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Geschichte der Heraldik. II. 3.
heraldischen Schmuck. Auf seiner Schulter ruhtein geklönter Stechhelm mit rothweisser Helmdeckeund dem Helmkleinod von Altösterreich. Im Arme desHerzogs liegt eine Fahne, welche mit dem österreichi-schen Balken bezeichnet ist. —
Auch hei Aufzügen wird der Kiibelhelm mit Klei-nod als Schauhelm behandelt. Die Limburger Chronikerzählt zum J. 1350:
„Item in der selben zit und manich jar darvor dawaren die wapen also, als hernach geschrieben stet.Ein iglich gut man, forsten, grehen, herren, ritter undeknechte die waren gewapent in platen, und auch dieburger. mit ireu wapenrocken darober, zu stormen undezu striden, mit schoissen unde lipisen, daz zu der pla-ten boret, mit iren gekroneten helmen, darunderhatte si ire kleine ponthuben. Unde fürte man inire Schilde und ire tartschen na unde gleven,undi di gekroneten helme fürte man uf eimekl oben."
Die „gekrönten Helme" kamen schon gegen Mittedes 14. Jahrhunderts als Kriegshelme 1 ) mehr undmehr ausser Gebrauch, worüber der um 1340 dichtende(Wappen-) Honig von Odenwald in dem Liede von un-gelimph lebhaft Klage führt:
ein'niuwe frag hon ich vernumen:35 man sölt nach krönten helmen fragen
die sint wol halbe under wegen.
beckelhüben, slappen
fuorten ritter unde knappen;
sich wandelt ir gemüete40 ez kumen kezzelhuete
daz man sie nennet über al
und sie bruefet an der zal.
nü wil ichz lazzen underwegen:
sie sint doch guot für den regen,45 und geben für die sunnen Senaten
innen haben sie badewaten
sam mir der heilige Crist,
daz ez ein schemlich wöpen ist
einem riehen ritter guot;50 in füert dann einer vor armuot
ez ist niht ein guoter schimph
und heizet wol e!n ungelimph.In dem wetterauischen Landfrieden von 1337 2 ) istwohl aus eben diesem Grunde das Waffenverbot nichtauf den „gekrönten Helm" erstreckt worden.
Der Kübelhelm hat fortan nur noch als Turnier-und Wappenhelm Bedeutung: er ist etwa 100 Jahrehindurch der einzige wappenmässige Helm und wirdohne Unterschied des Ranges und ohne Rücksicht aufdie Turnierfähigkeit des Geschlechts, von den Wappen-genossen geführt.
IV. Abschnitt.Die Kunstsprache.
1. Capitel.Allgemeine**.
Die B e z e i c h n u n g Wappen.
Bereits früher (8 68) haben wir gesehen, wie gegenEnde des 12. Jahrhunderts die Bezeichnung Wappen
1) v. Betberg beschreibt die zwischen 1273 — 1400üblichen Kriegshelme wie folgt:
Unter den Habsburgern (1273- 1350) Becken-haube, zuckerhutförmig über der Panzerkappe. vornoffen, bis an die Ohren reichend; gegen 1340 aber überdie Ohren. Ausserdem ein breitrandiger, beckenartigerEisenhut Der Topf- oder Stechhelm von Leder; nurmit Eisenblech beschlagen, über den Schultern -etwasausgeschnitten, oben zugeschrägt und gewölbt, mit oderohne die noch immer einfache und nur einmal geradegeschlitzte Helmdecke, aber mit der vollständigen Helm-zier, mit Augenschlitzeu und den „Lippeisen- zumSchutze des Mundes. Am Halsstücke kleine Athem-löcher.
In der zweiten Hälfte des 14. Jahrh. (1350-1400)Kessel- oder Beckenhaube (oben zugespitzt) mit Ohren-und Nackenschirm und Trinklappe (Visier). — jetztKriegshelm, „Helmlin" genannt. Nebenbei auch derEisenhut.
2) Gottfried Herr zu Eppstein, landvogt der Wet-terau, Luther Herr zu Isenburg, Ulrich herr zu Hanau,Philipp von Falkenstein herr zu Minzenberg und seinesVetters Söhne Philipp und Ouno, sodann die StädteFrankfurt, Friedberg, Wezlar und Gelnhausen machen
aufkam, wie der Begriff des Wortes ursprünglich einsehr enger war und nur das Schildzeichen (ohne Schild)einschloss.
In gleicher Weise ist uns bereits bekannt, dass dasWort, anfänglich im Singularis gebraucht, seit etwa1210 von einigen Dichtern — mit und ohne Conse-quenz — als Plurale tantum behandelt wird. Aus-schliesslich als solches erscheint es erst seit etwa 1320.Die nachstehende Tabelle, welche aus Urkundenund aus anderen gleichzeitigen Quellen zusammengestelltist, zeigt die Entwicklung dieses Kunstwortes bis zumBeginn des 16. Jahrhunderts. Ich hielt es für noth-wendig, auch die in lateinischer Sprache verfasstenQuellen zu berücksichtigen.
1328 meinen schildt und heim, vnd mein wappen, cleinotinsignia armorum et vexilli terre BawarieCorona de armis nostri ducatus Bavariaearma Sancti Wencezlai; armorum signadie wapen, die derselb auf seinem heim führetIn der Klosterkirche zu Heilsbronn befindet
1337133813391341
(1342)
sich ein rother unglasirter Klinker, welchen GrafStillfried 3 ) beschreibt:
einen landfrieden bis nächsten Michelstag und von da
auf zwei iahre. 1337 Mai 4:-------6i Auch ensal in
dysem lantfryde nyeman diekeyn gleynen, schilt, arm-brost, k essilhü d adir wappin füren, den die zu demlantfride gehorint, den ist wappen irloubit durch das,das sy den lantfride mogin beschirmen . . . J. F. Böh-mer, cod dipl. Moenofrancf. I 543 f.
3) Kloster Heilsbronn S. 219. — Vergl. JahrbuchAdler, IV. S. 16.