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Geschichte der Heraldik II. 3.
beide schilt «inde spersinen heim er ahe bautund sturtzin üf des Schildes rant.
Der Schild musste aber in diesem Falle, um siche-ren Halt zu bekommen, gestürzt, d.h. mit derSpitze•nach oben gestellt werden und in gleicher Weisevermochte der Helm nur auf der Spitze des Schildes zuhaften.
Mit dieser Voraussetzung können wir das Bild eineshöchst merkwürdigen Siegels vom J. 1224 als die Illu-stration der obigen Verse ansehen.
Es handelt sich um die Rückseite des Münzsiegelsdes Grafen Albert von Orlamünde und Hol-stein, an Urkunden der Jahre 1224 und 1225. Freih.von Reitzenstein i) beschreibt dieses Siegel ■•
„In einem mit Herzen (Lindenblättern) bestreutenFelde steht ein gestürzter Schild mit den zuvor schonbeschriebenen [zwei dänischen] Leoparden; auf derSpitze des gestürzten Schildes und eines neben demSchilde lehnenden Schwertes ist ein Helm zu sehen,dessen Helmzier ein rechtsgekehrter Leopard ist NebenSchild und Helm steht eine grosse Fahne mit den zweioben beschriebenen Leoparden."
Fürst Hohenlohe hat 2; das Bild des Siegels auseinem besser erhaltenen Abdruck mitgetheilt. Darnachsteht es allerdings fest, dass sich neben dem gestürztenSchilde links ein Schwert befindet.
No. 227.
No. S26.
Die verschiedenen Substrate des Wappens zu einemGesammtbild zu vereinigen dürfte der Gedanke dieserDarstellung sein. Dem Goldschmiede, welcher diesenGedanken zur Ausführung zu bringen hatte, fehlte esan einem sphragistischen Vorbilde, aber auch an künst-lerischer Auffassung, desshalb arrangirte er die Sub-strate in einer Weise, wie sie ohne Zweifel der Naturder Gegenstände am besten entsprach. Auf diesemWege kam die wunderliche, bisher nicht erklärte Zu-sammenstellung zu Stande.
Ein anderes Experiment dieser Art zeigt uns dasschildförmige Siegel des Schultheisen Rudolf von Thunvom J. 124(5. Umschrift: S. Kvodolfi. Scvlteti. J'vnensis 3 ).Im Felde des schildförmigen Siegels sehen wir hier einquergelegten Pfeil (dem Wappenschild entnommen) überdem Wappenhelm. (No. 228;.
In dem Siegel der Stadt Rapperswyl um 1340 er-
1) Regesten der Grafen von Orlamünde S. 78, ab-gebildet auf Taf. I.
2) Sphrag. Aphorismen S. 74. Das Clichc verdankeich Sr. Durchlaucht.
8) Zeerleder Urkundenbuch der Stadt Bern Bd. IIITaf. 11 No. 47.
scheint ein Schild, darin oben zwei Rosen an langenStielen, darunter in der Mitte ein Helm mit zwei Schwa-nenhälsen.
Wir wollen nun die ältesten Siegel überblicken, indenen Schild und Heiin zum Gesammtbild vereinigt ist.Wo nichts anderes bemerkt ist, ist die Zusammenstellungdie später allgemein übliche.
Siegel des Grafen Hartmann von Kiburg an einerUrkunde des Jahres 1243. Vergl. Taf. 4 No. 2. DerSchild ist nach rechts gelehnt, der Helm mit Kleinodnicht auf die Spitze des Schildes gestülpt, sondern amlinken Schildrande aufgesetzt.
Das schildförmige Siegel eines anderen Grafen vonKiburg auch aus dem J. 1243 zeigt den Helm mitKleinod winzig klein oben in der Mitte in dem für dieUmschrift bestimmten Rande, das Kleinod über denselbenhinausragend. Vergl. Taf. 4 No. 3.
Ein Markgraf von Burgau, den von Hefner*) nichtnamentlich nennt, führt 1252 in seinem Siegel an einerUrkunde des Klosters Kaisersheim seinen Wappenschildschräggelehnt, darauf der Helm in Vorderansicht, mitdem Helmkleinod.
Dominus Walterus de Gerolzecke (Hohengeroldseck
No. 229.
4) Altbayerische Heraldik §. 51.