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Geschichte der Heraldik. II. 3.
Von Hewnburch an in geporn,
Lasur pla nach himel var200 Darinn drey stern von golde chlar,
Gen yeilem ort geyt ayner glitz,
Der dritt gesenchet gen dem spitz:
Der scliilt erglestet reicher art!Als einen Beweis, das9 es einem anserwähltenKunstgeschinacke dennoch möglich war, eine ganze An-zahl von Wappen zu einem Gesammtbilde von vollendeterSchönheit zu vereinigen, gebe ich die nachfolgendenSiegel österreichischer Landesfürsten.
Siegel IV. C. des Herzogs Albrecht von Oesterreichan einer Urkunde von 1365 Umschrift: ,+ Albertus.Dei. Gracia. lJvx. Avstrie. Styrie. Karintie. Tyrolis. Ft.Carniole et Cttt.'i).
No. 271.
Ein ganz ähnliches Siegel führt 1365 sein BruderLeopold.
Siegel IV. C. des Herzogs Leopold von Oesterreichan einer Urkunde von 1377. Umschrift: „f Lenpoldvs.Dei. Gracia. Dvx. Avstrie. Et. Cetera. 2 )" Hechts Oester-reich, links Tyrol, dazwischen die Schilde Steier, Käm-then und Krain.
No. 272.
9. Ca pit e 1.Die quadrirten Si-hllri«-.
Endlich wurde das Mittel gefunden, dieser Noth-
1) Aus den Mittheilungen der k. k. Centralcommis-sion für Baudenkmale Bd. XII S. 180. — Das Glicheverdanke ich der Güte Sr. Excellenz des Freih. v. Helfert.
2) Desgleichen.
läge — embarras de richesse — ein Ende zu bereiten.Es kamen die quadrirten Schilde auf, von denensich späterhin die complicirteren Theilungen ableiteten.
Die Mode der Schild-Quadrirung bildet einen er-heblichen, von dem bisherigen Zustande sich entfernendenFortschritt, welcher um so leichter sich Bahn zu brechenvermochte, als sich gleichzeitig die Lösung des Wappen-wesens vom Heerwesen vollzog, wodurch der letzteZwang, die Wappen einfach zu gestalten, entfallen war.
Mit dieser Quadrirung, welche den Zweck hat,zwei verschiedene Wappen ungeschmälert zu ver-binden, sind die seit den ältesten Zeiten gebräuchlichenvifcigetheilten Schilde, die eine untrennbare Wap-p e n-E i n h e i t bilden und lediglich eine Farben-Variationdarstellen, nicht zu verwechseln.
Als Beispiel möge hier das W T appen Vatz No. 137
Ko. 273.
der Züricher Wappenrolle folgen.
Derartige viergetueilte fc'childe erhielten zuweilenauch ein redenden, symbolischen oder auch unterschei-denden Zusatz. Das bezügliche Bild pflegt indess nurin eines der Felder gesetzt zu werden ein Zeichen, wieweit man noch im 13. Jahrhundert von der Entdeckungder Bilderverschränkung entfernt war.
Derartige Wappen sind die folgenden:
Schild aus dem Siegel IV. A. 1. des Hartmuth v.
Crouberg vom J. 1257 3 ): „von Roth und Kursen tVeh)
quadrirt" ist das ursprüngliche Wappen; hier erscheint
im ersten Feld eine Kaiserkrone als redender Zusatz.
No. 274.
Schildförmiges Siegel des Rudolf von Allmendshofenan einer Urkunde von 1313 4 ): der Schild ist quadrirt;im ersten Felde eine Böse an Stengel. (No. 27f>).
Wappen Kurberg >io. 407 der Züricher Wappen-rolle: von Silber und Both quadrirt, im eisten Feldeauf blauem Hügel eine geibe Burg.
Die Form der Wappenvereinigung durch Verschrän-kung (Quadrirung) der Wappenbilder ist in Spanienerfunden oder zuerst angewendet worden.
Schon der Engländer Boutel hat ein aus Castilienund Leon quadrirtes Wappen auf einem Grabsteine inder Westminster-Abtei zu London, dessen Verfertigung
31 Fürst Hohenlohe sphrag. Aphorismen S. 90, No.246.Das Cliche verdanke ich Sr. Durchlaucht.
4i Cliche aus dem Fürstenher gucken UrkundenbuchV, No. 40.