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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 3

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No. 291.

Siegel IV. B. 2. des Nicolaus von Rostock, ge-nanntdas Kind" (t 1314) an einer Urkunde von 1309.Umschrift:f Secretvm Domini. Nicolai. De. Roztoc» 1 ).

No. 292.

NO. 293.

Zwei durch eine Krone verbundene Hörner mit Ohren;die Hörner sind aussen herum mit Pfauenfedern besteckt.

Die Krone ist dem meklenburgischen Wappenbildeentnommen, wie das unter No. 293 abgebildete SiegelIV. A. 2. des Herzogs Albrecht von Meklenburg aneiner Urkunde von 1349 veranschaulicht. Umschrift:t 8. Alberti. Dei. G-ra. Dvcis. Magnopolens. Stargar-die. et. Bozstok. Dni." 2 ). Schild schräggelehnt, darinder gekrönte Stierkopf.

Reitersiegel des Grafen Johann v. Sponheim vomJahre 1299 3 ) (im Coblenzer Archiv). Der Graf, nachlinks reitend, trägt am linken Arm den Sponheim'schen

Schild, auf dem Helm eine verhältnissmässig sehr hoheKrone. Fürst Hohenlohe bemerkt hiezu :Dieses Siegel, wenn überhaupt echt ') kann doch wohl nur aufder Unkenntniss des Stempelschneiders oder auf einemVerselien desselben (dass er den Schmuck auf dem Helmund auf dem Kopf des Pferdes zu graviren vergessenhat, obgleich der Raum dazu vollständig vorhanden)beruhen."

Nach meiner Ansicht ist die Krone weder die Rang-krone (wie sie damals von Königen auf dem Helm ge-tragen wird) noch die Helmkrone, wie sie etwa 20Jahre später üblich wird, sondern Helmkleinod. Aufdem Secret des Grafen Johann von Sponheim vom Jahre1318 erscheint die Krone im Siegelfeld, mit einemPfauenbusch besteckt, welcher letztere sonach nichtals Helmschmuck, sondern als verschönernder Zusatz zudemselben zu betrachten ist.

Dieser Helmschmuck entspricht im Wesentlichendemjenigen der Herzoge von Oesterreich, von welchemwir bei einer andern Gelegenheit handeln werden.

Im 14. Jahrhundert macht die Laubkrone eineneigenthümlichen Entwicklungsgang durch, der his jetztin seinen Einzelheiten noch unaufklärt ist. In Ver-bindung mit einem Helmschmuck verliertnämlich die Krone ihren Werth als Rangab-zeichen. In Ermangelung gleichzeitiger Quellen-Aus-sagen vermögen wir uns diesen Vorgang nur durch denWiderstand zu erklären, den das deutsche Wappenwesengegen die Aufnahme von Rangabzeichen stets gezeigthat. Eine verhältnissmässig kurze Zeit reichte hin,solche Abzeichen zu denaturiren und sie auf den Fussanderer, im Wappenwesen heimischer Figuren zu stellen

1) Meklenburg. Urkundenb. X. 642 No. 234.

2) Ebenda S. 240.

3) Fürst Hnhenlohe sphrag. Aphor. S.Cliche verdanke ich Sr. Durchlaucht.

4) Daran ist wohl nicht zu zweifeln.

69. Das