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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. :l.

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ursprüngliche Wappen der Herren von Aufsesa dürfteeine Rose gewesen sein.

In gleicher Weise ist das ursprüngliche Wappender Herren von Alvenslebeü eine Rose, welche inder ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts mit einer He-roldsfigur in sehr geschmackvoller Weise verbundenwurde').

Schildförmiges Siegel IV. A. 2. des Johannes Truch-sess von Alvensleben an einer Urkunde des Jahres 1304.Umschrift:S. Iohanis. Dapiferi. de. Alvensleve. a DerSchild dreimal getheilt, im zweiten Striche zwei, in vierteneine Rose.

No. 184.

Dieses neuere Wappen der Herren von Alvenslebenist seit 1241 sphragistisch nachweisbar.

Ein Andreaskreuz (Schrank = Schrägen) mit einerRose belegt, beschreibt Conrad v. Würzburg im Trojan.Krieg als Wappen des Pelimatreis32413 . . . fuorte in eime schilte blanc

von läsür einen bläwen schrancder schein wol einer spanneu breit,enmitten üf den schranc geleitvon golde was ein rose rot.

Graf Peter v. Bucheck führt in seinem schildför-migen Siegel von 1240 einen mit drei vierblätterigenRosen belegten Pfahl 8 ).

Burkhard von Tess führt 1253 ein schildförmigesSiegel mit der Umschrift: f Sigillvm. Bvrchardi. DeTesson 1 ). Dasselbe zeigt einen mit Lindenblättern be-streuten Schrägen (Andreaskreuz).

Ulrich Herr von Ulvingeu (Ilfingen) führt 1264 inseinem schildförmigen Siegel mit der Umschrift: f Sig.Vlrici. Domn. De. Ulvingin, einen vier mal sparren-förmig getheilten Schrägbalken; in der Spitze des Schil-des ein Stern 8 ).

Hermannus dominus de Mulenarke führt in seinemrunden Siegel von 1276 einen Schild mit zwei (in zweiReihen) geschachten Querbalken 6 ).

Eine Combination die Conrad von Würzburg anzu-wenden liebt, ist eine mit einer zweiten Figur belegte

1) Vossberg (handschriftl. Nachlass im Geh. Staats-archiv zu Berlin) macht zu einem Siegel des Rudolf v.Gatersleben v. 1345 (Wappenbild: eine Rose) die An-merkung:Gerken bemerkt, dass dieses Siegel mit denälteren der Herren von Alvensleben übereinstimme undschliesst daraus auf gleiche Abstammung mit diesen."

2) Nach einer Zeichnung aus dem Nachlasse vonF. A. Vossberg im Kgl. Staatsarchiv zu Berlin.

3) Zeerleder Urkundenbuch der Stadt Bern Bd. IIITaf. 11, Nr. 44.

4) Ebenda Taf. 16, No. 68.

5) Ebenda Taf. 22, No 102.

6) Günther cod. dipl. Bheno-Mos II. Nr. 33.

Scheibe. So giebt er im Trojanischen Krieg demLifronis (ein edel markis") folgendes Wappengel sam ein ringelbluomefuort er ein wäpenkleit gebritenda wären schiben üf gesnitenüz purper gruener denne ein gras,in ieglicher schiben wasein silberwizen sterneferner im Partonopier dem Margalis, einemkunegvon der heidenschaft"14486 reht als ringelbluome

deck unde knrsit wären gel,da grüene schiben sinewelstuonden üfe sam ein gras,in der iegelichen wasein adelar von silber wiz.Die Züricher Bolle enthält mehrere ähnlich aufge-rissene Wappen:

No. 271 Bineg: in Schwarz eine weisse Scheibe,darin ein rother Leopard.

No. 270 (unbestimmt): in Weiss eine schwarzeScheibe, darin eine weisse Lilie.

No. 271 (desgl. V. in Roth eine w.eisse Scheibe, darinein schwarzer Bärenkopf.

No. 413 Der Dolle von Martdorf: in Weiss eineschwarze Scheibe darin ein rothbewehrter weisser Kra-nich oder Storch

Endlich finden wir im 13. Jahrhundert schon ge-meine Figuren, die von kleineren Figuren in der Mehr-zahl begleitet sind.

Das Wappen der Grafen von Bare beschreibt Con-rad von Würzburg im Turnei v. ^antheiz:den schilt fuort er von läsür blägeverwet und verdecketund wären drüf gestrecketvon golde zwene vische.da bi mit undermischelac drinne manic kriuzelin,daz ouch erluhte güldinund üz dem bläwen velde schein.Besonders beliebt zu Schildfüllung sind die Schin-deln (z. B. in den Wappen Nassau, Solms .

Die jetzt eingetretene Entwickelung der Wappen-kunst hatte eine auffallende Vermehrung der Namen-wappen zur Folge Dieselben, im Uebrigen so alt wiedas Wappenwesen selbst, waren in ihrer bisherigen Ein-fachheit keiner Entwickelung fähig. Durch die ver-mehrten Hülfsmittel der Wappenkunst wurden sie sehrin Aufnahme gebracht. Selbst grosse Geschlechter ver-liessen ihr altes Erbwappen und legten .sich ein neuesStammwappen bei oder verbesserten ihr Wappen derMode gemäss.

Die Mode der Namenwappen hatte indess eine un-verkennbare Rückwirkung auf die Wappenkunst selbst.Das Suchen nach heraldischen Namenbildern liess man-ches Heroldsbild neu entstehen und gab bereits be-stehenden Heroldsbildern eine symbolische Bedeutung.

Die Entwicklung eines heraldischen Bildes fürBurg, Berg, Stein und Eck, illustrirt diesen Vor-gang in sehr lehrreicher Weise.

Das heraldische und sphragistische Bild von Burg,Berg, Stein (in geographischen Namen, z B. Tecklen-burg, Perleberg, Regenstein) ist eine festungsartige An-lage, wirkliche gemauerte Schlösser mit Thürmen undUmfassungs-Mauern.

Sig. IL B. des Grafen Otto von Tecklenburg1226-61') (die Umschrift: f Sigillum comitis de Tekene-burg verschweigt den Taufnamen). Das redende Siegel-bild zeigt eine mit Mauer umschlossene Burg. (No. 185).

7) Fürst Hohenlohe, sphrag. Aphor. S. 25 No. 74.Das Cliche verdanke ich Sr. Durchlaucht.