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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 3.

No. 191.

einer Leiste, diB ohen und unten mit je 6 Zinken be-setzt ist.

Ortolf von Leiterberg führt in seinem runden Sie-gel von 1277 einen Schild, darin auf einem Dreibergeeine aufgerichtete Leiter ij-

In nördlichen Deutschland kommt noch zu Anfangdes 14. Jahrhunderts der heraldische Berg ziemlich sel-ten vor. Zu den ältesten Wappen dieser Art gehörtdasjenige der von Schwänenberg.

An einer Urkunde des Stadtarchivs zu Königsbergin der Neumark von 1319 hängt das schildförmige Sie-gel des damals bereits verstorben gewesenen Johann v.Schwanenberg*): auf einem Dreiberg ein Schwan mitausgebreiteten Flügeln.

Aehnlich ist das Siegel IV. A. 2 des Ebel von Fid-dicbow an einer Urkunde des J. 1310 .im Archiv derStadt Königberg N. M.») Umschrift:f D(o mini.JEbelonis. de. Wichdve" Wappen: ein Schwan über einemDreiberg.

NO. 192.

Einen Bergvorsprung oder Ausläufer eines Höhen-zuges nannte die Volkssprache ein Eck. Das heral-dische Bild eines solchen Eckes ist ein schräger, mehroder minder schroff abfallender Drei- oder Vierberg mitrunden oder zackigen Ausbuchtungen.

1) v. Weeck, Cod. Salem Siegel No. 116.

2) Es heisst in der Urkunde:In cuius testimoniumsigillum patris mei videlicet Johannis de Swaneberchfelicis recordationis nichilominus et meum presentibusest appensum" {Vossbergs Nachlass).

3) Nach einer Zeichnung aus dem Nachlasse vonF. A. Vossberg im Kgl. Geh. Staatsarchiv zu Berlin.

Dieses Bild kommt meistens als redendes Wappenvor. Eine Ausnahme bildet z. B. das Wappen der v.Weiler.

Schildförmiges Siegel des Evridus de Weiler aneiner Urkunde von 1288 4 ).

No. 198.

In der Züricher Wappenrolle Nr. 32(> finden wirdieses Wappen mit der Ueberschrift Wile (Thurmblau in gelb, der gezackte schräge Fuss (Eck) roth).

Aus diesem Wappen zog ich den Schluss, dass dernamengebeude Ort die oben bestimmte geographischeLage einnehmen möge, was denn auch durchaus be-gründet ist. Der betr. Ort ist Efrizweiler, GemeindeKluftern, Bezirksamts Ueberlingen in Baden.

Da in dem Namen Weiler keine Beziehung aufeine Anhöhe liegt, so ist anzunehmen, dass obiges Wappennicht ein Bild des Namens, wohl aber ein Bild desBurgsitzes der v. Weiler darstellt.

Conrad Fürst von Hirschegg führt in seinem schild-förmigen Siegel vom J. 1239 einen schrägen Vierberg,welchen ein Hirsch erklimmt 8 ).

Seltener ist ein anderes Bild für Stein, welchesspäter Stufenkreuz genannt wird z. B. im Wappen derSteinberger von Steinberg', eines altbayerischen Ge-schlechtes nach einem Siegel von 1315No. 193.

^

Einen genau so geformten Stein auch in die-sem Falle redend, sehen wir im Stadtsiegel vonStendal.

2. Ca pitel.Vereinigung mehrerer Wappen.

Einen grossen Fortschritt auf dem Wege der kun s t-massigen Entwicklung bildet die Vereinigung mehrererWappen im Schilde.

Die Kunstmässigkeit der Wappenvereinigung zeigtsich auch darin, dass man immer diejenige Methodewählte, welche für den jeweiligen Fall die zweck-mässigste war, um die beiden Bilder zu einem gefälligenGanzen zu verschmelzen.

Ziemlich gleichzeitig verfügt das Wappenwesenüber drei Methoden der Wappen-Unirung:

4) Cliche aus dem Fürstenbergischen UrkundenbuckV, No. 20.

5) Siegeltafeln zum Codex Salemitanus von v. WeechNo. 25.