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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 4.

Die zwei Balken im Wappen der Grafen vonCilly:dar jnne zwo vasch von perla veinin parr weys gestrechet.Zeigt der Helm eine Figur (ein sog. Hülfskleinodz. B.), welche das Schildzeichen wiederholt oder demSchilde entsprechend tingirt ist, so heisst es nach demSchilde

Herzog Heinrich von Kärnthen führte ein Schirm-brett:

auf dem heim ein chostleich sachein r u n d e 1, dem man wirde iachnach dem schilt getzieret schon.Der Helmschmuck der v. Ellerbaeh wird beschrieben:do fürt der edel auzerchornnach dem Schilde reich tzwai hörnd. h. zwei von Gold-Grün, Grün-Gold getheilte Hörner.Die Helmdecke nennt Suchenwirt chobertewer(covertiure, couverture), womit der Sprachgebrauch desvorangegangenen Jahrhunderts die Pferdedecke be-zeichnet hatte.

Auffallend ist es, dass Suchenwirt die Helmdeckenur in Ausnahmefällen beschreibt.

Bei dem Wappen Krebsbeck nöthigte ihn der Zu-sammenhang mit dem Kleinod zur Erwähnung der Helm-decke :

von tzobl ein krebz durch wirde stewerpegriffen het daz chobertewermit den vordem scheren tzwein;al sust was er gestrechet reinals er tzu tal nach preises guftkern geschozzen durch den luft.Die Farbe der Helmdecke ist hier nicht angegeben.Nur einmal noch beschreibt Suchenwirt die Helm-decke bei dem Wappen des Herzogs Albrecht des Lah-men oder Weisen von Oesterreich:

helmdekch und chowertewervon sameid rot alsam ein fewer.Einige Proben heroldsmässiger Wappenbe-schreibungen besitzen wir in den von Herzogen vonOesterreich bis gegen Mitte des 15. Jahrhunderts er-theilten Wappenbriefen ferner in einigen Diplomen desKönigs Ladislaus von Ungarn und des Kaisers Fried-rich III. Da die Resultate, die wir aus den Dichtungendes Sucheiwirt abzuziehen vermochten, nicht das Ganzeder Heroldssprache umfassen, so bilden dieselben auchnicht einen zureichenden .Schlüssel zum Verständniss allerweiterhin vorkommenden Kunstausdrücke. Misslich istes demnächst, dass die der Wurmbrand'sehen Collectionentnommenen Wappenbriefe zahlreiche Lesefehler ent-halten. Immerhin wird uns in diesen seltsamen Blaso-nirungen nur Weniges unverständlich bleiben.

Ein bisher nicht erwähnter Kunstausdruck heisstin pellung, in pellunkh. Wir finden denselben ein-mal bei Suchenwirt in dem Ehrenlied auf Hansen v.Chappel, das uns leider nur in sehr verderbter Formvorliegt. Hier heisst es V. 117 ff.den schilt man sieht geeziretin pellunch gepogiretsechs pogen geben Hechten scheinvon perlein chlar und vou rubein.Einen Aufschluss erhalten wir in dem oesterr. Wap-penbriefe von 1399, wodurch Hans Eberstorffer dasWappen der btreitgreun verliehen wird. Hier lautet dieBeschreibung

ain Schilt von zobel vnd von gold mit zwain Flü-gen auz dem Schilt genommen auch von zobel undvon gold getailt in pellunkh.Dasselbe Wappen wird 1401 in einem Wappenbriefedes Herzogs Wilhelm v. Graz beschrieben:

einen Schilt von Zabel vnd von golde gelegen

in fazz vnd zwo flüg auf dem Helm.

Getheilt in Pellung und gelegen in fazz

ist gleichbedeutend. Wir nennen diese Section quer-getheilt.

Dieselbe Theilung ist in folgender Beschreibung(aus dem Wappenbrief des K. Friedrich III. d. d. Neu-stadt 13. Dec. 1453 für Wolfgang Spitzbeck) ge-meint:

Mit namen einen schilde geteilt in wellanckhvon zobel vnd golde, vnd mit zwein wecken inwiderpartt der varben gewechselt in beideteile des Schildes, vnd einen heim verzimert miteinem parteten vnd parhauptten mannzprustpildebecleidet von varben vnd wecken geleich als indem Schilde habend vmb das haubbte ein fliegendebinden von zobel vnd golde.

Die Ausdrücke in fazz oder in par für quer-getheilt, oder fazz für Querbalken finden wir ebensooft angewendet:

Wappenbrief des Königs Ladislaus von Ungarn von1456 für Hans Kanstorffer :

einen Schild von Gold und darinne zwen fazz vonlazur in par, auf dem Schild ainen beim geeziertmit ainer guidein Coron und in der Coron zwayaufgerekthe Hörn mit lewbern und ainer Helmdekchvon Varben des Schildes.

Wappenbrief des K. Friedrich III. d. d. 3. März1445 für Sebolt Mayr:

Mit namen einen schilde getailt gleich in par, dasvnder tail von lasur vnd das ober teil von gold,habend in dem tail der lasur ein pflüg eyen vongolde vnd in dem teil von gold zway pflüg eyssenvon lasur, darauff einen heim getziert mit einerdecke von lasur vnd gold vnd auf dem heim einenzwifachen aufgetanen Flügel von lasur dadurchauff nach der lenng ein zwickel von gold doriuneain pflüg eysen von lasur vnd an yeder seyten derlasur ein pflugeysen.

Den Ausdruck plankweis oder in plank findeich nach Suchenwirt nicht mehr angewendet. Die senk-rechte Tbeilung oder Stellung heisst jetzt in derHeroldssprache in Stack (estacade, Pfahlwerk). Nach-stehend einige Beispiele:

Wappen der Mechsemberger 1413 dem AlbrechtFewstritzer verliehen: (österreichischer Wappenbrief)ainen Schilt von Silber, mit ainem klymunden Le-ben von zabel in Stakch geklart, getzendent vndgeoret von Golde, mit ainem auffgeworffene Swantzevnd auf dem Helme das vorder halb tail desselbn.Wappenbrief des Königs Ladislaus von Böhmen von1453 für die Stadt Liegnitz:

ain lewen von gold mit aufgeworlfen zwifachenswancz in demselben schild klymund in stakh.Wappenbrief des K. Friedrich III. d. d. Neustadt19. Decbr. 1452 für Hans Sifrit von Nordheim:

mit namen einen schild von zobel, mit einer syrenin stakch von golde, habend in yeder hande einschellen auch von golde vnd einen heim gezieretmit ainer helmdeeke von zobel vnd golde vertzy-mert mit einer syren von Schickungen, schellen vndvarben geleich als in dem Schilde."Wappenbrief des Kaisers Friedrich III. d. d. Neu-stadt 24. Mai 1463 für den Freiherrn Hans v. Rohrbach(Neuburg) ij aus dem alten Geschlechte der Steiermark :

1) Hanns v. Rohrbach hatte dem Kaiser unmittel-bar vorher Schloss und Herrschaft Neuburg auf demInn etc. um 36000 Ducaten und ungarische Gulden ab-gekanft.

K. Friedrich erhebt am 23. Mai 1463 seinen Rathund Kämmerer Hanns v. Rohrbach u. seine Nachkom-men zu Freiherren von Neuburg auf dem Inn undHerren von Rohrbach, endlich am 5. Juni 1463 zuGrafen von Neuburg.