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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 5.

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Dux Heran tinus aqnilam clipeo gerit albam

Blaveo, nee in hoc linguam reputo mihi balham.

Der Adler war also weiss in Blau.

Erst der letzte Herzog von Meran Otto IL, der

wie sein Vater auch Pfalzgraf von Burguud war und

der 1248 eines gewaltsamen Todes starb . fügte dem

Schilde einen schreitenden Löwen hinzu, i) Derselbe,in die obere Hälfte des ungeteilten Schildes gesetzt,dürfte die Farbe des Erbwappens (Silber) getragen haben.Wir verfolgen nun die Wappen-Vererbung bei demHause der Grafen von Orlamünde, zu deren Erläuterungfolgende Stammtafel dient:

Sigfried Graf von Orlamünde

f 1206

Gemahlin: Sophia t 1208, Tochter des Königs Waldemar

von Dänemark.

Albert geh. 1183 f 124")Graf von NordalbingienHolstein, Wagrien und

Storniarn. Herr zu Alsen

Herrmann IL Graf zu Orlamünde

Herr zu Weimar

f 27. Dec. 1248

Gemahlin Beatrix, Tochter des

Herzogs Otto I. von Meran.

Hermann III. f 1283

Otto f 1285Erbe der HerrschaftPlassenberg.

Von den Söhnen Sigfried's führt Graf Albertzwei Leoparden in dem mit Herzen bestreutenSchilde (Siegel an einer Urkunde von ca 1203, und einanderes Siegel von 1224 dessen Bild oben S. 192 Nr. 227Bereits abgebildet ist). Ohne Zweifel ist dieses Wappendas verminderte dänische.

Der in die thüringischen Besitzungen nachfolgendejüngere Sohn Graf Hermann II. führte einen Löwen imSchilde. Leider besitzen wir keine gleichzeitig Be-schreibung des Wappens der Grafen von Orlamünde.Wir wissen jedoch aus dem Wappenbnche des Con-rad Grünenberg, 2 ) zu dessen Zeit das Geschlecht nochnicht ausgestorben war, dass der Löwe silbern inBlau zu tingiren ist.

Der Orlamünd ische Löwe ist demnachderselbe, den wie oben erwähnt Herzog Otto ILvon Meran, Schwager des Grafen Hermann, seinemErbwappen hinzufügte.

Von den Söhnen Hermanns II. wurde Otto der Haupt-erbe der Meranischen Besitungen, wesshalb er auch dasWappen der Herzöge von Meran (Löwen und Adler unter-einander) annahm. (Reitersiegel). Sein Bruder, Graf Her-mann III. behielt dagegen den Löwen von Orlamünde. 3 )

9) Von dem letzten Wendenkönig Pribislav (f 30. De-cember 1178) ist weder Urkunde noch Siegel erhaltengeblieben. Sein alleiniger Erbe war Heinrich Borwin I.(f 28. Januar 1227) welcher eiuen Greifen im Siegelführt. *)

Siegel IV. A. 1 v. 1219. Umschrift: ,.f Sigillvm :Burwini : Magni : Polcnsis.

Siehe Fig. 317

Heinrich Borwin I. überlässt 1218 seinen SöhnenHeinrich Borwin II. und Nicolaus Theile seines .Reichesz ur Regierung.

Heinrich Borwin II (f 4. Juni 1226) nanntesich Herr von Rostock oder Werle und führte ebenfallsden Greifen.

So. 317.

1) Mir liegen die Abgüsse zweier Siegel diesesHerzogs vor; dieselben hängen an Urkunden vom29. Juni 1247 und 15. Juni 1248: letztere Urkunde istvier Tage vor seinem Ende ausgestellt.

2) Taf. 78 b. (Srauff dou ©riamunb, ebenso Taf. 17 b.b « JJidjs fl« willcr,

3) C. Chi. Freih. v. Reitzenstein, Regesten der Gra-fen v. Orlamünde. Bayreuth 1869.

Siegel IV. A. 2 des Fürsten Heinrich Borwin vonRostock an einer Urkunde von 1219. Umschrift:fSigillvm . Heinrici . Ivvenis . in . R'istoc. u

Siehe Fig. 318.

Im J. 1222 führte er ein anderes, erheblich kleiue-

4) Oliige Darlegung gründet sich in den thatsäch-lichen Anführungen auf die ganz vorzüglichen Abhand-lungen des Archivars Lisch :Ueber die meklenburgi-sche Hauptlandestheilung vom .1, 1229- 1 unddie Siegelder Fürsten von Parchiin-Richenbei'g" in den Meklen-burgischen Jahrbüchern X. Jahrg (1845) S. 1 ff. Inmanchen Beziehungen z. B. in Beziehung auf das Ver-hältniss zwischen Prihislaus von Richenberg und Richardvon Friesack bin ich zu andern Resultaten gelangt, alsLisch.

Die Siegelholzschnitte verdanke ich dem meklen-burgischen Alterthums-Verein.