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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 2.

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Wolfram v. Eschenbach (Parc.) hat noch eine schö-nere Vorstellung von der Natur des Pelikans:482, 12 ein vogel heizt pellicänus:swenne der fruht gewinnet,alze sere er die minnet:in twinget siner triwe gelnstdaz er bizet durch sin selbes brüstunt laetz bluot den jungen in den munt:er stirbet an der selben stunt

* Von dem Strauzen.

Struck» haizt ain strauz und haizt in kriechischersprach assida und haizt auch catnelon, dar nmb, daz ergepalten füez hat als ain kämmel . . .

Der strauz hat federn gevar als ain habich oderain valk aber er ist traeg ze fliegen, er izt eisenund verdaut daz, wan er ist gar haizer nätür . erhazzet diu pfärd von nätür und laidigt si wo er mag"Der Physiologus des 12. Jahrli sagt:Dizze tier heizzit struz inchrieciiiskun heizit izafida

Phisiologus zellet daz iz uogil si mite niene fliege.Sine fuzze sint gitan also der olbenten daz walheheizet camelum."

Wegen seiner Liebhaberei für Eisen giebt die Wap-penkunst des Mittelalters dem Straussen ein Hufeisenin den Schnabel, welches namentlich da, wo sich dieMaler oder Siegelstecher ein falsches Bild des fremdenVogels gemacht hatten oder denselben in Ermangelungeines Vorbildes nicht erkennbar zu zeichnen vermochten,ein sicheres, oft auch das alleinige Erkennungszeichendesselben bildet.

So beschreibt Meister Conrad v. Würzburg im Troj.Krieg das Wappen des KönigsAggalön"25520 den schilt den wil ich gestenden Aggalön fuorte dasin velt erlühte läsürblä,dar inne stuont von golde ein strüzdem hienc ze sinem snabel üzein silberwiz rosisenMarkman von Westväle führt in der Rabenschlachteinen Strauss, jedoch ist in der Beschreibung das Huf-eisen nicht erwähnt:

493 Wie sin vane was gestaltdaz wil ich iuch wizzen länden da vuorte der helt halt,der was herlich getanahi, daz was ein struz wildegar swarz in einem wizen Schilde

No. 137.

Siegel der Stadt Straussberg in der Mark Branden-burg an einer Urkunde von 1308. Bild: ein auf einemBerge stehender wiedersehender Strauss mit einem Huf-eisen im Schnabel. Links neben dem Strauss steht aufeinem Strauche ein Hähnchen. Umschrift: f Secretv.Civitatis Strvzberc.

Von den Ungeheuern führt Konrad von Megenbergdie Harpyie und den Greifen unter den Vögeln auf,die Sirene unter den Meerwundern, den Basiliskenund den Drachen unter den Schlangen. Zu bemer-ken ist hiebei, dass die Alten an der Existenz allerdieser Thiere nicht im mindesten zweifelten. 1 )

* Von dem A r p e n.Arpia ist ain vogel sam Adelinus spricht, der wontin verren landen an der stat, diu Strapedes haizt, inder wuesten pei dem mer Jonicum . der vogel hat ainengrimmen hunger und wirt nümmer sat . er hat garscharpf klaen, geschickt ze reizen und ze vähen. dervogel hat ain menschleich antlütz und bat kain mensch-leich tugent an im, wan er ist so grimm, daz er un-menschleich ist . . . der vogel, wenn er gezämt wirtredet menschleich stimm, aber er hat niht menschleichVernunft

Si egel der Stadt Nürnberg, zuerst 1243 vorkommendUmschrift:Sigillvm. Universitatis. Civivm. De. Nvren-berch" 2 ): Adler mit Königskopf, gemeiniglich und wohl mitRecht für den Arpen erklärt. Der gemauerte oder ge-

No. 138.

panzerte Leib bezeichnet die von Aeneas und seinenGenossen erprobte Undurchdringlichkeit des Gefieders.

Vielleicht nur eine andere Auffassung desselbenUngeheuers stellt das Wappen der rjcrren rou prera 3m

1) Konrad von Würzburg schildert die Thierweltder Ardennen (Partonopier 10096)

Steinböcke und einhürne

den fuhs, den eber und den hirz

ouch vant si da, gelobet mirz,

daz p an tier und den helfant

den lewen und den serpant

den grifen und den wilden bern.

swaz iemen tiere mac gegern

der spürten si da wunder

ouch wonte vil dar under

scorpen unde tigert ier

diu maget edel unde fier

ward fremder würme da gewis

da lac der übel aspis

slafend und stille

da bi der cocodrille

und der b a s i 1 i s k e frech

2) Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 1855.S. 127. Das Gliche verdanke ich der Güte der Direc-tion des Germanischen Museums.