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Geschichte der Heraldik. II. 5.
hard L, welche der Stammvater der Linie von Stimmwurde.
Johann I. von Limburg führt in seinem rundenSiegel von 1274 einen Schild mit der Rose, in demgleichzeitigen Secretsiegel dagegen einen ge-krönten Löwen (im Siegelfelde).
Eberhard I. von Limburg (der Bruder des Vorigen)hat 1286 ein rundes Siegel mit dem Rosenschild und1296 ein ähnliches Secretsiegel wie sein Bruder, dage-gen 1303 ein anderes Hauptsiegel mit einem ge-krönten zweigeschwänzten Löwen.
Johann I. Sohn: Dietrich II führt 1312 im Haupt-und Rücksiegel den Löwenschild; ebenso 1321 rcsp.1354 sein Sohn Dietrich III. Eine lehrreiche Ergänz-ung bietet das kleine Helmsiegel Dietrichs III. vomJ. 1338: hier erscheint die Rose, mit einem Pfauenfe-derbusch besteckt.
I. b. Des Grafen Eberhard I. zweiter Sohn Fried-rich I. v. Altena, (f 1198) von dem ein Siegel nichtbekannt ist, zeugte den Grafen Adolf I. der sich Grafv. Altena, später Graf von der Mark nannte, AdolfsReitersiegel von 1213 zeigt den Schild von der verkehr-ten Seite. Ein anderes Reitersiegel an einer Urkundevon 1226 lässt den Schachbalken erkennen, aus dem einLöwe wächst.
Adolfs Sohn Engelbert I. Graf von der Mark führt1251 denselben Schild (Schachbalken mit wachsendemLöwen) dagegen in seinem Siegel von 1254 einen Schildnur mit dem Schach balken. Das gleichzeitigeSecretsiegel zeigt eine vielblätterige Rose.Im J. 1270 führt er im Hauptsiegel einen Schild mitdem Balken, im Rücksiegel den alten Schild (Schach-balken mit wachsendem Löwen).
Engelberts I. Bruder Otto Graf von Altena führt1251 im Hauptsiegel den alten Schild (Schachbalken mitwachsendem Löwen) im RUcksiegel einen Schild der le-diglich einen ganzen Löwen enthält, i)
Wir sehen hier das Wappen der Grafen von derMark in seine Einheiten aufgelöst: es besteht aus einemWappenthier: dem Löwen und einem Heroldsbild: demScbachbalken. Der Löwe ist roth, der Schachbalkenroth-silbern in Gold. Weil der Löwe anfangs des13. Jahrhunderts mit dem Heroldsbilde vereinigt wurde,ist er um das zu ihm eigentlich gehörende Feld ge-kommen
In den vorstehenden Daten tritt aber noch eine an-dere Thatsache mit auffallender Bestimmtheit hervor.
Bald nach Mitte des 13. Jahrh nehmen die Grafenvon (Isenberg-)Limburg in ihren beiden Linien erstneben der Rose, dann ausschliesslich den Lö-wen als Wappen an, während bei den Grafen von derMark vorübergehend die Rose als Wappen auf-taucht. 2)
Diese Erscheinung kann nicht zufällig sein, son-dern muss auf einer Vereinbarung der Familie beruhen.
Aus dem Wappen der noch heute fortblühendenGrafen von Limburg-Styrum lernen wir nun die Farbedes Löwenschildes kennen: der Löwe steht im weissenFelde.
Dass auch Graf Adolf VL von Berg an dem Ueber-einkommen der Familie theilgenommen hat, ersehen wiraus dem Folgenden
IL Von dem Grafen Engelbert I. von Berg (f 1189)ist, wie oben erwähnt, ein Siegel nicht vorhanden. Derselbehatte zwei Söhne, den Erzbischof Engelbert den Heiligen
1) Das sphragistische Material vergl. WestfälischeSiegel des Mittelalters I.
