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Geschichte der Heraldik II. 3.
Graf Siegfried von Osterburg i) führt in seinemauf Taf. 2 Nr 8 abgebildeten Siegel an einer Urkundedes J. 1225 einen getheilten Schild, dessen untereHälfte drei (2, 1) Rauten enthält.
Richard v. Zerbst führt in seinem Siegel, welchesan Urkunden des Jahres 1259, 1262, 1264 vorkommt,ebenfalls einen getheilten Schild; in der unteren Hälftedrei (2, 1) Rosen.
Ein hierhergehöriges Wappen ist das des Regens-burger Domvogtes von Lengen bach, welches Ulrichvon Liechtenstein in seinem Frauendienst aufbewahrt hat.Der Schild wird beschrieben:
ir ober teil daz was gevarschöne, beltzvech wiz unt blä,wol underscheiden hie und da.:daz nider teil daz was gar golt.
Eckhardus Holtsate dictus de Parkentin führt inseinem Siegel von 1240 im Schilde unter dem Schildes-haupte vier SchräglinksbalkenSj.
Das runde Siegel des Theodericus burgrauius deRynecke an einer Urkunde von 1-215 enthält einen ge-weckten Schild mit Schildeshaupt3).
Die Züricher Bolle enthält eine ganze Reihe solcherCombinationen, für deren Aufriss ausnahmslos zweiRücksichten massgebend sind: einmal das Gesetz derFarbenpaarung, anderseits die nicht minder praktischeErwägung, welche Hälfte das gewählte Bild am schick-samsten aufzunehmen vermag. In letzter Linie , wennmehrere Combinationen möglich waren, gab selbstver-ständlich der Geschmack des Inhabers den Ausschlag.
So waren in der Dreizahl wiederholte Figuren, wennman sie in eine Quer-Reihe setzte, in die obere Hälftedes Schildes zu bringen, während zu 2, 1 gestellteFiguren die untere Hälfte einnehmen müssen, wie wirdiess an obigen Beispielen gesehen haben.
Ein Seitenstück zu dem Wappen der Grafen vonOsterburg bietet das Wappen Nr. 339 der ZüricherBolle: getheilt von Schwarz und Weiss, in der oberenHälfte drei weisse Wecken in einer Reihe.
Das Wappen Nr. 558 der Z. W.B. zeigt einen silber-blau getheilten Schild, oben einen schreitenden rothenLöwen.
Wurden dagegen die Figuren so gestellt, dass siebeide Hälften des Schildes einnehmen, so war ein Ver-stoss gegen das Gesetz der Farbenpaarung nicht zuvermeiden.
Hin derartiges ganz missfarbiges Wappen zeigt dieZüricher Bolle unter Nr. 362: in Roth ein schwarz-weissgetheilter Löwe.
In allen übrigen Beispielen, welche uns die ZüricherBolle darbietet, hat man nun ein Auskunftsmittel ge-wählt, welches die optischen Nachtheile der Missfar-bigkeit gänzlich beseitigt.
Man hat nämlich die Theilung des Schildes immerdurch Metall und Metall oder Farbe und Farbe bewirkt.
Das Wappen Nr. 241 tohne Namen) enthält imwei ss-gelb gespaltenen Schild einen rothen Eberkopf.
Nr. 284 Casteln: gelb-weiss gespalten mit rothemLeoparden.
Nr. 484: weiss-gelb getheilt mit schwarzem Hirsch-horn.
Endlich Nr. 539 mit nachfolgender Abbildung:roth-grün getheilt mit einem weissen Löwen.
Nr. 174.
sion f. Baudenkmale XVII. Bd. Das Gliche verdankeicli Sr. Excellenz, dem Herrn Baron v. Helfert.
1) Adelheid, Schwester Albrechts des Bären, vermähltesich 1128 mit dem Grafen Werner III. von Veitheim. DasGeschlecht nahm 1170 seinen Sitz zu Osterburg undnannte sich seitdem nach diesem Orte. Mit dem Gra-fen Siegfried erlosch das Geschlecht im J. 1242.
2) Siegel des Mittelalters aus den Archiven derStadt Lübeck 5. Heft Taf. 9, No. 134
3) Günther codex Bheno-Mosell. IL Taf. 7.
Ich füge hier noch bei das Siegel des Conrad vonDorstat, Comthur des Johanniterordens zu Schöneck, aneiner Urkunde von 1326: im getheilten Schild ein „ge-schachter" Schrägbalken.
Nr. 176.
Dasselbe Bild zeigt ein Siegel des Walther vonDorstat an einer Urkunde von 1279, während Borchardv. Dorstat 1311 im linken Oberwinkel noch einen Adlerführt. —
Ein anderes, noch wirksameres Mittel, um die Nach-theile der Missfarbigkeit bei getheilten Schilden zu ver-meiden und zugleich ein Mittel zur Erzielung prächtigerEffecte, bietet die Farbenverwechselung. Es ist auf-fallend, wie selten dieses Mittel im 13. und 14. Jahr-hundert in Anwendung gebracht wird:
Der Fleier beschreibt im Garel eine von Weiss undBlau getheilte Fahne:
Ouz den plaben teile gap liehten schinein liebarte weiz herminin den weizen teile ein liebart pla.Conrad von Würzburg beschreibt im Engelhard einWappen mit verwechselten Tincturen:2504 sin schilt geteilet was alsusdurch ganzer werdekeit soltwas er oben rehte goltund da niden läsürvarvon golde stuont ein adelarin dem blawen velde dada wider zwene lewen blain dem golde lagen da.Siegel IV. C. des Ritters Dietrich v. Quitzow aneiner Urkunde von 1362. Im Siegelfelde rechts dergekrönte Buchstabe Z, links der gekrönte Buchstabe K.