228
Geschichte der Heraldik. IL 5.
No. 305.
der Stammhalter der Ziegeuhainer und Begründer einerneuen Linie von Nidda wurde.
Wo.P'fi-^' 11 ' 6 ? von Ziegenhain und Nidda führten imWesentlichen dasselbe Heroldsbild, einen schwarz-goldenqi ergetheilten Schild, mit einem, beziehungsweise zweisilbernen Sternen im oberen Felde. Das runde Siegelaes traten Gottfried von Ziegenhain von ca. 1240 ent-halt einen Schild mit dem Ziegenadler ohne Brustschild,aer erst spater, wahrscheinlich in Nachahmung des vondem brafen von Reichenbach gegebenen Vorbildes auf-f« ill a" 1 "^ Ein dera rt>ges Siegel ist bereits oben(S. 185 ISo. 214) mitgetheilt. -
Rudolfus nobilis dictus de Hewen hängt an eineUrkunde vom J. 1207 (im Archive Allerheiligen zuöcnatthausen) sein rundes Siegel „welches einen drei-eckigen Schild enthält, in welchem drei belaubteo^>?-\ ge ' ie beiden oberen mit vier, der unterste mita .Blattern quer überlaufen." i).
... Dl . e Herren von Hewen führten später ein Herolds-mia, einen schwarz-gelb quergetheilten Schild, dem durch.Heiiugung eines weissen Sternes in der oberen Hälftedes Schildes Individualität gegeben ist. —
Das Wappen des Geschlechtes Isenburg war ur-sprünglich unzweifelhaft ein Adler.
Des Herrn Gerlach v. Isenburg gleichnamiger Sohnnannte sich seit dem Ende des 12. Jahrh. einen Herrnvon Covern behielt jedoch seine Rechte an das Stamin-schloss Isenburg und anderes Erbgut bei. Eine Urkundevon 1189 nennt ihn dominus Gerlacus Kobrunensis. Ineiner Urkunde von 1207 erscheint er als dominus Gerlacus
a e "i e mit seiuen Löhnen Gerlach und Heinrich.
An derselben Urkunde hängt das älteste Isen-burg sehe Siegel mit der Umschrift: f Sigill. Gerlaci .deIsenburgh. Im Siegelfelde sehen wir einenAdler.
Des jüngeren Gerlach Sohn Heinrich urkuiidet 1235als Henricus de Coverna nobilis vir und führt ein rundesSiegel mit der Umschrift: f Sigillvm . Heinrici De .Adle^' enthält im Sie g elfel( le einen fusslosen
Dass dieser Adler von einer älteren Dvnastie vonCovern ererbt sei, ist desswegen nicht anzunehmen,weil eine solche gar nicht nachweisbar ist. Der 1129unter den Ministerien der Kirche von Trier vorkommendeLudovicus de Couerna hat sicherlich nicht, wie der
60 Jahre später erscheinende Gerlach, Herrenrechteausgeübt.
Heinrich von Isenburg hatte durch seine GemahlinMechtild eine geb. Gräfin von Hochstaden Ansprüchean die Grafschaft Are-Hochstaden, auf die er gegen500 Mark zu Gunsten des Erzbischofs von Trier 1246verzichtete. Er erbaute mitten in seinen Besitzun-gen unweit Honningen am .Rhein die Burg Arenfels.Sein Sohn Gerlach stiftete die Linie Isenburg-Arenfels.Derselbe wird in einer Urkunde von 1276, die er be-siegelt, nobilis vir dominus Gerlacus de Arinwelz ge-nannt. Die Ahrenfelser Linie führte (wie Güntherdemerktl „ein eigenes, dem Are-Hochstadischen (einAdler) fast gleiches Siegel." So führt z. B. Dietrichvon Arinfels 1324 in seinem Siegel mit der Umschrift:f S. Theoderici . Domini . De . Isenhvrch im Siegel-felde einen Adler. Es ist diess der angestammte Isen-burg'sche Adler. 3 )
Der Adler wurde bei den meisten Linien diesesweitverzweigten Hauses durch ein Heroldsbild, zweiQuerbalken verdrängt. Zuerst begegnen wir demsel-ben im Reitersiegel des Heinrich von Isenburg vomJ. 1213. -
Lothar Graf von Wied, der letzte seines Geschlech-tes führt 1218 ein Siegel von normannischer SchildformUmschrift: f Sigil . . . . Co ... Wide ... Der Schildist fünfmal sehr ägge t he ilt.
Dagegen enthält sein Reitersiegel von 1229 imSchilde einen Pfau. 4 ) -
Das Wappen der Burggrafen von Leisnig war einLöwe" .
Schildförmiges Siegel IV A 1. des BurggrafenGerhard v. Leisnig an einer Urkunde von 1213.
No. 306.
GeJh sLlif! *jt Fich l er < Q» ellen ""<* Forschungen zur(fesch. Schwabens und der Ostschweiz. S. 72
<? JKV 1 er ' C( $ ex di P l Rheno - Mosell. Bd. II.&■ 13. 25. u. a. a. 0. Frh. v. Ledebur, Archiv I. 365.
Von den Söhnen dieses Burggrafen führte Sifried(1217 f 1284) im J. 1228 das auf S. 173 No. 177 mit-getheilte Siegel, welches einen Schrägbalken in demmit Schindeln bestreuten Felde enthält. Es ist diessein ku ns tm äs siges Heroldsbild, das sicherlich erstBurggraf Sifried angenommen hat.
Ein anderer Sohn des Burggrafen Gerhard, NamensAlbert hatte zwei gleichnamige Söhne: Albert von See-
3) Günther, cod. dipl. Rheno-Mos. IL 14.
4) Günther, cod. dipl. Rheno - Mosell. IL Taf. 2.No. 12.
5) Der alte Siebmacher schiebt dem echten Löwenvon Leisnig irrthümlich den thüringischen unter.
6) Cliche aus v. Schönberg, Geschickte des Geschlechtsv. Schönberg. Bd. IL Wappentafel IV.