Geschichte der Heraldik." II. 2.
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ein wunder was dar in gebriten,
daz diu Syrene heizetund kiele üf schaden reizetmit ires gedoenes bilde,daz selbe wunder wildeschein da maget unde vischals ez lebende unde vrischda baere wunnecliohen schin.daz oberteil der forme sinwas gestellet als ein wip,und was ein visch der under lipau schuopen und an hiute gar.daz bilde zweiger bände varschein da beid ob und underhet oben eines menschen liehund was von gruener varwe riehda, niden allenthalbender samit uz den albenwas komen, da die megde sint:er möhte ein lüter ouge blintmit sinem glänze hän gemähtnie pfeller wart also gestalltgefüeret in des landes rincouch wizzent, daz der jungelincfuort einen kostbaerlichen schilt,daz selbe wunderliche wiltvon dem ich alrerst han geseit,daz was dar üf mit richeiterhaben wunnecliche enborals ich daz wapencleit hie vorentworfen und geverwet han,also was ouch der schilt getanund gestellet über al,wan daz ein wunder äne zalgesteines was dar in geworhter mohte in fueren unrevorhtin der plänie melme
* Von dem Unken.„Basiliscus haizt ain unk . der ist ain kunich aller«langen, sam Jacobus spricht, wan basiliscus in krie-chisch haizt ain künigel ze däutsch"(er kennt zwei Arten:)
„ez ist auch ainerlai unk, die auz dem ai werdentdaz ai han legt, der neun jär alt ist, als die altenweisen sagent"
Albrecht v. Scharffenberg (1272) sagt im JüngerenTiturel:3929 Er qvam mit manigein dvzze . busine und ouch
tambureMit ovgen eitter schvzze . fvrt er den basi-liscus durch die fvreDaz er in den ougen tr'eit vergifteWen er gesiht der vellet tot durch daz er
imz zu wappen hie nu stifteOuf kursit und uf schilte uf heim und wappen-rocken
* Von dem Tracken.Draco ist der groesten tier ainz, daz diu werlt hat,sam Jacobus und Augustinus sprechent . daz tier hatniht vergift. er ist gekrönt auf dem haupt nach dergroezen seins leibes reht als er ainen grözen kampnab. . . . sein flügel sint häutlein, reht als ain grözenhaut auf gespannen sei in der weis sam diu fledermausflügel hat in irr mäze ... er hat ain tötpringendez an-hüchen oder anpläsen auz seinem hals da mit pringt ertoetleich sichtüem
Muscheln sind das Zeichen des Pilgers zum h.Jacob nach Compostella. Im Karl Meinet heisst es:35 Nu hadde ouch vil recht
De zyt gemereket ind de malen
Recht, als hei mit quälen
Van sente Jacob queme
Muschelen ind zeichen streme40 Galt der gude David
Under wegen zo der zyt
Weder zwene paltinere
Vm der pennynge vere
Ind neide sy an de cleider syn.45 Gelicher wy eym pilgerim
Quam hei do zo Parys
Pflanzen.
Hinsichlich der Pflanzenwelt lassen uns die bisheri-gen Führer, der Physiologus und Konrad v. Megenbergim Stich, was um so mehr zu bedauern ist, als geradedieses Reich der Natur der Heraldik als unerschöpflicheFundgrube gedient hat. AVir werden die wichtigstenWappenbilder dieser Art vorführen und die sinnbild-liche Bedeutung derselben zu ermitteln suchen, eineArbeit, die erheblich vereinfacht wird durch die That-sache, dass es meist Namens-Anspielungen waren, diezu der Wahl des Bildes den Grund abgegeben haben.
Aus Höflichkeit gegen unsere verehrten Nachbarnjenseits der Vogesen beginnen wir mit der Lilie.
Die Lilie ist neben dem Mond und den Sternen(wir bemerken das gleich hier, da uns die Himmelskör-per weiter nicht beschäftigen werden) ein Symbol derGottesmutter. Nur ausnahmsweise wird vom ArmenHartmann (f 1114) als Sinnbild der heil. Maria eineRose, die das lilium gebar, bezeichnet:710 Di frowe generosa
scone aisein rosa
di gebar daz scone lilium
daz da heizet lilium conuallium
salutem fidelium715 uerum dei filium
den gvaren gotis svn
ihesum cristum
739 Die frowe heizet Mariadaz quit maris Stelladaz sprihit meris sterreSonst immer ist Maria die Lilie. Sie hat den Mondzum Schemel und einen Kranz von Sternen:
und der Schemel der Maria ist der Maneheisst es in einem alten Meisterlied.
Auch Albrecht v. Scharffenberg sagt im JüngerenTiturel:
272 ir schemel ist der man durchlvhtig schone
ir krantz der meide reine . daz sint die stern zwelf
lieht in trone
Wenn wir auch nicht unter allen, vielleicht nichteinmal unter vielen Umständen, Lilie, Stern und Halb-mond als Marien zeichen ansprechen dürfen, so wer-den sicli doch eine Reihe von Wappen auf diesem Wegeerklären lassen.
Mensinga hat 1 ) das AVappen des GeschlechtesR o o r d a in Friesland (aufgewendeter Halbmond, darineine Lilie, oben von zwei Sternen beseitet) mitgetheiltund dazu bemerkt: „Kann man mit den Mitteln, dieder Heraldik zu Gebote stehen, die Maria der Apoka-lypse, die Königin der Himmel wohl treffender dar-stellen? Die Jungfrau-Mutter, über dem Hauptdie Sternenkrone, stehend in dem Mond"
Siegel IL B. des Nycolaus de Cardono (Garden)Kirchherrn zu Bremm an der Mosel vom J. 1402 2 ):Lilie, darüber Krone jedenfalls als Symbol der Him-melskönigin. (Nr. 141, folgende Seitej.
1) Berliner heraldische A'ierteljahrsschr. 1879 S. 249.
2) Fürst Hohenlohe, sphrag. Aphorismen S. 71. —Das Gliche verdanke ich Sr. Durchlaucht.