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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 3.

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Die im 14. Jahrhundert in Ungarn regierendeDynastie Anjou 1 ) führte schon seit dem Ende des 13.Jahrh. die Wappen Ungarn und Anjou im gespaltenenSchild. Peter Suchenwirt beschreibt das Wappen desKönigs Ludwig wie folgt:

Den schilt man sieht getziret

In planchweis gleich partiret

Ain part die geit Hechten schein

Von perlein chlar und von rubein,

Purliert, acht stukeh sind dar gelait

In parraweiz und wol berait

Di ander part ist hymel pla,

Dar auf reichlich getziret da

Sind lilygen reich von gold erhaben

Gestrewt. die dikhe stewer gaben

Den wappen mit ir reichen prelien,

Die liepleich wol sind an zesehen,

Seinz helmes dach gechrönet

Mit gold ist reich beschönet

Dar in leit manich edel stain

Verworcht und auch polliret rain;

Tzwo strauzzen vedern in der chron

Gestakcht, da twischen sieht man schon

Den strauzzen hals hermleinen

Sein äugen von rubeinen

Glesten gen der veinde schar

Der snahel ist von golde gar

Dar inn er fürt ze preisen

Gestalt, als ein hufeysen

Gepogen chlar von golde vein

Gechrönet ist daz hawbet sein

Mit golde reich.Im J. 1296 siegeln die Gebrüder Conrad v. Husenund Peter v. Schongow (Schongaui. Der letztere führtim Schild drei Sparren, Conrad dagegen hat einen ge-spaltenen Schild, darin vorn ein Löwe, hinten die

No. 202.

No. 203.

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drei Sparren. Da Conrad v. Husen ein Dienstmann derHerzoge von Bayern war und der Löwe in späterenQuellen in den Farben des sogenannten pfälzischen Lö-wen erscheint, so ist der Löwe in dem gedachten Siegeljedenfalls der herzogliche.

Siegel des Friedrich von Molzan, Ritters, an einer Ur-kunde des J. 1293 (No. 203). Wappen: ein W e i n s t o c k.

1) Karl Martell von Sicilien erhob seit 1290 An-spruch auf das Königreich Ungarn, mit Unterstützungdes Papstes, der ihn von seinem Legaten krönen liess.Karl Martell starb 1295, ohne einen Theil Ungarns er-rungen zu haben.

Sein Sohn Karl Robert brachte den Erzbischof vonGran auf seine Seite. Als dann König Andreas (f 14.Jan. 1301) den Mannsstainm der Arpad beschlossenhatte, entstand ein Streit von Gegenkönigen, aus demKarl Robert als Sieger hervorging, indem er 1308 vonder Reichsversammlung zu Ofen förmlich zum Königgewählt wurde. Er starb 1342.

Ihm folgte sein Sohn Ludwig (17 J. alt), welcherim J. 1382 starb.

An derselben Urkunde hängt das schildförmige Sie-gel seines Bruders Ludolf, welches einen gespaltenenSchild enthält, darin vorn zwei Hasenköpfe, hinten einhalber Weiustock am Spalt, ähnlich wie auf dem fol-genden Siegel IV A. 2 des Ritters Heinrich von Maltzanvom J. 1307 2).

No. 204.

Diese Zusammenstellung erklärt sich durch eineverwandtschaftliche Beziehung zur Familie Hasenkop,deren nähere Beschaffenheit jedoch noch nicht ermit-telt ist.

Sig. IV. A. 1 des Arnold von Ummendorf an einerUrkunde des Jahres 1358 3 ). Nach v. MülverstedVs Be-

No. 205.

No.

2) Meklenb. Urkundenbuch X. 655 No. 318.

3) Fürst Hohenlohe, sphragist. Aphorismen S. 612. Das Cliche verdanke ich Sr. Durchlaucht.