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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 3.

No. 180.

Das Wappen Lothringen beschreibt Conrad v. Würz-burg im Turnei von Nantkeiz wie folgt:

der fürste von Lutringen,

ein herzog aller schänden bar,

der fuor ouch in der selben schar

gezieret wol durch eren solt

üz sime schilte erlühte golt,

daz in bedacte und umbevienc.

entwerhes von dem orte gienc

biz an die spitze ein röter strich,

der liez von kelen schouwen sich,

und lühten üz im wandeis fri

snewitzer adelaren dri

die glizzen von hermine blanc.Conrad v. Würzburg giebt im Turnei von Nantkeizauch das Wappen der Grafen von Blois

dar kam der gräve rieh von Bleis

geblüemet herlich üf daz gras.

sin schilt mit siben strichen was

vil wol bedecket über al

die durch in giengen hin zetal

als in diu wäre schult gebot.

von kelen viere waren rot

und wären dri vech unde bunt.

der schilt der heide zaller stunt

gap liehten unde tiuren schin.

entwerhes über die breite sin

gestrecket was mit solde

ein stücke lieht von golde

in dem die siben striche

da giengen wunnecliche

dar inne gein der spitze.Fahne 1 ) giebt das Wappen der IsendornaBloiswie folgt:

Ein goldenes Schildeshaupt und in dem übrigenrothen Felde drei ablange silberne Balken, belegt mit

No. 181.

blauen Eisenhütlein; auf dem Helm steht ein goldnerLöwe zwischen zwei schwarzen Pechfackeln mit gol-

denen roth auslaufenden Flammen. Zuweilen sind dieBalken und die Eisenhütlein silbern"

Siegel des Heinrich von Liebenau an einer Urkundev. 12692).

No. 182.

Der Schild ist sechs-fach quergetheilt und ist ab-wechselnd mit Streifen von Pelzwerk (Glockenmuster)und 3, 2, 1 Rosen besetzt.

Der Inhaber dieses Siegels war ein Bruder desFriedrich v. Schönburg, dessen Siegel wir oben S. 170unter No. 167 abgebildet haben.

Schildförmiges Siegel des Johann v Blumenberg aneiner Urkunde von 1308. Das Wappen besteht aus ab-wechselnden rothen und Vehstreifen (die letzterendoppelfarbig, weiss-blau).

No. 183.

1) Geschichte der Kölnischen etc. Geschlechter.

Ein hierhergehöriges Wappen ist dasjenige derHerren von Aufsess in Franken, die im blauen Schildeinen silbernen Balken mit rother Eose belegt, führen.

Wenn wir berücksichtigen, dass die Herren vonAufsess ihre Geschichte bis ins 12. Jahrh. zurückzu-führen vermögen und von Anfang an ihrer Heerschilds-stellung nach wappenfähig waren, so werden wir nichtzweifelhaft sein, dass wir in dem oben beschriebenenWappen gleichsam eine der neueren Entwicklung desWappenwesens angepasste Fassung vor uns haben. Das

2) v. Schönberg, Geschichte des Geschlechtes vonSchönberg II. Bd. S. 178.

3) Das Cliche (aus dem Fürstenbergischen UrJcunden-huch V No. 33) verdanke ich dem Fürstenberg'schenArchive in Donaueschingen.