Geschichte der Heraldik. II. 2.
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die heten al einen schilt genommen,
diu varwe diu gap awarzen schin;
dar üfe boijen guldin4410 waren geslagen riche;
den fuorten's al geliche,
niuwan von den maeren,
daz sie gevangen waeren
ie hundert undr eim banier riten15 mit vil ritterlichen siten
daz was ein swarzer samit rieh
dar in gesniten meisterlich
die boijen herniin,
die kete« wären guldin
da mit si wären geslozzen.Das Schwert ist oft das Symbol der richterlichenGewalt, und — nach dem Spruche st vis pacetn parabellum — ein auf Landfriedens-Siegeln häufig vorkom-mendes Sinnbild.
Sig. II B. vom J. 1352 mit der Umschrift „f s.pacis. general. reg. roman. inter. renum et mosam": dereinfache Reichsadler, in der rechten Klaue ein Schwert,das Symbol der richterlichen Gewalt haltend!;.
Nr. 154.
Siegel des Landgerichts Burggrafthums Nürnbergan einer Urkunde des J. 1414 2 ).
Nr. 155.
Man vergleiche auch das Hofgerichtssiegel des Kai-sers Sigmund (1410-1437) abgebildet auf Taf. 7 Nr. 3.
8G.
Das
1) Fürst Hohenlohe, sphrag. Aphor. S.Cliche verdanke ich Sr. Durchlaucht.
2) Monumenta Zollerana VII, 246. — Das Clicheverdanke ich dem Kgl. Geh. Hausarchiv zu Berlin
Sehr bedeutsam ist eine Figur des Schachspiels, derRoch, was sich durch die Kegeln des königlichenSpieles erklärt. Der Roch i s t das Sinnbild weit-reichender, unwiderstehlicher Gewalt. ImWillehalm des Ulrich v. d. Türlin heisst es:Die roch zeigent goddis gewalt.Im Willehalm des Wolfram v. Eschenbach (1215)ist der Roch das Wappen des Gansfassäsche Aropatin:382,2 in sinem vanen stuont ein roch:daz bedüte sinen witen grifdaz im diu erde unt diu schifvollecliche gäben riehen zins.In des Landgrafen Ludwig Kreuzfahrt (um 1300)ist der Roch das Wappen des Sarazenen Seron:6227 Serons banir het ein roch
Goltvar, im blaen phellel geleit;sin wit gebiete, sin werdicheitDaz roch bewist sinen gewaltSine richeit manicvalt.Endlich dürfte noch von den Wappen, die Wortenicht sinnbildlich, sondern in Sehriftzüger enthalten, zureden sein.
Ein hierher gehöriges, sehr interessantes Wappenbespricht der hochgelehrte Fürst F.-K
Sig. IV. A. 1 des Ulrich von Mosen an einer Ur-kunde des Jahres 1239 3 ); dreimal getheilt, im erstenStrich das Wort amor, im dritten das Wort ave.
Fürst Hohenlohe lässt es unentschieden, ob dieWorte zum Wappen der v. Mosen gehören oder aufUlrich's Siegel ein sphragistisches Beizeichen darsteilen.Nr. 156.
Dass allerdings derartige Worte in Wappenschildenals persönliche Beizeichen vorkommen, ist unzweifel-haft; v. Franzenshuld erwähnt das Siegel eines Ottovon Penzing vom J. 1332, welches einen Dreieckschildmit Schrägrechtsbalken, darauf das Wort „OTTO" enthält.
Eglof Zachreiss zu Marklhofen führt in seinemSiegel von 1367 einen Schild, der das Wort LIEB alsWappenbild enthält. „Auf dem Helm ein Hut, zu oberstein Federbusch in ainer Krön, unten im HutstulpLIEB." 4 ).
6. Capitel.
Symbolik der lleroldsltlltler.
Die Annahme, dass auch den Heroldsfiguren einesinnbildliche Bedeutung zu Grunde liege, ist keineswegs
3) Fürst Hohenlohe. sphrag. Aph. S. 12 Nr. 38.Anz. f. K. d. d. Vorz. 1871 S. 126. Das Cliche ver-danke ich Sr. Durchlaucht.
4) W. Hund, Bayrisch Stammenbuch III 786.