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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. IL 3.

noch Helmdecken von Schafspelz, die an die imWigälois vorkommenden Decken erinnern:139 von den schäfen gemeit

kumen riche wäpenkleit

decke und copertiure

von den schäfen gehiure

des maniger wirt gefrumet

und wedelichen kumet.Gegen den Schluss des in diesem Abschnitte be-handelten Zeitraumes kommen auch wappengeschmückteHelmdecken vor, die übrigens in Deutschland keinengrossen Anklang gefunden haben.

Graf Gottfried IV. von Arnsberg (f 1371) führt inseinem Siegel eine mantelartig ohne Faltenwurf vomHelm herabhängende Decke, die mit dem Adler ge-schmückt ist.

An der Area des heil. Simeon') in der gleichnami-gen Kirche zu Zara befindet sich das Wappen des KönigsLudwig des Grossen von Ungarn: gespaltener Schild,von Ungarn, hinten Anjou (mit Lilien besät). Auf demgekrönten Helm das Straussenkleinod. Der Helm-mantel besteht anscheinend aus langen Streifen Tuch,fächerartig zusammengesetzt und aussen mit Lilien be-sät. Neben dem Wappen die Buchstaben L und R da-rüber je eine Krone.

11. Capitel.

Mle Helmkrone.

Die Helmkrone ist ein Reif, der oben mit blatt-artigen Aufsätzen verziert ist und darum auch Laub-krone genannt wird. Im Aussehen ist sie von deralten Königskrone, die von Königen als Rangabzeichenaber auch von einfachen Rittern als Wappenbild ge-führt wird, durch nichts unterschieden.

Im 13. Jahrhundert ist die Krone entweder Rang-abzeichen der Könige, oder Helmkleinod.

Als Rangabzeichen tritt uns die Krone in folgendenFällen entgegen.

Von den Königen von England, Dänemark undSchottland, deren keinem er einen Helmschmuck bei-legt, sagt Conrad v. Würzburg im Turneidirr edeln künige waren dri

ein wol gesteintiu krönezierte ir iegeliches heim.Conrad v. Würzburg, Troj. Krieg (Rüstung Aga-memnon's):

von sime kophe ein kröneerlühte nit ze micheldiu was ein glänz onichelund bete wunnebaeren glast.Eosengarten (Helm des Königs Günther):1600 Den schilt nam er zem arme, üf sin ros er sazein kröne von rotem golde sin ziniier was.Im Anfange des 13. Jahrb. wird die Königskrone,wenn sie als Zeichen der Würde geführt wird, mit einemZimier nicht verbunden. Dagegen kommt diess schonseit der zweiten Hälfte des 13. Jahrh. häufiger vor.

So beschreibt der Fleier im Meleranz folgendenHeinischmuck eines Königs Godonas

1) Das grösste Silberwerk aus getriebenem Silber,welches sich in den Kirchen der östereichischen Mo-narchie befindet, und durch einen Meister Fransciscusaus Mailand, der in Zara wohnte, im J. 1380 gearbeitetwurde, im Auftrage der Königin Elisabeth, Gemahlindes Königs Ludwig'g des Grossen von Ungarn.Mittheilungen d. österr.Centralcommission zur Erforschungder Baudenkmale V. S. 178.

umb den heim ein kröne lac

von golde, ob ich so sprechen mac5947 kein richerr heim wart nie gesehen

man muost im grözer koste jenen,

ein ar, der was härm in

was gebunden üf den heim sin.Der Dichter des Beinfried von Braunschweig giebtdem König v. Persyä folgenden Helmsehmuck:17112 üz gold ein liehte kröne

swepte üf des helmes tach,

dar inn man meisterlichen sach17115 von richer koste wilde

ein meisterlichez bilde

und hat ein brief in siner hant

dar an man geschriben vant

amor vincit omniä,"17120 heidensch latin, in tiutsch da

was ez uz gerihtet

und mit tiut geslihet

minne twinget alliu dinc"

hie bi wolt der jungelinc17125 die weite läzen wizzen

daz sin lip geflizzen

was mit allem sinne

ze dienst der reinen minne

und allen werden wiben.Lohengriu's Helm ist nach dem Lohengrin-Liededes 14. Jahrhunderts gekrönt; über der Krone stehteine Barke mit dem Schwan 2 ). Indess ist dies ohneBedeutung, da bei den ritterlichen Zeitgenossen desDichters die Helmkrone allgemein in Gebrauch war.

Schon Wirnt v. Gravenberch,(Wigalois 1212) scheintdie Krone als Helmschmuck zu kennen395 Sie zimier was ein kröne

Ein groz rubin dar inne lac,

Diu kröne luhte als der tac

Von golde und von gesteine,

Sin angest diu was kleine.Als selbstständiges Helmkleinod kommt die Kroneeinmal in Bleiefs Garel vor, wo eine von dem Zwerg-könig Albewin für Garel bereitete Rüstung und darunterfolgender Helm beschrieben wird:

weder ze enge noch ze wit

was der heim riche

gemachet listieliche

üz stäl von Aräbiä

üzer halb was er blä

diu varwe diu gab liebten schin

mit einer Mute weitiii

was er bezogen schöne

um den heim lag ein kröne

die zierte manic edel stein

die vische hüt molite kein

wäffen wol gewinnen,

mit listielichen sinnen

was der heim da mit bezogen.Von demselben Helm heisst es an anderer Stelle:

Sin z i m i e r d e, div ist reiche

sin heim ist meisterlich

geziert mit einer chrone.Der Helm trägt demnach als Zimier (nicht alsRangabzeichen noch als Helmkrone) eine Krone.

Wappen der v. Scharfenberg No. 53 der ZüricherWappenrolle: r der Helm ist kein gekrönter, sondern dieKrone ist nur der dem Wappenbilde entnommene heral-dische Helmschmuck''3).

2) Vergl. S. 108 oben.

3) Fürst Hohenlohe, sphrag, Aphor. S. 117.Cliche verdanke ich Sr. Durchlaucht.

Das