk-ungergeschlechte geworden 2).
5. Capitel.Die Vererbuns des Helnischmucks.
So selbstständig auch das Helmkleinod 3) nach seinem
2) Vergl. die Siegel bei Bror Emil Hildebrand,svenska sigUler fr an medeHiden
3) Dr. H. Grote glaubt (Numismat. Anzeiger 1873