Geschichte der Heraldik. II. 3
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No. 253.
sammtbilde war der erste bedeutsame und folgen-reiche Schritt auf dem Wege künstlerischer Wappen-darstellung. Diese Verbindung, die sich in der Folgeimmer fester,- ja unlöslich gestaltete, giebt dem deut-schen Wappenwesen sein eigentümliches Gepräge.
Nach einigem Umhertasten stellte sich der Gebrauchlest, auf die obere Spitze des stark gelehnten Schildesden Schild zu stülpen.
Es kommt zuweilen vor, dass in Siegeln, welchedas vollständige Wappen darstellen sollen, aus Raum-mangel entweder der Helm oder die Helmzier fort-gelassen ist. Derartige Curiositäten, die wir hiemit einWr allemal abthun, sind die folgenden:
Siegel des Knappen Otto von Wensine des Aelte-r en an einer Urkunde von 13641) (No. 253). Auf demgelehnten Schilde steht der Helmschmuck ohne Helm,a m linken Eck des Schildes angebracht
Ein anderer Otto von Wensyne führt 1348 auf demSchilde einen Helm ohne Helmschmuck 2 ).
1) Siegel des Mittelalters aus den Archiven der«tadt Lübeck Heft 6 Taf. 13 No. 198.
2) Ebenda Taf. 13 No. 197.
Siegel des Knappen Hinrik van Crumesse to Klem-pouwe an einer Urkunde von 1380 8).
No. 254.
Auf dem Wappenschilde steht ein Helm ohneHelmschmuck,
Siegel IV. C. der Stadt Rapperswil (zwischen 1354und 1458)''): im Schild die Kapperswiler Rosen, unmittel-bar auf dem Schild der Helmschmuck Oesterreich (Kronemit Pfauenspiegel), jedoch ohne Helm.
No. 255.
Sig. IV. C. des Licentiaten Conrad Gab vom J.1480 2 ) Schild mit Schrägbalken; auf dem Schild eineKrone mit Federbusch (No. 256). Fürst Hohenlohe be-zeichnet die Krone sehr richtig als Helmkrone mitHelmschmuck, wenn gleich ohne Helm.
Siegel des Guntzel von Itzenplitz an einer Urkundevon 1490. Wappen: Schräghaiken mit 3 Bärenköpfen.Hinter dem Schilde drei Federn, die wahrscheinlich denHelmschmuck des Geschlechtes repräsentiren sollen(No. 257).
Die Rücksicht auf Raumverhältnisse hat noch an-dere ungewöhnliche Zusammenstellungen entstehenlassen,die, nachdem einmal ein Vorbild geschaffen war, imElsass sogar in die Mode kamen.
Ich meine diejenigen Darstellungen, welche ent-weder zwei conforme Schilde unter einem Helm, oderzwei conforme Helme auf einem Schild enthalten.
3) Ebenda Taf. 12 No. 181.
4) Fürst Hohenlohe, sphrag. Aphor. S. 118. — DasCliche verdanke ich Sr. Durchlaucht.
5) Ebenda S. 69 No. 195.