Geschichte der Heraldik. IL S
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Schreibung: „gespaltenes Siegelfeld, in welchem links i)ein halber an den Theilungsstrich anstossender Seh wansichtbar ist, rechts vier wolkenartig gezinnte Querbal-ken oder vielleicht ein mit vier Querreihen Pelzwerk(Feh) belegtes Feld".
Gegen die Bezeichnung des Vogels als Schwan(doch nur der anscheinenden Schwimmi'üsse wegen) hatsich Fürst Hohenlohe mit Entschiedenheit erklärt.
Eine Schrägtheiluug behufs Vereinigung zweierEinheiten — Wappenthier und Heroldsbild — kommtbei dem Wappen der Grafen von Görz frühzeitig vor.Ulrich v. Liechtenstein beschreibt dieses Wappen unterdem Jahr 1227 in den auf S. 91 Spalte 1 mitgeteiltenVersen a ).
Dieser Schnitt, welcher den Schild in zwei selbst-atäiulige Hälften theilte war eines derjenigen Momente,von denen die folgende Entwickelung des Wappenwe-sens abhing. Er beseitigte die oben (S. 169) dargelegtenSchwierigkeiten hinsichtlich der naturgemässen Dar-stellung gewisser Thiere. die man nunmehr in den be-quemsten Thefl des Schildes drängen konnte. Als Bei-spiel folge das gemeinschaftliche Siegel IV A. 1 derGebrüder Otto und Gebhard von Schwerin v. J. 1296 3):getheilt, oben ein laufendes Pferd, unten ein Pelzmuster(pfähl weise geordnet) von Grau werk.
Es war aber auch das Eis für eine Unzahl vonNeuerungen gebrochen.
Viele Geschlechter, die bereits ein Wappen besassen,formten nun, der Moderichtung entsprechend, dasselbeum. Fand man kein Wappen, auf das man durch Erb-schaft oder vermöge eines anderen Rechtstitels An-spruch erheben konnte, so wurde ein Zusatz willkürlicha ngenömmen, der entweder die Farbenwirkung erhöhteoder dem Wappen eine neue sinnbildliche Bedeutung gab.
Das schildförmige Siegel des Herdegen Holzschuher■aus dem 13. Jahrb. ist mit einer Spitze getheilt, undenthält oben einen wachsenden Adler, unten im schraf-firten Felde einen Holzschuh i ).
Die ungewöhnliche Theilung scheint lediglich durcheine praktische Erwägung veranlasst zu sein: beide
1) Herr v. Mülverstedt kehrt bekanntlich die Be-griffe von rechts und links um
2) Aus Versehen ist dort das Wappen als dasjenigedes Liutfrit von Eppenstein bezeichnet.
3) Fürst Hohenlohe, sphragist. Aphorismen S. 7No. 17. Vergl. Pelzwerk S. 16. — Das Gliche verdanke»oh Sr. Durchlaucht.
4) Original-Stempel im Germanischen Museum zuNürnberg.
Figuren haben nämlich dadurch Kaum gewonnen undvermochten in grösserem Massstabe dargestellt zu wer-den als in einem durch die Querlinie getheilten Schilde.
Als Wappen-Zusätze symbolischer Be-deutung kommen Rosen und Sterne besondershäufig vor.
Graf Poppo II. von Wertheim führt in seinem Sie-gel an einer undatirten (von Aschbach 5 y auf ca. 1235bestimmten) Urkunde einen getheilten Schild, darinoben ein wachsender Adler, unten drei (2, 1) Rosen.Der Graf kommt schon 1212 als Inhaber eines — wahr-scheinlich desselben — Siegels vor, wobei es freilichnicht ausgeschlossen ist, dass im Siegel die untereHälfte des Schildes später umgearbeitet, wurde. Jeden-falls ist das ursprüngliche Wappen der Grafen von Wert-heim ein Adler und die Rosen ein späterer Zusatz.
Siegel IV 0. Gumpert's von Alsleben vom J. 1303 8 ).Der Schild ist quergetheilt, oben ein wachsender Löwe,nuten drei (2, 1) Rosen.
"^-ifel
NO. 208.
Siegel des Henning v. Löwenberg an einer UrkundeVom J. 1355 im Müncheberger Stadtarchiv: querge-theilter Schild, oben ein wachsender Löwe, unten dreiRosen. Der Schild ist von drei Steighaken (1, 2) be-seitet (dem bekannten Bredow'schen Wappenbild), wel-che Vossberg auf das mütterliche Wappen des Henningbezieht.
Aehnlich so, nur statt der Rosen: Sterne enthal-tend ist das Wappen der v. Eulenburg.
Rundes Siegel des Johannes von Suntheim an einerUrkunde von 1336 V Der Schild enthält einen Leopar-den über drei (2, 1) Rosen (No. 209).
Gerhard von RÜmlingen führt 1252 den Schild gc-
5) Geschichte der Grafen von Wertheim II. S. 29.
6) v. Schönberg, Geschichte des Geschlechts vonSchönberg II. Bd. Leipzig 1878. Taf. IV.
7) Gliche ans dem Fürstenbergischen Urkundenbuch