Geschichte der Heraldik. IL 5.
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Silber). Es wäre nicht unmöglich, dass im IngolstadterWappen die ursprüngliche Tinctur des Ortenburg-Kärnth-nischen Pantiers erhalten geblieben ist.
Gleichzeitig mit den Herzogen von Kärnthen hat-ten die Markgrafen der Steiermark das Pantier alsWappenthier angenommen. Der Markgraf, seit 1180Herzog Ottokar der Steiermark, führt in einer Reihew ohl erhaltener Reitersiegel deutlich das Pantier imSchilde. Mir liegt der Abgussi) eines Siegels vom J.U82 vor, welches mit der Umschrift: f Ot . . . r. Bei.Gra. Bvx- Styr(i)e versehen ist.
Herzog Ottokar starb am 8/9. Mai 1192, nachdemer 1186 den Herzog Leopold von Oesterreich zu seinemErben eingesetzt hatte.
Die Babenberger Herzoge von Oesterreich führtenals Herzoge der Steiermark besondere Siegel, in denens io sich des Pantierwappens bedienten.
Die Farben in denen das steiermärkische WappenJedenfalls seit dem Anfange des 14. Jahrhunderts ge-fühlt wird, sind aller Wahrscheinlichkeit nach nichtdie ursprünglichen.
Schon oben (S. 128) ist nachgewiesen, dass von demFleier (im Garel) ein schwarzes Pantier in Silber alsWappen der Steiermark bezeichnet wird. Er sagt zwardann auch:
sin schilt ist pla, den er truchdar ouf ein weizez pantela »er hi er ist Blau die natürliche Farbe der Fischhaut,«der der Haut des Meerungethümes, mit welcher derSchild überzogen ist:
daz bar von der Mute scheinvil bläwer danne läzür gar.«leichzeitig heisst es von der Fahne, bei welcher die-Fischhaut nicht zur Verwendung gelangt ist:ir weit den degen vindenso wartet eines vanen weit,daz ist ein plancher sameit,dar inne von zobel ein pantel.da vindet ir den degen snel.
Obwuhl nun die Wappen Steiermark und KärnthenJedenfalls durch die Farben geschieden waren, fühltes 'ch doch Herzog Friedrich der Streitbare von Oester-reich durch diese Wappengenessonschaft mit dem un-mittelbaren Gebiets-Nachbarn belästigt, Als einst Her-zog Ulrich von Kärnthen in seine Gefangenschaft ge-«ithen war, zwang er denselben, das Wappen mit dempantier abzuthun, erlaubte ihm dagegen den halben?°hild Oesterreich, das heisst den silbernen Balkenj n Roth in der Hälfte des Schildes zu führen. Die drei^eoparden, welche Herzog Ulrich hinzufügte, sollen demWappen eines Geschlechtes entnommen sein, von deme 'n Vater mütterlicher Seits abstammte.
Ulrichs Grossvater Herzog Hermann I. von Kärn-ten, war vermählt mit Agnes, Tochter des Herzogs"einrieb II. Jasomirgott, Schwester des Herzogs Leo-pold V. von Oesterreich und des Herrn Heinrich von*«(1 ing. Die sich hieraus ergebenden Folgerungenwer den im Cap. 4 dieses Abschnittes benutzt werden.
Abt Johannes von Victring^), welcher uns den er-
1) welchen ich der Güte des Herrn Landesarchivars
• Zahn in Graz verdanke.
. . «) Seine Erzählung lautet: Heinrico subdueto Pri-•jeneus strenue gubernavit terras, preeipua corporiseie gantia preditus et fortitudine contra Bohemos Mo-^avos Bavaros sepe pugnans prevaluit, Ulricum ducemf-armthiae captivavit. Qui dum, sicut ab antiquo adeum devenerat, panthere figura in signis milita-p ? Us uteretur, couformis in hoc prineipatui Stynensi,'»dericus dnx Australis hoc ferre non Valens, clyppeiet armorum Australium dimidiacione sihi m-
wälmten Vorfall verbürgt, hat eine Jahreszahl nichtangegeben. Indess ist der neue Schild durch Siegelvon 1238 und 1248 nachgewiesen.
Den Schild des Herzogs Ulrich von Kärnthen be-schreibt Johann Enenkel (t 1250)
er fürt auch einen fchilt
der frum und der milt
erhaben von roten golt
gemachet als er wolt
darinnen drei leben swebten
recht sam si lebten
die warn schwarz zobel var
an der halb nam ich des fchildes war
der waz do rot als ein plut
ein stuk da mitten durch wut
der waz gewar ich mit guetem fleizz
von gestain vnd von perlein weizz
weiss als ein hermleiu
ein sne chunt nicht weizzer gesein.Nach dem Tode des Herzogs Friedrich von Oester-reich hat übrigens Herzog Ulrich von Kärnthen denPantierschild wieder aufgenommen. Er führt ihn z. B.in seinem Reitersiegel vom J. 1269 3 ). —
Von den ältesten im Morgenlande wirkenden Ritter-orden führten die Templer ein rothes Kreuz in Weiss,die Johanniter ein silbernes Kreuz in Roth, dieGrundfarbe der Ordensmäntel war daher in der bestenWeise unterschieden '). Im J. 1191 kam dazu derDeutsche Orden, welcher ein schwarzes Kreuz inWeiss annahm.
Wegen der weissen Ordensmäntel 6 ; entstand spä-
dulta, priori abolita eum dimisit. Cui ex origine stir-pis, ut dicitur, de qua pater suus ex materno sanguineprocesserat, texuit reliquain partem, scilicet trium leo-niculorum, et sie clyppeum et armoruni suorum effigiemintegravit".
Johannes kommt zuerst 1314 als Abt von Victringvor; er starb zwischen 1343 und 1348. Sein Geschichts-werk ist dem Herzog Albrecht von Oesterreich, Steyerund Kärnthen gewidmet. Vergl J. F. Böhmer, fontesrerum germanicarum I (Stuttgart 1843).
3) Der Pranckher Helm aus Stift Seckau. Graz1878. 4. Taf. 3. No. 2.
4) In einer um 1200 verfassten Beschreibung desHeil. Landes heisst es.
Templarii peroptimi milites sunt, clamides albascum cruce rubea defferentes, vexillum bicoloremqui baizaus dicitur, cum ad bellum procedunt antese defferunt, et sine clamore vadunt.Hospitalarii albam crucem portant in clamidemilites boni, cum ipsa sua militia pauperum et in-flrmoruni curam gerentes.Die Fahne der Templer ist genauer geschrieben beiJacob, de Vitr. 65: vexillum bipartitum ex albo etnigro, quod noininant Bauceant, praevium habentes, eoquod Christi amicis candidi sunt et benigni, nigri au-tem et terribiles inimicis". Oesterr. Vierteljahrsschriftf. kathol. Theologie V. Jahrg S. 264.
b) Grote (Gesch. d. preuss. Wappens S. 12) sagt:„Sogar ob der (deutsche) Orden von seiner Stiftung1191 an das schwarze Kreuz getragen habe, könntezweifelhaft gemacht werden. Voigt nimmt das für aus-gemacht. Es beschwerten sich aber mehrfach die Tem-pelherren über den neuen Orden, der angeblich dieihnen zukommenden Abzeichen trage; in den päpstlichenBullen ist hierbei nur von einem weissen Manteldie Rede; ein schwarzes Kreuz auf demselben wurdedem neuen Orden von dem der Tempelherrn, der einrothes trug, doch hinlänglich unterschieden haben. Erstin der Bulle von 1221 wird zum ersten Male das