Geschichte der Heraldik. II. 3.
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sammt-Eindruck der Erscheinung eines Ritters, mit demglänzenden Schilde der farbenprächtigen covertiureu. s. w.wurde sehr beeinträchtigt durch den kahlen, unschönenTopfhelm. Diese Thatsache möge das Reitersiegel desGrafen Egen von Fürstenberg an einer Urkunde desJ. 1303') vor Augen legen:
No. 279.
Ueber die Geschichte der Helmdecke geben indessdie Siegel keine hinreichende Aufklärung, — es hatlange gedauert, bis die Siegelstecher von der Existenzder Helmdecken Notiz nahmen.
Thatsächlich ist der Gebrauch der Helm-decken nahezu so alt, wie der Gebrauch derTopfhelme.
Schon Wirnt von Gravenberch erwähnt in seinem1212 vollendeten Wigalois Helmdecken, die aus Pelz-Werk bestehen. Der Helm des Helden Wigalois selbstist mit einem Zobelfell bedeckt:5562 Ein richer Zobel der zierteden liebten heim über al.Ebenda führt der Truchsess von Roymunt folgendeHelmdecke3877 Sin heim der was riebeVil harte hoveschlicheMit rvten kein bedechetDar umbe was gestrechetEin Strieme wiz hermin.Die Decke bestand also aus rothem Pelzwerk, wel-ches mit Streifen Hermelin eingefasst war.Auch bei dem Pleier (ca. 1260) kommtdecke vor. So sagt er von dem HelmeGodonas {Meleranz 5938 ff.)
von rechter koste, hört ich sagenwas gepruoft sins helines dach5940 daz was so grüen daz man des jach,smaragd unde achmardiwaeren solher grüene fri.Der Truchsess Cnrsun führt bei einerGelegenheit im Schilde einen weissen Windhund inBlau und9697 blä was sines helmes dach
In einem Falle bemerkt der Pleier ausdrücklich,dass der Helm unbedeckt sei. Von Maculin heisstes nämlich (im Meleranz):
die He lin-des Königs
besonderen
1) Dasselbe stammt aus dem Fürstenberg sehen Ur-kundenbuch und ist uns durch die Güte des Furstl.Hauptarchivs zu Donaueschingen zur Verfügung gestellrworden.
10082 ez fuort der helt unverzagt
üf sinem liehten helme klär
einen wolf, der was swarz gar:10085 der stuont alsam er lebete
und ob dem helme swebete,
niht ze hoch noch ze gröz
sin heim was unverdecket blöz
lüter als ein Spiegelglas.Eine Helmdecke findet sich auch im Partonopierund Meliur des Conrad v. Würzburg — also vor 1287:
gezieret was sin liehter heim
gar wunnieliche durch gelust:
des grifen houbet unde brüst
und die fiügel beide
mit fremder underscheide
wären oben drüf gestaht
dar unter hete in gar bedaht
ein twehel sunder liegen,
die sach man schone f 1 iegen
binden von dem helme dane;
da Mengen riche vasen ane
uz golde wol gespunnen,
nie twehel wart gewunnen
so waehe noch so rehte vin,
mit siden was geweben drin
von zame und ouch von wilde
so maneger hande bilde
daz man daz wunder nie vernam.Das heisst: Unter der Helmzier war der Helm miteinem Tuche (tweheli bedeckt, das man hinten wehensah; daran hingen reiche Franzen (vasen) aus Gold ge-sponnen ; mancher Hand Bilde, zahm und wild, warenmit Seide in das Tuch gewebt. Niemals ward ein so einso zierliches und feines twehel gewonnen.
Das älteste sphragistische Beispiel der Helmdeckenerbringt das nachfolgende Reitersiegel (III. B. 3) des Gra-fen Heinrich v. Fürstenberg an einer Urkunde des Jahres
12832):
No. 280.
Sicher ist die Helmdecke auf dem Reitersiegel(III. B. 3) des Grafen Egon v. Freiburg vom J. 1284 3 )
2) vergl. die vorige Note.
3) Publicirt von S. D. dem Fürsten von Hohenlohein seinem Werke: das heraldische Pelzwerk S. 48.