Geschichte der Heraldik. II. 3.
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da er daz vetich niene enhät12445 ein herre ganz haben sol
sines herzen vetich wol,
daz er vliege üf sin gerillt
mit ungelichem urteil niht
der gebure und der knecht12450 und der herre habe sin recht.
Der gute Thomasin stand mit diesen Anschauungenziemlich allein. Die Zeitgenossen verstanden sehr wohl,dass der halbe Adler in dem gespaltenen Schild anStelle des ungetheilten Wappenvogels stehe und den-selten repräsentire. Aehnliche Wappenvereinigungensind im 13. Jahrhundert in grosser Anzahl entstanden.Siegel IV. A. 2, welches 3245 von den GebrüdernOtto und .Konrad genannt Kalb, Herren von Crumbach(im hessischen Odenwald) benutzt wird. Es ist jedochnach der Umschrift: „f Siuill. Advocat(i) HenriciDe ....." das Siegel ihres Vaters Heinrich von Crum-bach, Vogt des Klosters Höchst an der Mümling (f vor1219). Der Schild enthält vorn einen halben Adler,hinten einen quergelegten geschachten Sparren i).
No. 198.
Günther von Chrimaschow, judex generalis TerraePlissnensis führt in seinem Siegel von 1244 einen ge-spaltenen Schild, darin monogrammatisch vereinigt einenhalben Adler und eine halbe Kose.
Siegel der Stadt Wusterhausen in der Mark Bran-denburg, an einer Urkunde von 1551 erhalten, dochaugenscheinlich dem 14. Jahrhundert angehörend. DasBild ist zusammengesetzt aus einer halben Lilie (vomPlotho'sehen Wappen) und halb Brandenburg. (Nn. 199).
Siegel des Grafen Ulrich von Aarberg an einer Ur-kunde des J. 1249 Umschrift: „f Sigillvm. Volrici.Comitis. In, Arperci).
No. 200.
Als interessantes Seitenstück hiezu sei angeführtdas Siegel des Grafen Rudolf von Neuenbürg an einerUrkunde von 1247. Umschrift: S. Hodolfi. De. NovoCastro^).
No. 201.
Wir sehen hier ganz ähnliche Figuren, ein Bauwerkund ein Heroldsbild, in loser Zusammenstellung. Aehn-lich würde das vorherige Wappen, in seine Bestand-theile aufgelöst, ausseben.
Heinricus de Sunneberg führt I2G4 einen gespal-spaltenen Schild, darin vorn eine Schafscheere, hintendreimal sparrenweise getheilt. — Die Wappen-Einheit,welcher die vordere Hälfte des Schildes entnommen ist,besteht aus zwei Schafscheeren.
1) Correspondenzblatt des Gesammtvereins 1875. Nr.6.
2) Zeerleder Urkundenbuch der Stadt Bern Bd. IIITaf. 13, Nr. 50.
3) Ebenda Taf. 13, No 49.