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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. IL 3.

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12. Capitel.

Einführung einet« neuen Helmes undderen Folgen.

Das 14. Jahrhundert brachte für die Heraldik desHelmes Veränderungen und Neuerungen, deren Wirkungsich zunächst in störender Weise geltend machte.

Wir erwähnen vor allem die Verdrängung desTopf heims, auf den die bisherigen Helmkleinodegrossentheils zugeschnitten waren, durch den Kübel-helm, der nicht mehr flach, sondern sich kegelförmigverjüngend oben eine abgestumpfte gewölbte Spitzebildet, die mit Löchern zum Befestigen des Kleinodsversehen ist. Das Visier ist entweder ein Einschnitt,z. B.

No. 295.

Helm der Züricher Wappenrolle nach dem WappenN o. 106 Helmshoven.

No. 296.

S. CapituK. Eccle. In. Dulmene, aus der erstenHälfte des 14. Jahrhunderts»).

Oder der Helm hat ein Scharnier-Visier, wie derneben Beckenhauben, Kesselhüten im Balduineum vor-kommende Kübelhelm (vergl. unsere Tafel 3), dessenstumpfe Spitze einen genügenden Baum zur Anbringung«er bisherigen Helmkleinode mit Ausnahme der Schirm-Metter gar nicht darbietet.

ankommende Lehen haben die von Baidenpuch, so diePannen im Schildt füren geliehen. Sprechen wir dasses noch also gäntzlich dabey beleihe, vnd jeder Theilseine Lehen verleihe, dermassen wie vorstehet ohngeuerde. Vnd follen trewlich gericht vnd geaint seinsein vnd jeder Theil dem andern Freundt schafft bewei-sen vnd zufammen fetzen, als die fo dann unwider-stehlich eins Gefchlechts sein, vnd vnfern Vertragalso gäntzlich halten, ohn geuerde. Defs zu Vrkundnahen wir jedem Theil einen Brief geben, Vnd gefchehenau Begenspurg, da von Christi Geburt waren tausent*; w ei hundert zwey vnd neuntzig Jar, an S. Marxenl& g dess heiligen Euangelisten."

1) Zeichnung von Herrn Eugen Freih. v. Löffelholz.

Obgleich der Kübelhelm des Balduineums eine Aus-nahme bildet, und die sonst vorkommenden Formen des-selben auf die Bedürfnisse des Wappenwesens bessereBücksicht nehmen, so blieben die Schwierigkeiten dochimmer noch so gross, dass zahlreiche Aenderungen noth-wendig wurden.

Für viele Kleinode musste nun ein besonderes Ge-stell bereitet werden, da sie in der alten Weise nichtmehr angebracht werden konnten.

No. 297.

Der sogenannte Prankher Helm^), dessen Ori-ginal in der Kirche des Chorherrenstifts zu Seckau imJ. 1878 entdeckt worden ist.

Die Herren von Alvensleben vereinigen ihre halbenKosen (vergl. Siegel No. 74 S. 112) und bringen dieneugestaltete Helmzier vermittelst eines Gestelles(Schaftes) auf der Spitze des Kübelhelmes an:

Siegel IV. B. 1. des Gebhard von Alvensleben von1393 3 ) (No. 298).

Der Schaft, ursprünglich ein Hüifsmittel der Be-festigung, wird später in einen gestümmelten Ast um-gewandelt, der mehr und mehr die Bedeutung als eigent-liches Kleinod an sich nimmt.

Durch die Aufnahme des Kübelhelmes wurde derVerwendung der Helmkrone ein mächtiger Vorschub

2) Obige Abbildung ist WamecJce's Handbuch Taf. 14entnommen, Eine photographische Nachbildung findetsich im Jahrbuch V des Adler bei S. 2. Es existirteine besondere kleine Schrift von F. G. v. 2}/., derPrankher Helm aus Stift Seckau. Graz 1878.

3) Nach Zeichnungen aus dem Nachlasse von Voss-berg im Geh. Staatsarchiv dahier.