Geschichte der Heraldik. II. 3.
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währen können. Nur einige, allerdings unverkennbareSpuren weisen darauf hin, dass das Wied'sche Wappenmit dem Tode des Grafen Lothar keineswegs ausserGebrauch kam, sondern in der Descendez des HerrnBruno I. von Isenburg von Generation zu Generationvererbt wurde.
Das runde Siegel IV A. 2 des Salentin I. von Isen-vom J. 1302 enthält den Schild mit zwei Querbalken,im Siegelfelde stehen vier dem Wappen Wied entnom-mene Pfauen.
No. 267.
Tumbült*) bemerkt zu dem Siegel: „Bemerkens-wert]] ist die helmartige Form der Brusttheile."
No. 268.
Ein vom J. 132G datirtes Siegel IV. C des Edel-berrn Jobann v. Braunsberg, von dem das Beyer'scheSiegelbuch (Manuscript im Kgl. Geh. Staatsarchiv inBerlin» eine Zeichnung enthält, zeigt im Schilde zweiBalken, auf dem Helm den Wied'scben Pfau. DieseZusammenstellung ist im Neuen Siebmacher Hoher AdelBd. I, 2 Taf. 176 auch als Wappen Salentins II oder III(mit der Jahreszahl 1322) abgebildet.
In einer Urkunde von 1319 nennt sich Johann vonBraunsberg: Herr zu Isenburg, während seinSohn Bruno IV. den Zunamen v. Wied erhält. ImJahre 1321 Urkunden: Bruno, primogenitus Johannis deBrunsberg domini in Isenburg, ac Heylwigis collateralissua. Von beiden Ehegatten hängen die Siegel an.Bruno führt ein Siegel IV. C. mit der Umschrift:°" Hrvnonis. De. Brvnsberc Der Schild zeigt die Quer-balken, der Helm ein Fächerkleinod. Seine Gemahlinw |rd in der Umschrift ihres Siegels III B. 2. a Heyl-wigis. De. Wide, genannt. Neben der Dame ledig imSiegelfelde stehen: rechts als Wappen des Gattender Wied'sche Pfau, links der Löwe von Katzenelnbogen 1 ).
Geeigneten Wappenthieren wird schon in der zweitenHälfte des 13. Jahrb. ziemlich häufig ein Herzscbildchenaufgelegt.
Das schildförmige S. Alberonis de Velsberc . . .T pm J. 1292 enthält einen Adler, dessen Brust miteinem dreimal getbeilten Schilde belegt ist 2 ).
Siegel des Grafen Friedrich IL von Ritberg aneiner Urkunde v. 1297. Umschrift: (S.) Fr(e)dericin (i»bilis de) Retberhge.
1) Siegelzeichmingen in Vossbergs Nachlass.
2) Albero Trucbsess von Velsberg ist circa 1276gestorben. König Ottokar von Böhmen, Herzog von°esterreich etc. verleiht durch Urkunde d d. Vreynstatt] 276 pridie Nonas Octobris dem Albero von P u c h e i m»Officium Dapiferatus in Veldtsperch, et omnia ad idemPertinentia, nee non bona, quae in Ortt pertinent."(v. Pistorius, amoenitates VII. VIII S. 2316). Die demBisthum Regensburg heimgefallenen Lehen verlieb Bi-schof Leo am 10. Jan. 1277 den Schwiegersöhnen des^erstorbenen, Leutold und Heinrich von Kuenring, Ge-brüdern und Ulrich v. Pillicbdorf G. E. Friess, dieFerren von Kuenring (Wien 1874) S. XXXVIII.
Mir scheint es unzweifelhaft, dass die Brust miteinem gespaltenen Schilde belegt ist.
Aus dem Siegel des Heinrich des Aelteren von Blan-kenburg vom J. 1307 (Umschrift: f Sii/ülvm. Comitis.Hinrici. De. Blankenburch) lasse ich hier den Schildfolgen. Derselbe enthält einen ^Lüwen, der auf derlinken Seite einen Schild mit dem Hirschhorn, und aufdem Kopfe einen Topfhelm mit dem Geweih trägt.
No. 270.
Noch 1368 beschreibt Feter Suchenwirt das Wappendes Grafen Ulreich v. Zzili als zwei Schilde:189 Von Saenekk 4 ) waz sein erste chrey,Da ist geporn manig vrey,E daz geslacht zu graffen wartDer schilt der glestet reicher art
eIn rechter rot, als ein rubem,Dar inne zwo vasch von perla vein195 In parr weys gestrechet,In rechter mazz volrechetDer ander schilt ist auserchorn
3) Westfä'. Siegel des Mittelalters I, 2 S. 14.
4) Friedrich v. Saneck nobilis vir ward vomKaiser Ludwig am 16. April 1341 in den Grafenstanderhoben, unter dem Titel Graf von Cilli; f 1360. 2 Söhne:Ulrich I. geb. c. 1331 f 26. Juli 1368, Hermann I.f 21. März 13^5. — Die Freien von Saneck und ihreChronik ah Grafen von Cilli. Von Dr. Franz KronesB. von Marchland. Graz, Leuschner u. Lubenskv,1883. 8.