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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 2.

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ebenso wie der Name vom Schachspiel hergeleitet«ei. Erst in neuester Zeit ist die Entdeckung gemachtworden, dass die Schachirung in vielen Fällen dasheraldis che B ild von Mauerwerk ist. Daraufführte zunächst das redende Wappen der v. Dachen-hausen (vergl. Nr. 157), welche einen von Silberund Schwarz geschachten Schild mit rothem Schildes-haupt als Wappen führen.

Graf Hoverden 1 ) bemerkt über dieses Wappen:Vergleichen wir dieses Wappen mit dem NamenDaehenhausen, so unterliegt es keinem Zweifel, dass wirein Namenwappen vor uns haben. ... Da das rotheSchildhaupt nicht die Abbildung eines (rothen) Dachesist, sondern ein solches nur bedeutet, da ferner dasSchach nicht das T5ild einer aus Steinen aufgeführtenMauer ist, sondern eine solche ebenfalls nur bedeutet,so ist auch folgerichtig die Vereinigung beider Herold-stücke innerhalb der Umrisse des Schildes nicht die Ab-bildung eines oder mehrerer Gegenstände, die die NamenDachenhausen ausdrücken sollen, sondern gleichsam nurdas Symbol dieses Namens. . ."

Das Wappen der Grafen von Sponheim (von B.u. G. geschacht) erklärte Graf Hoverden ebenfalls schonim Jahre 1870 als eine Darstellung von Mauerwerk;ga-span, gi-span bedeute im Althochdeutschen Mau er-werk. Noch einfacher kann man das Wappen durchheim = Haus erklären.

In ähnlicher Weise führen die fränkischen Lenters-heim im schräggetheilten Schild oben ein Schach vonR. u. S.

Die v. Merheim (im Cölnischen) führen einen ge-schachten Schild.

Die Kölner v. der Schuiren (de horreo, Scheune)führten einen gespaltenen und dreifach quergetheiltenSchild, von Silber und Schwarz.

Die v. K u c h e n h e i m (im Cölnischen) führten einensechsfach gespaltenen und quergetheilten Schild vonSchwarz und Silber.

Die Dichter des Mittelalters bringen mehrfach Be-schreibungen von Bauwerken, die in frappirender Weisean das heraldische Bild der Schachirung erinnern. Soheisst es im Eggen-Liet des Schwaben Heinrich vonLinowe (Anfang des 13. Jahrh.):230 Ain wunecliche burk da lak

Du luht alsam der liehte tak.

Von dem edelem gestaine.

Hie rot dort gruen gel vnd bla

Wis schain von stolzen berlanda

Vnd ouch helfenbaine.

Getwerk in clarem golde fin

Haben ergraben wunder.

An dirre veste. . . .Noch werthvoller ist eine Stelle im Lanzelet desUlrich von Zatzikhoven (ebenfalls Anfangs des 13. Jahrb.),der das Mauerwerk einer Burg geradezu mit den Felderndes Schachbrettes vergleicht:4091 Welt ir verneinen fürbaz,

so wil ich iu sagen daz,

wie Iweretes hüs stuont,

als uns diu buch kunt tuont,4095 ez lac harte schöne

diu riche Dödöue

4104 niden was der esterichvon marmelsteine gemähtdiu müre was der selben slaht.geschäzavelt genötewiz unde rötewarn die steine gevieret.

Eine ähnliche Stelle findet sich in dem Liede vomHerzog Ernst:2026 Gesch achtzabelt stuut das gemeuwerVolbracht vnd gar reyneVon lichtem mermelsteyneVon aller band varbe.Conrad von Würzburg beschreibt im Partonopier(vor 1287) das Mauerwerk einer Stadt in folgenderWeise:806 ir porten unde auch wendeir turne und alle ir mürevon golde und von läsüresach er vil schöne glizen810 mit röten und mit wizeumermelinen steinenwären sie nach reinensiten wol gezieretgequ ädert und gevieret815 alsam ein schächzabelspiel.

Der Fleier (bald nach 1260) sagt im Garel:2729 diu mür ist von marmelsteinegeschachz a b el t kleineröt grüene wiz und gel.

Andere Heroldsbilder.

Wir finden noch andere, ebenfalls unverkennbareheraldische Bilder eines Hauses.

Die Berkhauser, ein altbayerisches Geschlecht,führten nach Herzog Albrechts Wappenbuch 1560 fol-gendes Wappen: unter schwarzem Schildeshaupt vonSilber und Roth gespalten mit schwarzem Dreiberg,das heraldische Bild eines Berghauses.

Nr. 158.

Dieselbe Schildestheilung, jedoch ohne den Dreibergführen die Hauser in Oesterreich (z. B Andreas Hau-ser, Siegel vom J. 1362). Auch hier ist das Herolds-bild redend.

Nr. 159.

1) Zur Wappensymbolik (1870) S. 7 f.