2) Eine frappante'Aehnlichkeit hiemit hat eine Be-stimmung des Familien-Vertrages der v. Hadstatt betr.die Führung des Familienwappens.
von Cöln, welcher 1225 von seinem Vetter Friedrich ILGrafen von Isenberg ermordet wurde. Sein BruderAdolf V. Graf v. Berg führt 1210 „zwei nach oben wienach unten gezinnte Querbalken" im Schilde. GrafAdolf f 1218 mit Hinterlassung einer Tochter Irmgard,die im .1. 1217 den Herzog Heinrich von Limburg(an der Maas) geheirathet hatte. Das Reitersiegel desLetzteren vom J. 1244 mit der Umschrift: f Henric.Dux de Lemborg et Comes de Monte zeigt den Herzogohne Schild, jedoch mit einer Rose als H e 1 ni-schmuck. Das gleichzeitige Rücksiegel enthält denbergischen Schild mit der Zeichnung von 5 balkenweisegezogenen Zinnenschnitten. 3 )
Von den Söhnen des Herzogs Heinrich folgtenAdolf (VI.) als Graf von Berg, während der liier nichtweiter in Betracht kommende Walram (IV.) Herzog vonLimburg wurde.
Adolf VI (f 1259) und sein gleichnamiger Sohnführen jedoch nicht das Heroldsbild, welches wir obenals Wappen der Grafschaft Berg kennen gelernt haben,sondern einen Löwen mit Turnierkragen im Schilde.Der Turnierkragen fällt bei den späteren Grafen vonBerg fort, — das Wappen ist ein rother Löwe, blauge-krönt in Silber.
Herzog Heinrich von Limburg hat also nicht denLöwen von Limburg (welcher blau in Gold ist) nachBerg gebracht. Vielmehr tiägt der Berg'sche Löwen-schild dieselben Tincturen, wie der Löwe der Grafenvon Limburg aus dem Hause Altena. —
„In der ersten Hälfte des 12. Jahrh. lernen wir')einen gewissen Anno in dem Amte eines Braunschwei-gischen Cubicularius (Camerarius) kennen. Er war derVater von mindestens vier Söhnen, von denen, gewissein sehr merkwürdiger . . . Fall ein Jeder einem dervier grossen Hofämter vorstand, und zwar der ältesteAnno als Camerarius, der zweite Jordan als Dapifer,der dritte Jusarius als Pincerna, der vierte Heinrichals Marschalcus."
Hei zwei Hauptlinien dieses Geschlechtes finden wirje ein besonderes Wappenthier und ein besonderes He-roldsbild.
1. Hirsch und Zickzackbalken
2. Löwe und ein in Form einer eckigen Klammerausgeschnittenes Pelzwerk.
„Die Siegel zweier Brüder, das des Balduin mit derUmschrift: „Sigillvm Baldevini de Blankenborch" vomJ. 1234 und das des Jordan mit der Umschrift „SigillvmJordani Dapiferi Ducis Saxonie" vom J. 1235 sind dieältesten bis jetzt bekannt gewordenen des GeschlechtsSie zeigen uns die auf- und absteigenden Spitzen . . .
. . . Dass die späterhin unter dem Namen von Her-tesberch vorkommenden Personen wirkliche Blankenburgesind, dies wird dadurch ausser Zweifel gestellt, dassBalduinus de Hertesberch J231 ausdrücklich ein Bruderdes Jordanus Dapifer genannt wird und somit nur die-selbe Person sein kann, die vorher als Balduin vonBlankenburg vorgekommen ist
Ein Zweig dieser Blankenburgiscben Herzberge hatsich nach Lüneburg übersiedelt, wo wir zum erstenmaleThiederich v. Hertesberghe 1289 vorfinden . . . Ihrdort an mehreren Denkmälern noch sichtbares Wappenzeigt einen aufspringenden Hirsch, dessen Turnierdeckejedoch, eingedenk der Blankenburgischen Abstammungmit dem gezackten Querbalken zweimal versehen ist."
Schon 1258 siegelt Anno Truchsess des Herzogsvon Braunschweig (wie er sich in der Umschrift nennt)mit dem (auf S. 141 Nr. 115 mitgetheilten) schildför-
3) v. Ledebur, Adelsarchiv I. S. 234 ff.
4) wie L. von Ledebur im III. Bande der Märki-schen Forschungen S. 305 ff. schreibt.