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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik II. 4.

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In dem dreieckigen Wappenschilde erblicktman einen ausgerissenen und geästeten VVeinstockmit drei Blättern, dabei die Umschrift: Arma-tura Johannis IUI Pragensis ecclesie epi. Die-ser Bischof Johannes starb im J. 1342".1353 zwey Hörner von unserem Wapen von Nassawe

1359 mein und meiner Erben rechtev Wappen sein(es wird nur das Bild des Schildes beschrieben)

1360 ut armatura in banderia ... in clipeo et super

galea uti possint1360 erbewappen; dieselben wapen auf yren Schilden

vnd Helmen füren.....

1365 ca. Kanzlei K. Carls IV.

clenodia et nobilitatis insignia eligere et ea ge-

stare in clipeo et galea.Signum armaturaenobilitatis insignia arma

1367 unser schild und beim

1368 vnsere wappen, schild und heim

1369 Peter Suchenwirt sagt in einem in diesem Jahre

gedichteten Ehrenlied:Wer ich der chünsten nu beraitdaz ich visiert die wapen sein1377 die wappen (.nur der Schild ist beschrieben)1880 von der wopen wegen, di si füren1394 dise nachgeschrieben wappen, schilt und heim1397 de Armis et Insigniis de Insigniis nostrisImperialibus

1399 wie du gewapnet waerest im Schild oder uf Helm

1400 die nachgeschriebenen Wapen und Kleynode

in dem Schilde und Panyr füren1411 seine Erbwappen (Rom. K. Wenzels Wh.)1430 diez nachgeschriben wapen'434 Arma sive Nobilitatis insignia (Sigism. W-B.)143ö mein wappen, die von ewer gnaden zu lehen get

(wahrscheinlich gen)1442 besserung irer wappen vnd cleinat1444 (Dänischer Wb.) diss wappen und heim"455 disse keinwurtige Wapen

1456 die nachgeschrieben V\ appen

1457 mit einem siechten wapen(1460) Gossenbrot: ain wapen

1462 mit eynem wapen, als dat vor oigben sichtlik

1472 derselven wappen

(1476) Twinger v. Königshofen 1476: das Wappen

1494 begnadet mit dem wappen

1497 diss nachgeschrieben wappen

1505 sich auch desselben ... als seines . . , Schildes

und wapens gebraucht1520 des Landes Stettin Wapen, die sein1529 den Schild des Wappen Bregen tz1531 mit einem Wapenlö49 das Wapen.

Es ergiebt sich hieraus, dass noch in der Regie-r ungszeit des Kaisers Karl IV. das von Substraten los-gelöste Zeichen als Wappen gegolten hat. Von daan versteht man unter dem Plurale tantumdie Wap-pen" nicht mehr eine Einheit, sondern eine Dualität:Wappenschild und Wappenhelm Gegen Ende des 14.Jahrhunderts erst werden diese Bestandteile ein noth-Wendig Zusammengehöriges, ein Ganzes, kurz dasWappen im neueren Sinne. Die Pluralform des Kunst-wortes, welche jetzt störend geworden war, beginntseit etwa 1430 dem Singularis zu weichen, jedoch heisst68 erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundertslast allgemein: das Wappen.

Kleinod. Zimier.

Bereits in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhundertsßniält auch der Helmschmuck einen besonderen

a >nen.

Bischof Bruno von Bruces nennt 1286 seinen Helm-schmuckunser cleinode von unserm helme" ').

In einer Urkunde von 1317 sagt Leutold v. Regens-berg:min klainod das Brackenhobt"; in einer an-deren Urkunde sagt er nur:umb den heim, des ichim gunnen hau" 2 ).

Etwa gleichzeitig sagt Ottocar Hurneck:Von silber und goltWard auf den heim gepunden,M a n i g c h 1 a y n a t zu den stundenVisch, vogel, tiern geleich.Das Wort Kleinod wird wie folgt erklärt: ahd.chleinödi, mhd. kleinoede, vom Adj. kleine,zierlich, fein, und der subst. Bildungssylbe ödi, oede" 3 ).Wackernagel *) übersetzt:kleinoete, kleinoede,kleinöte, kleinöde, kleinöt, kleinät, kleinet stn. fein undkünstlich gearbeitete Schmucksache: als Geschenk; zier-liches und kostbares Geschenk. a

Die Entstehungsgeschichte dieses Eigennamens fürden Helmschmuck ist in dem Cap vom Minnekleinodenthalten 5 ).

Das Wort Zimier ist bei Wolfram v. Eschenbacknoch kein Kunstausdruck für Heinizier. Der Dichterwendet das Wort für jeden Schmuck der Rüstung, ja,wie San Matte [zur Waffenkunde des älteren deutschenMittelalters S. 76) treffend bemerkt, überhaupt auf dieäussere Erscheinung des Mannes. Simrock hat daherin vielen Fällen das Wort zimier fälschlich mitHelmschmuck übersetzt. Ich will mich begnügen einschlagendes Beispiel anzuführen:

Gawan hat den Turkowiten der Herzogin von Logroisim Zweikampf besiegt:598,4 an dem kurzen starken sper

den heim enpfienc her Gäwän:hin reit der heim, hie lac der man,der werdekeit ein bluome ie wasunz er verdacte alsus daz grasmit valle von der tjoste.10 siner zimierde koste

im touwe mit den bluomen striten.Simrock übersetzt hier:An dem kurzen starken SpereEmpfieng den Helm Herr Gawan:Fort ritt der Helm, dort lag der MannSo lag der Mannheim BlumeBis er hier zu Gawans RuhmeDas C-fras gedeckt mit jähem FallDass seines Helmschmucks Zierden allIm Thau mit Blumen stritten.Hier ist doch entschieden nicht der Helmschmuck,sondern der ganze Schmuck der Rüstung gemeint, dennder Helm steckt ja am Speer des Herrn Gawan!

Genau denselben Sinn hat das Wort in folgenderStelle:

773,7 innen des hiez tragen Gäwän,als ez unwizzende waere getan,des heidens zimierde in den rinc.10 si prüevetenz da für höhiu dinc.riter unde fiouwenbegunden alle schonwen[den] wapenroc, [den] schilt, [daz] k Urs it.

1) Siebe Urkunde No. 2.

2) Vergl. Urkunde No. 6 und 7.

3) Anz. f. K, d. d. Vorzeit 1865 S. 4 Not.

4) Wörterbuch zum Altdeutschen Lesebuch. Basel1861. 8.

5) Der Helm ist der bevorzugte Träger des Minne-kleinods. Vergl. die (/apitel S und 5 des zweitenAbschnittes von Buch II, S. 142 ff. u. S. 190 ff.