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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 2.

Alien Fürsten, Heiren, Rittern und Knechten, undmänniglich thun wir die Hernachbenemte zu wissen,von der Red wegen, die sicli erloffen hat zu Ungarnvon St. Georgen Panner, die die Teutschen, die dazu-niahl in Ungarn warend, redten, also, dass sie geredthand, wo man gegen den Heyden reisste, da solle einTeutscher St. Georgen Panner in der Hand haben vndführen, und das hand sie mit Red gezogen uff unsernHerrn den Römischen König und uff die Chur-Fürsten,und was sie derselb Unser Herr der König mit denChurfttrsten darum unterweysendt, da wollen Sie gernbey bleiben. Nun haben wir von Unsern Eltern auchnicht änderst vernommen, denn dass es also herkommenist, und bey der Red wollen wir mit Inn bleiben. Nuntreiben etlich Böhem ihren grossen Muthwillen, mitHerrn Johannssen von Bodmann, mit Red und mit Schelt-Wort, welche die sind, die inn das ihr Brief gesannthant, oder noch sendend, und die Wappens-Genoss seynd,gegen denenselben wollen Wir Im helffen sein Ehre zu-verantworten. . . .').

(An der Spitze stehen 8 Grafen von Montfort undWerdenberg und viele andere vornehme Namen).

Andere gemeine Figuren.Das Rad, oder die Scheibe (Kugel) ist im allge-meinen das Attribut der Glücksgöttin, der Frausaelde."In der Virginal des Albrecht von Kemenaten heisst es:39 6 wil mir der Saelden schibegän als si dicke hat getanso mae uns wol gelingen.Das Rad ist eines der meistgebrauchten Wappen-bilder der Glücksritter; daher sagt Jemand zu Wiga-1 o i s, der für dieses Wappenbild zu hoch geboren war:3107 Da fürt vil manich man daz ratDer niemer kumt an iuwer statAn gebfirte und an manheit.Aeusserst sinnreich ist das Siegel der k. ungari-schen Stadt Tyrnan:

Im Mittelpunkte des Siegels das Haupt des Er-lösers mit gelocktem Haare und Bart, vom Nimbus mitdem Kreuze darinnen umgeben, aussen herum die In-schrift in Lapidar:f et deus in rota", welche voneiner Perlenlinie eiDgefasst ist Von dieser gehen sechsSäulen speichenförmig aus, welche bis zur inneren Linieder äussern Randschrift reichen und mit dieser einRad bilden. In den Zwischenräumen der beidenoberen Speichen, d. i. oberhalb des Hauptes die Buch-

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staben A und SI, zur rechten derselben ein Halbmond,links die Sonne als achteckiger Stern, die unteren bei-den Zwischenräume sind leer." Die Umschrift lautet:S. m. civium. de Zvmbothel cum rota fortunae".Das Siegel mag dem 14. Jahrhundert angehören 2 ).

Das nachfolgende Siegel des Hasso von Wedel(14. Jahrh.) zeigt ein auffallend ähnliches Bild 3 ).

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Der Anker war von jeher das Sinnbild der Hoff-nung. Wolfram v. Eschenbach giebt dieses Bild demHelden Gahmuret, dem jüngeren, erblosen Sohn desKönigs von Anjou zum Wappen:sin anker heten niht bekortganzes lands noch landes ort15,1 dane warn si ninder in geslagen:der herre muose furbaz tragendisen wäpenlichen lastin manegiu lant, der werde gast.5 Nach dem anker disiu malwand er deheiner slahte twälhete ninder noch gebite.Später heisst es:92,9 er vernam des bruoder totdaz was sin ander herzenöt.mit jilmer sprach er disiu wort,wie hat nu mins ankers ortin riwe ergriffen landes habe!"der wäppen teter sich abe.Wir haben schon früher gesehen, dass der Stral(Pfeil) das Attribut dar personificirtenMinne" ist.

Wolfram v. Eschenbach giebt im Parc. folgendesWappen:

673,12 undr eine baniere wizist er hin üf gevangen,diu Lanier hat enpfangen15 von zoble ein swarze strittemit herzen bluotes malenach mannes kumber gevar.Simrock übersetzt durchaus unrichtig und willkürlich ;Als Wappenzeichen sah man prangenDarauf ein blutendes HerzAls es zuckt im TodesschmerzVon einem schwarzen Speer durchbohrt.Das Bild ist ein Stral, welcher an der Spitze blutigroth gefärbt ist, vom Herzen selbst ist nicht die Rede.Die Kette haben wir auch schon früher als Ab-zeichen der Frauenritter kennen gelernt, die sich ihrerDame gefangen geben wollen.

In Fleiers Garel führen die Gefangenen Eski-laböns eine Kette im Schilde:

Sus sach man die gevangen komen

1) Johann Steph. Jlurgermeister, Codex dipl. cquestris1 ff.

2) Aus den Mittheilungen der Je. k. Centralcommissionfür Baudenkmale in Wien Bd. XV, CXLIII. Das Glicheverdanke ich der Güte Sr. Excellenz des Freiherrn v.Helfert.

3) Nach einer Zeichnung aus dein Nachlasse vonF. A. Vossberg.