Geschichte der Heraldik. II. 4.
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das Pflanzenreich, die Mineralien und Farbstoffe liefernihm dazu den Stoff. Er arbeitet nicht nach der Schab-lone, sondern sucht in seine Beschreibungen Abwechse-lung zu bringen, wobei ihm noch das zu Statten kommt,dass ihm die oft weit hergeholten Vergleiche einen be-quemen Heim liefern.
Die am häufigsten vorkommenden Farbenangabensind in nachstehender Tabelle zusammengestellt.
Gold: gel als ein ringelblume; mit golde lieht vonAräbin; rot von golde;
Silber: wiz hermin; harmblank; silbergris; silber-wiz; von margariten; wiz als ein niuwevallen sne;
Roth: rubin; von kein; zinopel; roeter denne einrOsenblat; mit trackenbluote röt;
Blau: lasür blä; läsürvar; von Orient safire bla;Bam ein gloie ;
Schwarz: zobel; swarz; brün; swarz als ein zi-tic brämber (Brombeere).
Grün: mit smaragden griiene; mit smaragdengrasevar; grüen als ein linden loup (gras, klee).
Die Bezeichnung zinopel für Koth haben wirschon früher kennen gelernt. Die französische Kunst-sprache, welche in Deutschland niemals Geltung erlangthat, versteht bekanntlich unter sinople Grün. Diespätere deutsche Kunstsprache nach Conrad r. Würz-burg bis ca. 1450 benützt diese Bezeichnung überhauptnicht mehr, weder in der einen, noch in der anderenBedeutung.
Schon bei Conrad sind die dem Pelzwerk entnom-menen Farbenbezeichnungen her min, kein', zobellediglich Kunstausdrücke. Kommt Hermlein alsHeroldsbild vor, so ist dies aus der Beschreibung deut-lich zu ersehen. Zwei Beispiele mögen diess darthun:Wappen des künic Hüpolt (Troj. Krieg 31792)von sinem wäpenkleideerlühte ein harmblanker schinund was gesniten schöne drinvon schinäte ein swarzer wider.Ein wirkliches Hermelin-Wappen beschreibt er imTurnei von Nantheiz (V. 590ff.):ein herre von Britanjeder einer gräveschefte wieltmit lobe sine stat behieltund siner edelkeite reht.blanc und röt schachzabelebtwart sin glanzer schilt gesehen.ein ort lie sich dar inne spehen.das was mitalle wiz hermindar üz diu kleinen zegellindes hermelines lulltendiu swarz geverwet duhtensam ein schin ät unde ein Kolund üf daz ort gesprenget wolbeide wider und für.der schilt nach edeles herzen kür.vil schöne was gewieret.Das Metall Silber bezeichnet der Dichter des Rein-fried durch Meergries (= Perlen oder Margariten).976 dar an ein segel was gestrahtvon kleinen wiz mergrizenferner17204 einen grimmen löuwen
von blanken wiz mergriezenuf dem schilte fliezensach man alsam er lebte.Bei Peter Suchenwirt (zweite Hälfte des 14. Jahrh.)lst die Zahl der Kunstausdrücke für die Farben-Angabeerheblich verringert. Ich habe dieselben in folgenderJ-'abelle zusammengestellt.Gold: gold.
Silber: perlein; hermleinen oder härm; mer-griese.
Blau: hymel pla; lasur bla.
Grün: smaragden.
Roth: rubein; von chelen rot.
Schwarz: prawn saffieren; tzobl; saffirn brawn.
Nur in einem Falle beschreibt Suchenwirt einWappen, wo der Ausdruck von barm keine verblümteFarbenbezeichnung ist. Des Herrn Herdegen von Pe-taw Helm trägt einen Anker von Hermelinfell:dar auf ein ancher, also tzartvon härm geswentzet nach seiner art.
2. Capitel.Eigentliche Kunstsprache.
1. Zeitraum.
Schon bei Ulrich von Liechtenstein (t 1275 oder1276) finden sich einige Kunstausdrücke, jedoch ist dieZahl derselben eine kleine, da die von ihm beschriebe-nen Wappen zur Anwendung der Kunstsprache meistkeine Gelegenheit gaben.
Gespalten: zetal gehalbet.Schrägget heilt:
gehalbirt nach dem swert zetal.SchrägbalkenDiu [banir] was gesniten wol ze flizvon einem zeixläl der was wiz;dar durch von zendal swarz gevargesniten spannen breit zwo barschipfes nach dem swert zetal
Geschacht:al zehant dö rand mich anmin her Berhtolt der Kebestoc.des heim schilt decke und wäpenrocwas geschachet blä unt golt.Erheblicher ist die Zahl der von Conrad von Würz-burg (f 12871 angewendeten Kunstausdrücke. Was wiraus seinen Dichtungen zu abstrahieren vermögen, istrecht eigentlich die Heroldskunst zur Zeit des Kö-nigs Rudolfs.
Schrägbalken (im Wappen von Lothringen)entwerhes von dem orte giencbis an die spitze ein röter strich.Zweimal getheilt (Wappen des Herzogs Asca-lafus, Troj. Krieg 31660 ff.)
Ascalafus für sine brüsthet einen schilt gedrücketder was in driu gestücketund hete drler hande schindie wunneclichen varwe sinwil ich mit rede niht verhelensin ober teil was röt von kelen,daz under swarz von zobele scheinund lac enmitten bi den zweinein strich, dar was gar wiz herminuf disen velden allen drinvon golde swebte ein adelar.Die Bezeichnung Schrank für Schrägen oderAndreaskreuz ist uns in einem Citate aus Conrad vonWürzburg bereits oben (S. 175) begegnet. Wir findendieselbe auch im Heinfried v. Braunschweig866 sins helmes tacli zwen wedelevon pbawen haut bedecketin seh rankes wis gestrecketbeten si sich bevangen.