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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. IL 4.

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ainn schilt getailt in stakh des pesser tail vondyemanden vnnd der annder tail von toppa-sion ist, habend in im ein volkomen adler mitausgepraitei; flügen desgleichs von dyamanten vndtoppasion gehalbirt, darauff ainn hellm mit seinerhelmdeck gekrönt von dem höchsten metallgetzirt mit ainem geregclierten rorpusch mit seinengetzeitigten fruchten als die mit varben in mittedises brieffs ausgestrichen sind.Das erste (obere oder vordere) Feld wird in demWappenbriefe für Hans von Rohrbach 1463 das pessertail genannt.

Aehnlich heisst es in dem Wappenbriefe des K.Friedrich III. d. d. Neustadt 24. Januar 1458 für dieBürger von Mödling:

Mit namen ain schilt gleich getailt in fasse, desober vnd maister tail von Kubin auch mit ainerfasse von berlein, der vnder thail von grund desschilts von schmaragden, darinne ein pantel vonsilber in rampannt.

Das hesser Theü wird der betreifende Theil desSchildes auch dann genannt, wenn er nicht durch eineLinie abgegrenzt ist.

Wappenbrief des Kaisers Friedrich III. d. d. 5. März1477 für die Stadt Gurkfeld:

mit namen ain Schildte von Lasur, in des Grundeain grüns gebürge steend in Pesser n thail ainFigur der Bildnus Sant Johanns des HeiligenEvangelisten, in Rott beclaidet habende in seinerhand ain gülden Kelch daraus entspringende FigurDreyer Schlangen und in dem andern thaile desSchildes ain Figur einer Statt mit Türmen, weissengemäuer und Rotten Dache ').Die meisten Kunstausdrücke beziehen sich auf diesogenannte Bewehrung der Wappenthiere. Hier lassenuns die bisher gewonnenen Erfahrungen zum Theil imStich. Geringere Schwierigkeiten bietet die nachfol-gende Beschreibung des Wappens der Totzenbecken ineinem österreichischen Wappenbriefe von 1394 fürWeickardt v. Pohlheim:

der schild von gelb, darin ein fliegender adler ge-tlieilt von gold und lasur und gocrönt von goldund lasur, geklärt von ihme selber zu beiden Seitenauch von Gold vnd von lasur geschwebelt von ihmeselber und geciönt von Gold, und ain heim darauffein fliegender adler auch geteilt von gold und vonlasur geklet von ihme selber von gold und lasurgeschwebelt und auch gecrönt von gold getheiltnach der lange des adlers.

Die Farbe des Schildes ist nicht von Gold sondernvon Roth; der Adler ist der Länge nach von Gold undBlau getheilt, ebenso die Krone des Adlers. Geklärtvon ihm selber heisst: die Klauen des Adlers sindtingirt, wie die entsprechende Hälfte des Adlers. Ge-schwebelt ist ein alter Lesefehler für g e s c h n ä b e 11.Das Wappen des weil. Reimbrecht vom Thurm zuBozen, 1393 den Vintlern verliehen, wird in dem betr.Wappenbriefe beschrieben:

1) Mittheilungen der k. k. Centralcommission f. Er-fahrung u. Erhaltung der Baudenkmate Bd. V (1860)S. 328

ein Schild von Gold und darinnen drey schwartzePerntatzen ohn Zeckel im Ph . . . . gestratzet, itemauff dem Helm zwey Perntatzen mit Zeckel gekröntvon Gold, gerocket auff . . .

So die Lesart nach Spener. Unverständlich ist derAusdruck ohn Zeckel und mit Zeckel, vielleicht soll esstatt Zeckel Zägel (Schwänzei heissen. Die Tatzenliegen im Schilde quer, daher wird zu ergänzen und zuberichtigen sein: in Pellung gestracke t. Auf demHelm sind die Tatzen- emporgereckt, statt gerocketwird daher gerecket oder geracket zu lesen sein

In einem österreichischen Wappenbriefe von 1417für Simon den Schwaben wird das Wappen beschrieben:ainen Schild von Silber, mit einem Haidenkopf undliget in schildung, sichtig in pellung, mit einempart von zobel, und mit einer Chappen von zobel,geczindelt vnder angesicht, mit zoten an der prust,mit ainem parten von aribey, auf dem hawbt auchmit ainem parten von aribey, gestricht in pindung,mit einem heim von Silber mit einer kofertewrvon zobel, mit einem haidenhaupt verwappent ausdem schilt.

Der Heidenkopf ist sichtig in pellung, sollwohl heissen blickend in Pellung, ins Profil gestellt.Die schwarze Kappe ist unter dem Kinn fest gebunden,mit herabfallenden Bändern. Auf der Brust und demKopf ein Parten (?) von Arabei, d. i. von (arabischem)Gold.

Echte heroldsmässige Wappenbesehreibungen inWappenbriefen des Kaisers Friedrich III. sind nochdie folgenden, die ohne Commentar verständlich sind:

Wappenbrief d. d. Neustadt 18. Decbr. 1452 fürden Persevanten Kaspar Henntinger (das Wappen wardurch den Abgang des Anton von Waltershausen lediggeworden):

Einen Schilde von Berlin (Perlen) darinne einen wider-sichtigen klymunden lewben mitvffgeworffen swanczevon rubin vnd stet in belland geklewet georet ge-zunget geouget vnd gekronet von gold vnd einhelme mit einer crone von topasme, sitzend dorinneein widersichtiger lew mit einem vffgeworffenswancze von rubyn gekleuwet, gezunget, geouget,georet vnd gekronet von golde."Wappenbrief d. d Neustadt 19. Decbr. 1452 fürJöbst Piermoat von Isenach :

Einen schilde von silber mit einem klymendensteynbock von zobel in belland von keel geczunget,vnd geeyget vnd einen heim gecziert mit einerhelmdecke von silber vnd zobel vertzümert mitdem vordem teil eines steinpoks von varben vndSchickungen gleich als in dem schilde als dann diein mitte diss gegenwärtigen briefs gemalt vnd mitvarben eiglicher aussgestrichen sind." . . .Einige andere Wappenbeschreibungen entnehmender Heroldsprache nur die verblümte Farbenbezeichnungund können daher übergangen werden. Im Allgemei-nen bedient sich die Kanzlei Friedrich's III. des neue-ren Styls , ohne jedoch in den Schwulst der, späterenKanzleien zu verfallen. Die Herolde verloren dadurchdie letzte Gelegenheit ihre Kunst zu verwerthen. undbald ist jede Erinnerung an die Heroldsprache Hierse-leins und Suchenwirts geschwunden, die Herolde hattenkeine Traditionen mehr zu erhalten.