252
Geschichte der Heraldik. II. 5.
So. 318.
res Siegel, mit demselben Bilde. Umschrift: „f Sigil-Ivm . Henrici ■ De . Rnztoch "
Nico laus (f 28. Septbr. 1225) nannte sich Herrvon Gadebuscli und führt einen Stierkopf als Wappen.Sig. IV. A. 2 des Fürsten Nicolaus von Meklenburgvom J. 1219. Umschrift: „fSir/ülvm : Nicolai : Filii:Bvrwini* Bild: ein Stierkopf; um die Stirne ist einReif gelegt
Lisch bezeichnete den Greifen als allgemein wen-disches Sinnbild, den Stierkopf als obotriti-sches, vielleicht germanisches Sinnbild.
Wir betonen lediglich, dass Fürst Nicolaisals jüngerer Sohn, bei der Theilung von ca
1218 ein neues Wappen angenommen hat.Nicht der Stierkopf, sondern der Greif istdas eigentliche S t a in m w a p p e n des m e k 1 e n-burgischen Fürstenhauses.
Schon einige Zeit vor dem Tode Borwins I. undBorwins IL wurde die Regierung des nunmehr wie-der vereinigten Landes von einer Vormund-schaft unter dem Namen der vier minderjährigen SöhneBorwins II: Johann, Nicolaus, Heinrich und Pri-bislav, geführt.
Das schildförmige Vormundschaftsiegel enthält e i-nen Greifen mit der Umschrift: f SigilV . Fra(trum) . Dnor' . MagnopoVn, d. i. sigillum fratrnmdominorum inagnopolensium.
NO. 320.
Dieses Siegel kam .jedoch erst nach demTode Heinrich Borwins I in Gebrauch. EineUrkunde, welche noch zu Lebzeiten Beinrich Borwins IL,nämlich am 15. Febr. 1226 unter dem Namen der dreiälteren Brüder Johann, Nicolaus und Heinrich ausge-fertigt ist, wurde mit dem zweiten Siegel ihresVaters Heinrich Borwin IL [Umschrift: SigillvmHeinrici de Roztoch] besiegelt.
Im J. 1229 scheint eine vorläufige Theilung derartstattgefunden zu haben, dass der älteste und der jüngsteBruder Meklenburg, die beiden mittleren Rostock über-nahmen, da Heinrich und Pribislav noch nicht mündigwaren.
In einer Urkunde vom 29. April 1230 erscheinenals Aussteller: Johannes und Pribezlaus Herren zuMekelnburg.
In einer Urkunde vom 1. Juni 1229: Nicolaus undHeinrich Herren von Rostock. — In den nächsten Jahrenerscheinen die Namen der Brüder immer paarweise inden Urkunden z. B. Johanues et Pribizlaus de Magnopoli,Nicolaus et Heinricus de Rozstoc, fractres et domini.Die Urkunden wurden immer noch mit dem Vormund-schaftssiegel besiegelt und zwar mit einem Abdruckdesselben, wenn die Urkunden von einem, mit zweiAbdrücken (NB. desselben Siegels!) wenn die Ur-kunden von den zwei Brüderpaaren herstammen.
I. Noch eine Urkunde vom 29. April 1231 trägt dasVormundschaftssiegel. Dagegen besiegelt Fürst Johann,der älteste Bruder, am 9. Juli 1231 eine Urkunde mitseinem eigenen grossen Siegel (wie Lisch bemerkt,mochte am Pfingstfeste seine Schwertleite gefeiert wor-den sein). Das Siegel ist rund und enthält im Sie-gelfelde den Stierkopf. Die Umschrift lautet:„■fSigillvm. Domini. Iohanis. MagnopoVe."