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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 3.

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waz ez gemacht: ich liug iu niht.

diu im daz kleinet het gegeben,

er moht ze dienst ir gerne leben.Peter Suchenwirt spricht an verschiedenen Stellenvon dem Schapel, aber da dasselbe unwesent-liches Beiwerk zum Hehnschmuck ist nicht beiden Wappenbeschreibungen:265 S c h a p e 1 und strauzzen federn

Fürt da inanig stoltzer helt,

Der sich tzu liebe het geselt

0

Durch vrawden trost. durch myiine prunst.Das Schapel erscheint bei Suchenwirt auch als Tur-nierdank

163 Welich ritter da daz peste tutDem geit di schönste vrow gfitEin pluenden chrantz von rosen rotDem pesten chnecht sunder notBin schapel gruen an allen wanch.Sr. Exellenz, Herrn Geheimrath Tilesius von Tile-nau in 8t. Petersburg verdanke ich nachfolgende Zeich-nung eines Schapels nach der Bronoe-Grabfigur desRitters Edmund de Torpe (t 1418).

Der Ritter trägt die Beckenhaube (Bassiuet), aufder das Schapel liegt.

Das Schapel kommt auch als wesentlicher Zu-satz zum Helmkleinod vor. Das Flügelkleinod von Tyrollsfc etwa in der Mitte mit einem Schapel umwunden;der Grund dafür wird spater nachgewiesen werden.'. !>' 'Noch unter Kaiser Friedrich III. wird das Seh ape 1,jetztfliegende Binden" genannt und seiner Be-deutung als Minnekleinod längst entkleidet, nur aufVerlangen verliehen. Unter ca. 400 genauen Wappen-oeschreibungon, die den Diplomen dieses Kaisers ent-nommen sind, habe ich nur 42 solche gefunden, welchediefliegende Binde" erwähnen.

Diefliegende Binde", das alte Minnekleinod, späterauch Zind eibin de (von zindäl, eine Art Taffent)danntürkischer Bund" genannt, weil man längst ver-gessen hatte, dass das Schapel der Kopfputz der deut-schen Frau gewesen war 2 ), diese Binde, sage ich,

1) Herr v. Tilesius bemerkt dabei, dass die Kreuz-otter die aus verschiedenen Farben gewundene Bindevon den Arabern entlehnt hätten (Kopfbinde Kcfieh oderKufieh).

2) Man nannte derartige Unverstand ene Zierrathenentwedertürkisch" oderaltfränkisch."

ist in der späteren Heraldik zum Helmwulst oderBausch herabgewürdigt worden.

Aus dem historischen Verlaufe der Entwickelung,wie ich ihn an der Hand der Quellen dargelegt habe,ergiebt sich von selbst, wie die Zindelbinde (somöchte ich sie am liebsten nennen) richtig zu zeich-nen ist.

6. .0 apitel.

Zusammensetzen von Schild und Helm.

Der Begriff des Wappens, welcher Schildund Helm als etwas Zusammengehöriges,Ganzes umfasst, ist ein verhältn issmässigmoderner Begriff 3 ) den das ganze 13. Jahrhundertnoch nicht gekannt hat.

Die Selbstständigkeit des Helmschmucks gegenüberdem Schild, bekundet sich in der Thatsache. dass in dernächsten Zeit nach dem Auftauchen echter Helmzeichenabgesehen von den Iteitersiegeln, in den Siegeln ent-weder nur der Schild, oder nur der Helm abgebildet wird.Auch aus dem ganzen historischen Entwicklungs-gang, den wir oben dargestellt haben, ergiebt sich,dass man damals Schildzeichen und Helm-schmuck als zwei verschiedene Emblemeauffas s te.

Das Bestreben, die beiden Embleme zu einem Ge-sammtbild zu vereinigen, tritt nach dem Hintritt einesvollen Menschenalters immer noch sehr vereinzelt, inweiteren Kreisen sogar erst im letzten Viertel des 13.Jahrhundert auf.

Diese Zusammensetzung konnte auf verschiedenenWegen erfolgen. Jedoch' war es das am nächsten lie-gende, den Helm auf den Schild zu stülpen, wie dies jaauch mit den wirklichen Waffenstücken gemacht wurde.Rudolf von Ems 1 ) (um 1230) erzählt bei Schilde-rung eines Turnierplatzes, wie hundert Schilde anden Schranken hingen

oh ieglichein schilte enborsah man ein panier stänrieh und wol getanunt einen gezimierten heim.Hartmann von Aue sagt im Erecxmit zühteclichen witzenso erbeizte der gast.8960 sin ros baut er an einen ast.an den stam leinte er

3) Wir haben hier also einen Irrthum zu berichtigen,der von den namhaftesten Autoren der Heraldik ge-theilt zu werden scheint.

Herr v. Mayerfels schreibt:

Mit dem Beginne des XIII. Jahrb. tritt die Heral-dik in eine neue Phase ihrer Ausbildung. Es ist diesnemlich um die Zeit, zu welcher der heraldische Stech-helm, zweifelsohne ursprünglich bedingt durch die Ein-führung und beziehungsweise neue Art der Turniere,überall in Aufnahme kommt und von da fortan mitKleinod und Decken ein neues wesentliches Attribut derHeraldik ausmacht. Erst jetzt formirt ein an-gelehnter oder aufgehängterOriginal-Schildund der darauf gestellte wirkliche Helmmit seinem -Kleinod und Decken ein vollkom-men ausgebildetes Wappen, was wir heutedarunter verstehen"

Auch von Retberg schreibt, in seinen sonst vortreff-lichenKleinen Bemerkungen zur Wappenkunde" {Adler1873 S. 134) dass erst seit der zweiten Hälfte derStaufen-Zeit (etwa von 1225 an) der Helm als wesent-liches Zubehör des Wappenschildes auftrete.

Diess ist jedoch ein Irrthum.

4) Haupts Zeitschrift 18, 89.