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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik 11 3.

No. 209.

NO. 210.

HeUmI

spalten, worin vorn ein Löwe, hinten drei pfahlweisegestellte Rosen ! ).

Peter von Bubenberg, 1241 Schultheis» von Bern,führt in seinem Siegel einen gespaltenen Schild, darinvorn ein Löwe, hinten auf einem Balken ein Dreiberg'.Zahlreiche Geschlechter, die erst im Laufe des13 Jahrhunderts ein Wappen annahmen, fanden somitein hochentwickeltes Wappenwesen vor, welches demGeschmacke des Einzelnen einen weiten Spielraum Hess.Viele Formen, die zu Beginn des Jahrhunderts aus demBedürfnisse der Wappen-Unirung hervorgingen, geltenjetzt als Wappen-Einheit

In diese Geschmacksrichtung werden wir lebhaftversetzt durch eine Wappenheschreihung, die wir imtrojanischen Krieg des Konrad von Würzburg finden.Unser Meister gieht hier dem Grafen Cacndeiz vonGeinte folgendes Wappen, das ohne jede äussere-thignng aus zwei Bildern zusammengesetzt i*t:32720 des schilt erschein gel unde bla

von läsür und von zinober.

sin under theil und ouch daz ober

gezieret was mit bilden

daz ober zweier wilden

serpande lieht von golde wielt

daz under teil an im enthielt

von silber einen adelaren.Ferner ein Wappen gespalten von Gold und Silber,vorn ein weissgekrönter blauer Löwe, hinten drei schwarzeBalken (Wappen des Theseus, Troj. Krieg v. 36120)

halb silberwiz und halber golt

was der schilt, des er do pflac.

in dem guldinen velde lac

ein bläwer löuwe schone

der einer glänzen kröne

von gimmen ftf dem köpfe wielt.

daz silberwize teil enthielt

dir zobelswarze striche.

Bei manchen Wappen dieser Gruppe

lungslinie fortgelassen, entweder weil die

übereinstimmend ist, oder aus Gleichgültigkeit gegen

die heraldischen Farbengesetze.

Siegel IV A. 2. des Borchard jun. von Berwinkeldei gracia miles" vom J. 1295 im Magdeburger Staats-aichiv 2 ). Umschrift:S. Borchardi . Iv)iiori{S) de .Bwinkel. Wappen : ein Wolf über zwei Garben.

Rudolf von Wimmis (Schweiz) führt in seinem run-den Siegel von 12."i9 3 ] (mit der Umschrift: S. Rodolfi .Domini . De . Windemis) einen Schild, welcher oben

t die Thei-Schildesfarbe

1) Zeerleder Urkundenbuch der Stadt Bern Bd. IIITaf. 16 No. 66.

2) Nach einer Zeichnung aus dem Nachlasse vonF. A. Vossberg im Kgl. Geh. Staatsarchiv zu Berlin.

3) Zeerleder ürkut.denb. d. Stadt Bern Bd. 3 Taf. 28u. 36.

einen quergelegten Pfeil, darunter drei (2, 1) Bösenenthält, ein echtes Wappen des Minneritters.

Ein anderes etwas kleineres, rundes Siegel von 1263mit der Umschrift: f S. Rodolfi Advocali . De . Wen-demis enthält im Schilde bloss einen schräggelegtenStral.

Siegel IV A. 2. des Mathias de Axowe, advocatusin Rozstoc, an einer Urkunde von 1298. Umschrift:f iSV Militis Mati(e) de Axchoive ui ). Bild: zweiScheeren über einem Seeblatte.Die Quertheilung desSchildes, welche wir auf den späteren Axekow'schenSiegeln regelmässig finden, ist auf diesem ersten nichtangedeutet".

No. 211.

Eine in den Kheinlanden heimische und beliebteForm der Wappenverbindung war diejenige durch Auf-legung eines Frei vierteis oder einer Vierung.

Conradus dictus Boiz de Waldeck, miles, besiegelt1285 eine Urkunde der Edelherren Wilhelm und Udovon Waldeck mit seinem schildförmigen Siegel 5 ). DasFeld ist gegittert und mit rechtem Freiviertel versehen,welches drei schräg aneinander gereihte Schnallenenthält (No. 212).

Dietrich von Eckerscheid, Sohn des Johann vonLöwenberg aus dem Stamme der Grafen von Sponheim,führt gleich diesem 1338, 1360 den geschachten Schildmit Turnierkragen, im rechten Obereck eine Vierungdarin ein Mauer a nk er 6 ). Sein Bruder Johann vonMerheim siegelt 1338 und 1360 mit demselbenSchilde.

Bitter Heinrich von Löwenberg, demselben Ge-schlechte angehörig, führt 1343 den geschachten Schildmit einem Turnierkragen und der rechten Vierung,darin vier Querbalken').

4) Meklenb. ürkundenb. IV. S. 71.

5) Günther, cod. dipl. Rheno-Mos. IL No. 53.

6) v. Ledebur, Adelsarchiv I. S. 9 f.

7) Ebenda S. 15.