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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 2.

etswie vil schoeu und lustig angesehen und so sie ieelter werdent, so si ie unlustiger werdent anzesehen"

* Von dem Aurrint.

Bubalus haizt in ainem däutsch ain aurrint undin dem andern däutsch ain waltrint . daz hat ainenainvaltigen sanften anplik, aber ez ist gar üppig undgrimmig, so ez zornig wirt, und ist groezer denn aingemainz rint."

Ein Notarius Johannes Olde beschreibt in einemNotariatszeugnisse vom 2. Decbr. 13ü4 (im Archive zuWismar) das Siegel der von Plessen folgendermassen:Predicta autem sigilla dicte littere appendiciaerant figurata et disposita ad modum clipeorum,in quorum quolibet medio sigillorum quoddam ani-mal, quod buba lus latine et teuthonice w e sen tdicitur, sculptum fuit." ')Auch verschiedene Glossen des früheren Mittelaltersübersetzen bubalus mit wisant, urochse.

* Von dem wilden E b e r.

Aperze latein haizt ze däutsch eber, midist zwair-lai wilder und zamer . der wild ist ain starch tier undmag nümmer gelert werden daz ez sitig und guetigsei, aber ez ist alle zeit grimmig und scliarpf . er istswaiz und hat gröz hawend zend ains halben fuozeslang und die zend tailent an ainem lebendigen eberrebt sam ain gestäholtz eisen .... der eber bediiutuns ilie grimmen laut, die kein ler guoter werch wellentnemen und die alle zeit grimmik und swarz beleibentin im Sünden."

* Von dem He eh.

(.'apreola ze latein oder daz Plinins rupicapra haiztdaz ist ain wilden gaiz, diu haizt reh ze däutsch undist gar ain grimmigz tierl unter seinem gesläht . abergegen andern tiern ist ez vorhtig und sänftig . dergaiz pöckel habent grözen krieg umb die gaizel, wennsi in der prunft laufent."

* Von dem W o 1 f.

Lupus haizt ain wolf und ist ain ungetrew tierund ain rehter rauber."

In einem eigenen Abschnitte handelt Konrad vonden Vögeln, die überhaupt im Mittelalter nie alsThiere" bezeichnet werden ; unter diesen wurden nurdie vierfüssigen oder Säugethiere verstanden. Vonden Abbandlungen Konrad's wähle ich die folgenden aus.

* Von dem Elbiz oder Swan.

Cignus haizt ain elbiz oder ain swan . daz ist ainweizer vogel und spreehent die inaister, er sing garschon, aber daz hän ich nie gehoert und hän ir dochvil gesehen ....

er ist ainer haizen nätür, da von ist er zornig."

* Von den Kranichen.

Grus haizt ain kranch . die kranch habent die artdaz si nach ainer Ordnung vliegent und macbent irenflug gar mit witzen, wan sam die lerer spreehent So-linus, Jacobus, Ambrosius und Isidorus, wenn sie auzvliegent, so schickent si ir schar, sam ain gepalierteritterschaft tuot gegen den veinden . der vorderst kranch,der die andern laitt und füert, der schreit und uebtsein stimme, dar umb, daz die andern niht auz demrehten flug treten und wenn der vorvliegend kranchhaiser wirt von seim geschrei, so fleugt ain anderer ansein stat und üebt daz selb amt . die kranch tailentir schiltwacht des nahte» unter sich, also daz ie derzehend kranch wachent beleibt, und iriecleicher

der wacht der zeuht ainen fuoz auf von dererden und nimt ain stainl dar ein und stet aufdem andern fuoz . wenne daz stainel vellt, so erwachter und schreit . also behuett er sich, daz er iht släf

1) Meklenb. Jahrbücher 21, 68.

.... und wenne si über daz mer vliegen wellent,so ezzent si sant, dar umb, daz si maezig sein an derswaer, sam Solinus spricht und dar umb nement si auchstaindel in die füez zuo dem selben flug und wenn sisehent, daz si auf die mitt koment der schef, so läzentsi diu staindel vallen . des sint die schefläut oft innenworden auf dem meer, also daz ez stain auf si hat ge-regent in diu schef"

* Von dem Hauwen oder Aufen.

Bubo haizt ain auf oder in anderm däutsch ainh a w . mit dem vogel vaeht man ander vögel und be-däut den sünder, der offenbar sündet und pringt anderlaut mit im ze sünden."

* Von dem Pfawen.Pavo haizt ain pfäw . daz ist gar ain schoenervogel und ist ain freunt aller schönhait und rainikait,sam Aristoteles spricht . der vogel hat ainen langengeäugelten zagel und hat ain saphirisch herz an dervarb, wan er hat ain pläw varb an der prust und istan dem hals gar liehtvar, reht als ain saphir ist vonOrient der vogel bat die art . daz er mit seiin ge-schrai vertreibt alleu vergiftigeu tier"

* Von dem Sitig.

Psitaeus haizt ain sitich, daz ist ain vogel in Indenlaut, sam Jacobus und Solinus spreehent und ist grüenervarb, aber sein halskraiz ist rOtvar und vil nähet golt-var . er hat ain gröz prait zun gen und dar umb machter auch gestuckteu wort sam ain mensch."

* Von dem P e 11 i c a n.

Pellicanus haizt nach der aigenchait der lateinain grähäutel, wan sam Augustinus und Isidorus spre-ehent er hat grävar federn . der vogel hat die art, dazer gern wont in Egypten lant pei dem wazzer daz Ni-lus haizt . der vogel scherzt mit seinen kindein vongrözer lieb die er zuo in hat und in dem spil ra-ment im diu kindel der äugen . da von wirter derzürnt und toet si . da nach zeuht ersein federn ab und traurt niht ain ciain umbseineu kindel und sieht sein prust oder seinSeiten mit seinem snabel, unz daz rösenvarbpluot dar auz freuzt und besprängt diu kindelda mit, und also macht er si wider lebentig. aber ander maister spreehent, daz der vogel sein pluotvergiez umb seineu kindel wenne si versert werdentvon ainr slangen

Pei dein pellicän verste ich unsern herren JesumChristum . der kam in unser eilend, ze scherzen mituns, auz dem obern trön der himel."

Der Physiologus des 12. Jahrh. sagt im Wesent-lichen dasselbe:

(A) n deme uorgezaltin salmen so chüt ouch dauid.Ich pin dem sisegoume gelich . der in der einode istPhisiologus zellit daz der s i s e g o u m ') sine jungen harteminne

So diu iungen wahsen beginnent . so bizzent si denalten sisegoum unt ir mäter . darwidere bizzent si .unze si die iungen irbizzent

An dem dritten tage so brichit diu mfiter ir sitenunt lazzet daz blät louffen über diu iungen . so werdentsi lebentig unt gisunt."

1) Admonter Wörterbuch des 11. Jahrh.:Pellica-nus, sisegomo"