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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. IL 2

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Wenn in Künec Ortnites Mervart unde tot gesagtwird:

III 43 einen vanen und ein kriuze er an den 'mastboum

hantda mit er sie bewlste, daz in vriede waere

bekant,so will diess doch nur heissen, dass das Kreuz Christengegenüber Friede bedeutet und es stimmt daher dieseAussage mit derGudrun" völlig überein.

Albrecht v. Scharffenberg sagt im Jüngeren Titurel939 Min schilt vor aller schevtze. vnd vor des tifels

kratze.Ist wol daz fron krevtze wer ez zv reht geinsvnden wider satze. . . .Thomasin v. Zirclaria giebt 1216 folgende Symbo-lik des Kreuzes:

des kriuzes lenge und breit11640 bezeichent 'triwe und wärheitdiu gemeine wesen solze got und zallen liuten wol.swer sim gelüste volget ihtder hat sin herze gekriuzet niht11645 swer daz zeichn des kriuzes hatgestricket an sine wätdaz üzer zeichn bezeichent woldaz man daz kriuze innen haben solhat erz innerthalben niht11650 so ist sin münze gar enwiht

wan da ist kuphers Überguide:man solde im tuon dem valschaere,wer sol heizen ein kriuzaere11655 er ode sin wät

dar an erz kriuze gestricket hatman sol sich selben spannen garan daz kriuze, das ist wardaz man sinen willen niht entuo.In einer von dem Propst Heinrich einem baye-rischen Prälaten im J. 1188 dem Kaiser FriedrichBarbarossa gewidmeten Schrift ist der Kaiser als Kreuz-fahrer abgebildet. Der hinter dem Kaiser stehendeSchild ist weiss, goldbordirt und mit einem goldenenHochkreuze geschmückt 1 ).

Nach Otte's Eraclius (12, Jahrh.) führte Eracliusfolgenden Wappenschmuck :4699 den wafenroc leit er an sichder was genuoc bekennelich,ich sagiu wie er was getaner was ein wizer bukkerandaz heter ouch niht vermitenzwei kriuze waren uf gesniten4705 von eime sämit, der was guotunde röter dan ein bluotsin bänier was alsam gevar.In des Landgrafen Ludwig des Frommen Kreuz-fahrt (um 1300) wird folgender Wappenschmuck einesKreuzfahrers beschrieben:6894 Ein ritter, manlicher gar

Sin ors, sin wapen wiz gevar,Sin schilt des selben het ein dachAn dem ein rotes crutze er sachDaz selbe het sin wapencleitOuch vf sine chouertur geleitDaz crutze rot. . . .Das gemeine Kreuz wird in den Liederndas Kreuzge vi er et" genannt.

Besonders bedeutungsvoll für Deutschland ist dasKreuz des hl. Georg. Nach der Legende des Mittel-alters, die selbstverständlich damals als geschichtliche

1) Nach dem Originale der Vatikanischen BibliothekPrachtvoll abgebildet in Stacke's deutscher Geschichte,nach S. 464.

Wahrheit galt, wurde dem hl. Georg eine Kreuzfahnedurch einen Engel vom Himmel herabgebracht. DasLied der heilige Georg von Reinbot v. Dorn im erstenDrittel des 13. Jahrh. gedichtet, erzählt:1352 Eyn engel sich von hymmel swang,

Ein banyr fürte he, das was lang,

Eyn rod crutze do dorch gie

Gein myme here he sich he

Und grusste mich also tzu hant:

Disse banyer hat dir got gesant

Lieber bruder vnd frunt Georis

Beide, sig und pris

Saltu damit beiagen.

*

*

1668 Der schilt der was entwer

Von tzwein färben nuwer

Glich, halb rot und wiss

Nu sit gewiss, des Ferefiss

Gewan nye schilt so riehen

Der dissem mochte glichen

Disser schilt was geberit1075 Das man in der werlt

So spehes werg nie gesach;

Das man an dem ringe jach

Eyn rotes crueze dadorch ging

Das des Schildes ort befing1680 Das crutze was spannen breit

e

Tzwei hundert robin dann geleitIglicher als ein halbis ey.

**

5359 Mit syme Hechten banyer blang

Dorch die das rode crutze gie

Die sich von hymmel tzu der erden lie

Mit eyme Hechten engel clar.Aus der letzteren Stelle ergiebt sich, dass die Fahneein rothes Kreuz in Weiss enthielt.

Dieses St. Georgs-Kreuz enthielt dasBanner des deutschen Reiches.

Ein historisches Zeugniss für den Anfang des13 Jahrhunderts liefert der Willehalm des Wolframv. Eschenbach (1215):328,6 ab was genomn des riches van,

durch daz wand inds riches her

was entwichen von der wer,

ein tiwer stern von golde,10 als der markis wolde,

in eime sannt gar bla

obe siner schar swebt aldäspäter heisst es:333,21 nu bindt die marter wider'an:

mit rehte sol des riches van

das kriuee tragen, dar nach gesniten

da unser heil wart an erstriten25 do uns des riches her entreit

dem vanen wir buten smächeit

daz wir in schuhen in einen sac.

iwer kunft uns saelget disen tac:

diu bringet s kriuzes werdekeit"

er gap in wider ir vanen breit.333Sit ir iueh vehtens habt bedahf,

sprach er,rottiert al iwer mäht

zeiner schar: diu wirt krefteclich.

iwerr helfe troest ich mich.5 Bennwart si undr iwerem vanen.Von Alters her, hatten die Deutschen das Vor-recht, dass einer von ihnen das St. Georgen-Bannertragen durfte. Wie sich aus nachfolgendem Auszugeines von 457 Grafen, Herren, Bittern und Knechtenin Schwaben im J. 1392 geschlossenen Verbündnissesergiebt, erhob sich dieses Vorrechtes wegen ein Streitzwischen den Deutschen, Ungarn und Böhmen: