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Geschichte der Heraldik. II. 5.
Die Grafeu von Montfort: rothe Kirchenfahnein Silber.
Die Grafen v. Werde nberg zu Werdenberg undHeiligenberg: schwarze Kirchenfahne in Silber.
Die Grafen v. Werdenberg zu Sargans (Vadutz,Albeck, Trochtelfingen): silberne Kirchenfahne inSchwarz. —
Heinrich I. Graf von Arnsberg führt von 1154—1185ein rundes Siegel, welches einen Adler enthält.
Dieses Wappenthier führen seine Söhne:
1) Heinrich II. Graf von Arnsberg, der Stammvaterder Grafen von Ritberg (Siegel von 1203).
2) Gottfried II. der Stammvater der Grafen vonArnsberg (Siegel von 1203, 1212, 1217),
jedoch in geschiedener Farbe, denn der ArnsbergerAdler ist als silbern in Blau überliefert, während derRitberger Adler golden in Roth tingirt ist. i) —
Heinrich I. Graf von Dietz (1139—1174) und Sayn
(1145-1189) ist der Stammvater der Grafen von Dietzund der Grafen von Weilnau. Die Grafen von Dietz(erloschen 1388) führten in Roth zwei goldene Leo-parden, die Grafen von Weilnau (erloschen 1476): inGold zwei r o t li e Leoparden. (Farbenverkehrung).
Die Grafen von Sayn, deren älteres Haus von Eber-hard I. (1139 — 1176; Bruder des obengenannten GrafenHeinrich I. von Dietz abstammt, führten in Rotheinen zweigeschwänzten goldenen Löwen (Figurenver-kehrung). —
Im Hause der Grafen von Schwalenberg mit seinenAbzweigungen sind vier verschiedene Wappen nachweis-bar, deren Vererbungs-Geschichte von besonderem Inte-resse ist, weil die Veränderungen des Wappens ver-schiedenen Epochen angehören. Zur besseren Ueber-sicht lasse ich hier eine Stammtafel folgen, die nur denZweck hat, die Linien-Abzweigung zur Anschauungzu bringen.
Widekind III
Graf von Schwalenberg, Vogt von Paderborn.
f 11. Juni 1137.
Volkwin ILt 1178
Widekind I. Graf von Pyrmont
f nach 1185
Seine Descendenz erlosch.
Widekind V. Graf von Waldeckt 1189
Heinrich II. Graf von Schwalenbergt 1214
Volkwin IV. Graf von Schwalenberg
seit 1223
t ca. 1250
Adolf I. Graf von Waldeck
t 1270
Stammvater der Grafen u. Fürsten von
Waldeck.
Heinrich I. Cfraf von Sternberg
t ca. 1280
Seine Nachkommenschaft
erlosch 1418.
Widekind VI. Adolf I. Albrecht
t 1264 f «ach 1300 t nach 1315
Grafen von Schwalenbergerloschen 1362.
Die Abtheilung der Linie Pyrmont erfolgte vorder Einführung der Wappen-Erblichkeit. Es ist dahernicht eine auffallende (wie L. v. Lcdebur meint) son-dern eine selbstverständliche Erscheinung, dass dieGrafen von Pyrmont ein Wappen führen, welches inFarbe und Bild von dem Wappen ihrer Stainmgeuossengeschieden ist, nämlich ein rothes Ankerkreuz in Silber.
Was nun die übrigen Zweige des Geschlechtes be-trifft, so spricht die aus obiger Stammtafel sich erge-bende Wahrscheinlichkeit dafür, dass das Wappen derGrafen von Sternberg das altschwalenb erger re-präsentirt: ein achtstrahliger r o t h e r Stern in Gold.
Die Grafen von W a 1 d e c k (Linie des GrafenAdolfl) veränderten die Farbe des Sternes inSc hwarz.
Die neuschwalenberger Linien führten den ererbtenSchild in der Form eines Wi derwappens, nämlicheinen goldenen Stern in Roth. Dazu kam als re-
dender Zusatz eine Schwalbe. Der in obiger Stamm-tafel vorkommende Graf Adolf I. von (Neu-) Schwalen-berg (1246 — 1300) führt neben der obersten Zinke desSternes rechts und links je eine zugewendete Schwalbe.2)
Dagegen führte der letzte Graf von Schwalenberg,Heinrich, in seinem Siegel von 1350 lediglich den Sternohne Schwalbe. — . ,.
Die Frage, in welcher Art von Verwandtschalt dieWappen von Württemberg, Veringen und Neuenbürgzu einander stehen, gab Anlass zu einer Prüfung derStammtafel des Grafenhauses von Veringen. Es ergabensich erhebliche Bedenken gegen die bisherigen Aut-stellungen Das Resultat meiner Forschung gehe ichin nachfolgender Tafel.
1) Westfälische Siegel des Mittelalters I, 2. S. 6.
2) In den späteren Darstellungen des Wappenswird der Schwalbe in Bezug auf das Grössenverhaltnissein zu grosser Vorzug vor dem Sterne gegeben.