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Geschichte der Heraldik. II. 2.
Siegel IV A. 2. des Nicolaus von Güstebiese vomJ. 1378 (Urkunde im Archive der Stadt Königsberg inder Neumark). Umschrift: „(S. Nicolai de Gost. Bis."Das Wappenbild ist eine Zwiebel 1 ).
NO. 150.
Das Wappenbild wird von neueren Heraldikern alsfünf oder sieben Binsen auf einem Hügel be-schrieben.
Nicht übergangen werden darf das so viel bestrit-tene 2 ) Seeblatt, dessen Zugehörigkeit zum Pflanzen-reich durch zahlreiche Namenwappen (Seeberg, Seebach,Seebeck, Sehestedt) erhärtet wird. Ich reproducire hierdas Siegel IV. A. 2. des Truchsessen Herrand v. Wildon
No. 151.
ein
an einer Urkunde von 1276*). Der Schild zeigtmit der Spitze nach oben gekehrtes Seeblatt.
Ferner bitte ich den Schild eines Herrn von Nor-deck zur Babenau, abgebildet auf Taf. 2 No. 2 zu ver-gleichen.
Auch in der Gudrun kommen die Seeblätter alsredendes Wappen vor:.
1) Nach einer Zeichnung aus dem Nachlass vonF. A. Vossberg im Kgl. Geh. Staatsarchiv zu Berlin.
2) Am schlimmsten verfährt Michelsen welcher überdie Seeblätter der Grafen von Brenne oder Breue schreibt(Ehrenstücke S. 13):
„Wir freuen uns in der Lage zu sein, das Räthselbefriedigend lösen zu können. Es ist nämlich diesesWappen ein redendes . . . . Dasselbe stellt, wie dieAnschauung der alten Siegel uns überzeugend gelehrthat, drei Feuer dar, nach oben flammend. Es ist Ab-leitung des Namens Brenne von „brennen", mag dieseEtymologie vielleicht auch heutiges Tages nur alsSpielerei.... bestehen oder nicht."
4) Mittheilung der k. k. Central-Commission fürBaudenkmale XVII. Bd. (Wien 1872) S. CCXI ff. DasCliche verdanke ich Sr. Excellenz dem Freiherrn v.Helfert.
1373 Noch sihe ich hie bi weiben einen vanen breitvon wolkenbläwen siden . daz si iu geseit;den bringet uns her Her wie daher vonSelandesebleter swebent dar inne . er wil vaste rechen
sinen anden
Das Kreuz.
Das erhabenste Symbol der Christenheit kann alsdas älteste Wappenzeichen angesehen werden. Schonin vorheraldischer Zeit schmückten die Kreuzfahrer ihreWaffen mit dem Kreuze. Das uralte Lied vom HerzogErnst, welches einen Wappenschmuck noch nicht kennt,stattet seinen Helden auf dessen Fahrt nach dem heil.Lande mit einer Kreuzfahne aus:2113 Man horte sie den fnrsten manenDaz sie warten uff den vanen;Darynne was eyn crutze rot.In St. Oswald's Leben (12. Jahrh.) wird erzählt,wie Oswald, als er sich zu einer Heerfahrt rüstete,seine Lehnsleute mit goldenen Kreuzen versah:1527 er sprach: „ir herren, nü nemet war,swer mir der vart welle bi gestän,der muoz der kriuze einez hän.ob wir nü würden bestandenvon der wilden heiden handenso sirit die werden kristen alle samtbi den kriuzen wol erkant."'1535 Nü ouch mit der selben vart
ein michel gedranc hin zuo den kriuzen wart,ein iegelicher wolte sich des Schemenne solt er der kriuze niht einez nemen.von den herren, die da waren komen,1540 wurden di kriuze al üf genomen.
sie mahtens üf ir wäpenrocke alle samt,dar umbe ob sie kaemen in vremdiu lantund von den heiden würden bestanden,daz denne einer den andern bi den kriuzen be-
kanden.(Die 72 Kreuze waren von einem Goldschmied ge-fertigt).
Auch in der Gudrun erscheint das Kreuz als Zei-chen der Pilgrime:
488 Do ez äbenden begunde, do sach von TenelantHörant der degen küene (ez war im wol bekant)ein kriuze in einem segele . bilde lagen drinnesolcher pilgerine bete Wate der alte lützel
minne
A
489 Lüte ruoft dö Morunc Irolden zuo
„nü sage dem künic Hetelen, waz er darumbe tuoich sihe diuHagenen wäfenin einem segele
riehen.* *
*853 in den segelen wären kriuze, si jähen ez
waeren pilgerine
*1367 Ez sint niht pilgenne, vil lieber vater minWate und ouch die sine mügen ez vil wol sinder helt von Sturmlanden und der von Ortricheidort sihe ich wagen ein zeichen, daz mac demmaere sich vil wol geliehenNicht minder erscheint das Kreuz bei Wölfram v.Eschenbach, Wülehalm (1215) als Zeichen im Kampfegegen das Heidenvolk:31, 21 man moht an Willalmes schargrözes jamers nemen war.sine helfaer heten niht vermiten.beidiu geslagen und gesniten26 üf ir wäpenlichiu kleit
was Kristes tot, den da versneit
diu heidensch ungeloubic diet.
Sin tot daz kriuze uns sus beschiet.