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Geschichte der Heraldik. II. 2.
lanb von OTärcbem (Grünenberg Taf. 115) dar. DerSchild ist blau, die Flügel schwarz, die Füsse gelb.
No. 139.
Dieses Wappen dürfte sich der Dichter des Wiga-mur (13. Jahrli.) zum Vorbild genommen haben:4786 Der knnig von Kathaclysyo tugenthaftFüret ainen schilt von lasur plaDaran ain haubt vnd ains greyffen klaWie man sieht stimmt sogar die Farbe der Schildeüberein.
Ein anderes, in der Heraldik sehr seltenes Unge-heuer, der Centaur erscheint im Siegel eines Butig-lers von Nürnberg, Namens Conrad an einer Urkundedes J. 1236i). Graf Stillfried hielt den Inhaber des Siegelsfür ein Mitglied des Nürnberger Geschlechtes Krauter.
No. 140.
Sollte dieses Siegelbild nicht auf denselben Urheberzurückführen, der das Bild des Nürnberger Stadtsiegels,eine Harpyie (siehe Abbildung 138) gewählt hat?Oder liegt hier ein Austausch von Liebenswürdigkeitenzwischen dem Butigler (der die Beichssteuern erhob)und den Nürnberger Bürgern vor? Mau denke an dieProphezeiung, welche die Harpyie Celaeno an die troja-nischen Flüchtlinge richtete!
* Von dem Greifen.
Grifis haizt ain greife . daz ist ain vogel, sam Ja-co"bus spricht, der ist auzdermäzen grimme und übeleund ist des leibes so starch, daz er ainen gewäpentenman überwindet und in toett . er hat gröz scharpf
1) Das Cliche verdanke ich dem Kgl. Geh. Haus-archiv zu Berlin.
kläen oderkraeuel, da mit er den menschen und andreutier zereizt und die kläen sint so gröz, daz in die lautköpf dar auz machent unt trinkväzzer . der vogel istvierfiiezig und ist dem adlarn gleich an dem haupt undan den flügeln, iedoch ist er verr groezer . daz andertail seines leibes ist ainem lewen geleich . und wontauf den pergen, die da haizent hyperborei. der vogelist den menschen gar veint und den pfärden .... Ba-banus spricht, daz die greifen gold auzgraben vnd sichgar ser fräuen, wenn si daz golt ansehen."Die Elwanger Glosse des 11. Jahrb. sagt:„Grifes: grifen, hoc genus anim. in hiperhoreismontibus nascitur."
Die Sage, dass die Greifen Gold ausgraben, berührtauch Wolfram v. Eschenbach, Parc. 71.
mit golde er gebildet was,
daz zer muntäne an Kaukasas
ab einem velse zarten20 grifen klä, diez da bewarten
und ez noch Mute aldä bewarent
von Aräbi Hute varent:
die erwerbent ez mit listen da
(so tiwerz ist ninder anderswä)25 und bringentz wider z AräbiDarnach kann die Meinung Grote's^), dass der Greifeine heraldische Zusammensehiebung von Adler undLöwe und dass die Aehnlicbkeit dieses Bildes mit demantiken TQmp erst „später" entdeckt sei, keineswegsStand halten.
Noch schlimmer ist es freilich, wenn Gebhardi 2 )(1776) den Greif erst nach der Entdeckung Amerikasentstehen lässt. Dieser Historiker sagt:
„ . . . mir scheint es wahrscheinlicher zu sein, dassdiese Greife den peruanischen Kondor, der ebendie Farben hat, vorstellen sollen. Dieser Kondor, wel-cher schon den ältesten asiatischen und afrikanischenVölkern bekannt gewesen ist, und zu der Erdichtungvom Greif Anlass gegeben hat, wurde zu Maximilian 1 »Zeit in Amerika entdeckt, und erregte die Aufmerksam-keit der damaligen Menschen so sehr, dass man demKondor oder Greif eine unglaubliche Stärke und vieleübertrieben ausserordentliche Eigenschaften beylegte.Der Greif war also ein Bild, welches ein Kaiser, wieMaximilian, der nach der allgemeinen Herrschaft derWelt strebte, nicht vernachlässigen konnte."
Schon Bodmann (1819) 3 ) wies auf das Unhaltbaredieser Vermuthung hin: es wäre unbegreiflich wie die-ser in Peru und Chili einheimische Vogel, schon dreivolle Jahrhunderte vor Entdeckung seines VaterlandesAmerika in Deutschland habe bekannt sein können.
* Von den Merweiben.
„Sirene sint merwunder gar wol gestimmet, samAristotiles spricht . die mügent ze däutsch merweiphaizen, wan si habent oben von dem haupt unz an dennabel ainr frawen gestalt und habent ain edel groezenund gar ain graussam antlütz . si habent auch auf demhaupt gar langez här und hertez, sam daz pfärdes härist . . . daz nider tail an dem tier ist als daz nidertail ains adlarn sam Adelinus spricht, und hat das tiergar scharpf kraeuln an den füezen . . . und hat zeletzt ainen swanz mit schüepeln als ain visch"
Konrad von Würzburg beschreibt im TrojanischenKrieg. 3734 ff die Sirene als Wappenbild des Hector:
der samit als ein rose braji
in einem röten glaste
dar üz dem hohen gaste
was sin wapencleit gesniten
1) Geschichte des Freussischen Wappens S. 41 f.
2) Geschichte der Reichsstände I. 342.
3) Rheingauische Alterthümer S. 319.