Geschichte der Heraldik. II. 3.
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1) Auf- oder Nebeneinanderlegnng der Figuren.
2) Aufeinanderlegung des ganzen Schilde
3) Nebeneinanderlegung der halbirten Schilde.Das oben S. 106 unter Nr. 53 mitgetheilte Reiter-
siegel des Herzogs Boleslaw I. des Langen von Breslauvon 1179 zeigt im Schild zwei aufeinander gelegteWappenbilder; auf der Brust des Adlers liegt ein auf-gewendeter von einem Kreuzchen überhöhter Halbmond.Dieses Bild wird von Herzog Heinrich dem Bär-tigen, dem Sohne des vorgenannten Boleslaw in seinemSiegel III B. 2a als selbstständiges Schildzeichen be-nutzt.
No. 195,
Heinrich IL Herr von Dieburg (östlich von Darm-stadt) führt in seinem Siegel an einer Urkunde desJahres 1208 einen quergetheilten Schild, der mit einemSchachsparren überlegt ist. Dass wir hier zwei unirteBilder vor uns haben, zeigt das Siegel seines VettersSibodo von Lauda Can der Tauber) vom J. 1209, daslediglich einen Schild mit einem „horizontalen Band"enthält i).
In ähnlicher Weise zusammengesetzt ist das Wappender v. Dorstat (Vergl. S. 172 Siegel Nr. 175).
Der Wappenschild des Grafen Berchtold v. Lechs-gemünd, mit dem er 1217 siegelt") (Kaiser'sheimer Ur-kunde) zeigt eine mehrfache (b.—g) Balkentheilung unddarüber einen (r.) Pantier.
Rückseite des Siegels des Königs Andreas II. vonUngarn an einer Urkunde von 1233, (worin er sich'vordem päpstlichen Legaten zur Aufrechterhaltung derLandes-Privilegien verpflichtet).
Die Vorderseite zeigt den thronenden König unddie Umschrift f Andreas. Di. Gra. Ungie. Dälm. Croac.Rame. Svie. Galic. Lodomerie. que Bex.
Die obige Rückseite (No. 195) ist umschrieben:Sigülum. secundi. Andree. Tercii. Bele. Regis. Fun").
Herr Dr. Em. Henszelmann schreibt a. a. 0.
„Auf dem Spitzbogenschild das Balkenfeld des Lan-deswappens; auf den Silberbalken schreitende Löwen;auf den oberen drei je zwei, gegeneinander gekehrt,
1) Dr. Gustav Schenk z* Schweinsberg im Corre-xpondenzblatt des Gesammt- Vereins 1875 S. 45 f.
2) v. Hefner, Altbayr..Her. §. 47.
3) Mittheilungen der Je. k. Centralcommission XIX.Jahrg. S. 237.
mit einem Schilde zwischen sich, auf dein untersten eineinzelner Löwe."
„Ich glaube in meinen „Grabungen des Erzbischofsvon Kalocza" nachgewiesen zu haben, dass die Königedes Hauses Aipäd den Löwen zum Familienwappenthierehatten, und dass dieser mit Elisabeth nach Thüringenüberging (?), während er in Ungarn nach Bela IV. demBalkenschilde Platz machte."
Allerdings dürfte in dem obigen Schild eine Ver-bindung des Wappenthieres mit dem Heroldsbilde, nichtein zufälliger Zusatz zum Schilde, vorliegen.
Umgekehrt ist die Aufeinanderlegung in dem schonim Anfange des 13. Jahrh. in dieser Form bestehenden,■wahrscheinlich von dem Landgrafen Hermann ange-nommenen Thüringischen Wappen- Herbort v. Fritzlarbeschreibt das Wappen im Liet von Troye (.1210)*) alsWappen des Hercules.1325 Der kunic quam auch zu gewer
Do sach er vnder dem her
Oben von der mure
Einen schilt von lasnre
Dar inne einen lewen glizzen1330 Voii roten und von wizzen
Und eine baniere damite
Harte glich an dem snite
An dem zindate
Als der schilt in varwe hate.Aehnlich ist das Wappen der Markgrafen von Mährenzusammengesetzt: Siegel IV. A. 1. der Stadt Olmützvon ca. 1300. Umschrift: „f Sigillvm* Gvivm :•: De •;Olomvcz b ). (No. 196).
Die Aufeinanderlegung der Wappenbilder hatteaber einen Nachtheil, der damals schwer ins Gewichtfallen musste. Derartige Combhiationen waren nämlichmit den Gesetzen der Farbenpaarung nicht in Einklangzu bringen. Nicht nur wurde die Zweizahl der Farbenüberschritten, sondern es kam auch Farbe auf Farbe,
4) Herbort bearbeitete das Lied auf Anregung desLandgrafen Hermann.
5) Aus den Mittheilungen der k. k. Centralcommis-sion in Wien 1882 S. 128. — Das Gliche verdanke ichder Güte Sr. Excellenz des Freiherrn v. Helfort.